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Pädagogen sind sauer über Aussagen von Stadt und Politik zu Mensa-Containern und Schule

„Schulträger hätte besser geschwiegen“

Hameln. Die Berichterstattung über die leerstehenden Mensa-Container an der Wilhelm-Raabe-Schule ist der dortigen Schulleitung und dem Kollegium auf den Magen geschlagen. Sie üben massive Kritik an den Äußerungen der Stadtverwaltung und des Schulausschussvorsitzenden Kurt Meyer-Bergmann (SPD).

veröffentlicht am 17.02.2016 um 07:51 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Hintergrund: Dort, wo die Container stehen, hätte seit Schuljahresbeginn 2014 eigentlich eine funktionsfähige Mensa stehen sollen. Weil der Schulträger, also die Stadt, dieser Pflicht in Form eines richtigen Baus nicht nachkam, musste sie stattdessen monatlich 4000 Euro für die Mensa-Container bezahlen. In den Containern hat allerdings nie ein Schüler gegessen, weil die dazugehörigen Entsorgungseinrichtungen fehlten.

Dass man vonseiten der Verwaltung nun versuche, eigene Fehler zu relativieren, ärgert die Pädagogen: „Wenn der Schulträger, also der Verursacher dieser Panne, der Schule ankreidet, sie hätte während dieser sieben Monate keine alternative Nutzung der Container vorgenommen, so ist eindeutig der Rahmen sachlicher Argumentation verlassen“, heißt es in einem Schreiben an die Dewezet. „Leere, nicht beheizbare Blechkisten im Winter schulisch zu nutzen, übersteigt in der Tat unsere ansonsten unermüdliche pädagogische Kreativität, der Schulträger hätte hier besser geschwiegen.“

Keinen inneren Zusammenhang hätten zudem die Aussagen des Schulausschussvorsitzenden Meyer-Bergmann, der auf der Grundlage von „Phantomzahlen“ gegen den Schulstandort argumentiere: Nur 15 Anmeldungen habe es an der Wilhelm-Raabe-Schule gegeben, die übrigen Zugänge seien an anderen Schulen abgelehnt worden, hatte Meyer-Hermann begründet. Und man müsse sich überlegen, „ob wir uns so etwas als Bildungsstandort leisten wollen“.

Die Pädagogen halten die Erklärungen des Politikers hingegen für nutzlos, da der Zeitpunkt der Anmeldungen wenig maßgeblich gewesen sei. Bereits zu Beginn des Schuljahres hätten hinreichend Anmeldungen vorgelegen, um die in der Schulentwicklungsplanung vorgesehenen drei Klassen einrichten zu können. Die Gründe dafür seien unterschiedlich.

Grundsätzlich sei es ratsam, sich an Fakten zu halten: Den bisherigen Erfahrungen nach könne die Dreizügigkeit zu Beginn des fünften Jahrgangs gehalten werden. Bis zur achten, beziehungsweise neunten Klasse steige die Schülerzahl nach aktuellen Erfahrungen um etwa 30 Prozent. Der derzeitige Bestand an Klassenräumen sei noch nicht einmal ausreichend. Sogar der ehrwürdige Musikraum der Wilhelm-Raabe-Schule werde gegenwärtig als Klassenraum genutzt. Zusätzlicher Raumbedarf entstehe durch die gesetzlichen Vorgaben für den Ausbau zur Oberschule.

„Doch selbst wenn es bei 15 Kindern für den fünften Jahrgang geblieben wäre, fehlen Denkmodelle des Herrn Vorsitzenden des Schulausschusses, die konstruktiv in die Zukunft weisen“, heißt es weiter. „Wohin mit diesen Kindern bei ansonsten vollen bis überfüllten anderen Schulen?“ Die Pestalozzi-Schule als einzige Alternative im Oberschulbereich hätte kein einziges zusätzliches Kind aufnehmen können, dass einen Abschluss im Sekundarbereich I anstrebe.doro

Eigentlich sollten die Container an der Wilhelm-Raabe-Schule als Übergangsmensa genutzt werden. Dazu kam es aber nie, weil die entsprechenden Entsorgungseinrichtungen fehlen.

Foto: Dana



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