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Pläne zum G 9-Abitur werden einhellig begrüßt

Schulleiter glauben: Bildung braucht Zeit

Hameln. Das Vorhaben der rot-grünen Landesregierung, zum Sommer 2015 wieder ein Abitur nach 13 Jahren anzubieten – ein sogenanntes „G 9“, ist von den Leitern der drei klassischen Hamelner Gymnasien einhellig begrüßt worden. Wolfgang Weber, der an der Spitze des Albert-Einstein-Gymnasiums steht und zugleich Mitglied der niedersächsischen Direktorenvereinigung ist, nennt zwar den Begriff G 9 unsinnig, denn es habe zu Zeiten der Orientierungsstufe ein G 7 gegeben. Aber ein neues Modell des Abiturs nach 13 Jahren begrüße er grundsätzlich, so Weber. „Wenn man die Pflichtstunden nicht runterfahren will, ist die Belastung sehr groß“, sagt er. Und verweist darauf, dass mit dem Wegfall der Wehrpflicht viele Schüler ja ohnehin ein Jahr gewinnen würden G 9 allerdings, schränkt Weber ein, dürfe nicht starr sein, sondern müsse einen flexiblen Ansatz haben, das sogenannte „Y-Modell“. Soll heißen: Begabte sollen auch schneller fertig werden dürfen. „Und es darf nicht einfach eine Rolle rückwärts sein. Alles muss sorgfältig abgewogen werden, schließlich muss man auch an solche Dinge wie Bücher und Räume denken.“

veröffentlicht am 20.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 00:41 Uhr

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Autor:

Christa Koch
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Ähnlich sieht es auch Andreas Jungnitz, Leiter des Schiller-Gymnasiums. „Das ist ein richtiges Signal, auch wenn die Strukturen noch nicht klar seien hinsichtlich der Bedingungen und Gestaltungsräume“, sagt er. Auf jeden Fall werde ein G 9-Abitur gerade die jüngeren Jahrgänge entlasten. „Schulen haben gemeinsam mit Eltern und Schülern auch das G 8 teilweise erfolgreich absolviert, das Problem aber sind die zeitlichen Belastungen. Der notwendige Reife- und Entwicklungsprozess braucht Zeit, den kann man nicht beschleunigen“, so Jungnitz, der dafür ist, ein neues G 9 zu installieren und auch eine Mischform zwischen G 8 und G 9 zu ermöglichen.

Eine ähnliche Auffassung vertritt mit Rainer Starke auch der Leiter des Viktoria-Luise-Gymnasiums. „Es gibt sicher Schüler, die nach acht Jahren schon das Abitur erlangen können. Aber seit die Gymnasien sich für breite Schichten geöffnet haben, gibt es eben auch viele, denen das neunte Jahr gut tut. Und wir wollen ja niemanden auf der Strecke lassen“, sagt der Vikilu-Chef. Er sei immer für G 9 gewesen, denn: „Bildung braucht Zeit.“ Viele aber hätten mit der Verdichtung des Stoffes Probleme gehabt, und es habe ihnen die Zeit für Erholung, Sport oder Engagement in Vereinen gefehlt. Starke: „Außerdem gibt es im 13. Jahrgang oft eine entwicklungsmäßige Explosion. Da ernten wir die Früchte unserer Arbeit und können mit den Schülern auf Augenhöhe diskutieren.“ Er jedenfalls sei sehr glücklich, dass diese Zeiten offenbar wiederkommen.

Gut findet auch Dr. Volker Schöpe das Vorhaben der Landesregierung. Der Vorsitzende des Stadtelternrates: „Durch die Verkürzung der Zeit bis zum Abitur war die Stoffdichte zu groß, zumal es im Gegensatz zu früher längst keinen Samstagsunterricht mehr gibt. Durch G 9 wird der Weg zum Abitur wieder etwas entspannter, außerdem sind die Schüler dann in der Regel ein Jahr älter und damit auch reifer. Mit 17 kann ein junger Mensch nicht mal allein einen Mietvertrag unterschreiben“ Außerdem, so der Hamelner Elternsprecher für die Gymnasien, sei durch den Wegfall der Wehrpflicht auch eine Art Zeitvakuum entstanden, von dem manche nicht wussten, wie sie es nutzen sollten. Darum: G 9 findet auch Schöpe gut.



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