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Ratspolitiker erhalten mahnenden Brief

Schulleiter schlägt Alarm: „Desolate Lage“ an Pestalozzi-Schule

HAMELN. Uwe Wilhelms-Feuerhake schlägt Alarm: Der Schulleiter beklagt die „desolate Lage an der Pestalozzi-Schule“. Der Grund- und Oberschule in der Nordstadt fehle es an Räumen. Eine „erlassgemäße Beschulung“ der Kinder sei derzeit nur schwer umsetzbar, so Wilhelms-Feuerhake. „Diese Zustände sind auf Dauer nicht haltbar.“

veröffentlicht am 10.11.2017 um 16:39 Uhr

An der Pestalozzi-Schule müssten weitere Räume geschaffen werden, sagt der Schulleiter. Foto: dana
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Mit einem Brief hat er sich an die Mitglieder des Hamelner Schulsauschusses gewandt. Darin lobt Wilhelms-Feuerhake ausdrücklich den Einsatz der Politiker für die Hamelner Schulen. Doch habe er „den Eindruck, dass dabei in den letzten Jahren die Belange der Gymnasien und der IGS zulasten der anderen Schulen besondere Berücksichtigung gefunden haben“, schreibt der Direktor der Pestalozzi-Schule. Die Situation an der Schule in der Nordstadt dürfte der Stadt als Schulträger nicht ganz neu sein. Laut Wilhelms-Feuerhake hätte die Pestalozzi-Schule gemeinsam mit der Wilhelm-Raabe-Schule als weitere Hamelner Oberschule die Nöte in einem offenen Brief kundgetan. Passiert sei seither nicht viel: „Leider gab es nur wenig Resonanz“, so der Schulleiter.

Die Pestalozzi-Schule ist laut Wilhelms-Feuerhake „inklusive Schwerpunktschule“. Sechs bis sieben Kinder pro Jahrgang hätten Förderbedarf im Bereich des Lernens. Dazu sei die Integration von Schülern nichtdeutscher Herkunft „seit Jahren eine der Kernaufgaben“, dazu brauche es Sprachlernklassen wie individuelle Fördermaßnahmen. Doch der Schulleiter spricht auch von Förderunterricht auf dem Flur, von „leistungsdifferenzierendem Unterricht“, der „unzulässigerweise“ im Chemie- oder Physikraum erteilt werde.

Seinem Brief an die Ratspolitiker hat Wilhelms-Feuerhake gleich eine Liste für die Verwaltung angehängt: Darauf sind die zusätzlichen Räumlichkeiten vermerkt, die an der Schule geschaffen werden müssten, „um dem Bildungsauftrag gerecht zu werden“. Allein sieben Räume braucht der Schulleiter obenauf, um einen „den Vorgaben des Landes entsprechenden Unterrichtsablauf“ zu gewährleisten. In den letzten vier Jahren seien regelmäßig Gelder für Schulbaumaßnahmen beantragt worden, so Wilhelms Feuerhake. „Leider haben wir bisher weder seitens der Verwaltung noch der Politik eine Reaktion auf unsere Anträge erhalten“, so der Schulleiter weiter.

Zurzeit kündigt sich jedenfalls nicht an, dass sich kurzfristig etwas an der „desolaten Lage“ der Pestalozzi-Schule ändern wird. Die Verwaltung will aufgrund der angespannten Haushaltslage ohnehin nur das Nötigste erledigen. Was die Hamelner Schulen betrifft, soll der Bau des Schulzentrums Nord weiter voranschreiten; dazu ist geplant Vikilu- und Schiller-Gymnasium baulich zu erweitern. Zeitlich nach hinten geschoben sind inzwischen auch schon die Erweiterung der Grundschule in Rohrsen oder die Sanierung des Niels-Stensen- und der Basbergschule.

Ein Einwurf von Britta Bödecker, der Leiterin der Wilhelm-Raabe-Schule, ließ vor diesem Hintergrund aufhorchen. Sie erklärte vor dem Schulausschuss, dass die Schule seit den Herbstferien kurzfristig 28 neue Schüler aufgenommen habe. „Was sollen wir mit den Schülern machen“, fragte Bödecker. Vier der 28 Schüler hätten keinen Migrationshintergrund. „Wir wissen nicht mehr, was wir tun können“, sagte Bödecker. Dies war offenbar neu für Politiker und Verwaltungsvertreter. Die anwesende Stadträtin Martina Kurth-Harms sagte Bödecker zu, in der kommenden Woche Gespräche über die Problematik zu führen und nach Lösungen zu suchen.

Mein Standpunkt
Lars Lindhorst
Von Lars Lindhorst

Ein 30-Millionen-Bau am Schulzentrum Nord und eher kurzfristig in Aussicht gestellte Anbauten an die zwei Hamelner Gymnasien – das weckt an anderer Stelle naturgemäß Begehrlichkeiten. In diesem Fall ist das nachvollziehbar. Für die Stadt sind damit die nächsten Baustellen der Schulpolitik offenkundig. Handlungsaufforderungen, die man so schnell wohl noch gar nicht sehen wollte.

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