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Erwartet wird ein klares Bekenntnis der Politik zum Schulzentrum Nord / Mehrheit: Keine Tabus

Schulleiter glauben an Bestand des AEG

Hameln (CK/HW). Um zu sparen, wo es sich sparen lässt, ist für die Mehrheitsgruppe im Hamelner Rat nichts mehr unmöglich. Angesichts eines 22-Millionen-Defizites im Haushalt 2013 planen CDU, Grüne und Unabhängiger strukturelle Veränderungen (wir berichteten). Selbst eine Schließung des Albert-Einstein-Gymnasium wird angesichts des demografischen Wandels langfristig nicht mehr ausgeschlossen. „Das heißt nicht, das jetzt die Totenglocke für das AEG läutet. Aber wir müssen uns mit diesem Thema auseinandersetzen, ergebnisoffen diskutieren“, sagt Gruppensprecher Claudio Griese (CDU). Und auch die grüne Fraktionsvorsitzende Ursula Wehrmann bestätigt: „Es darf keine Tabus mehr geben.“ Schon jetzt, so heißt es, würden Schülerströme auch deshalb zum AEG wechseln, weil sie am Schiller-Gymnasium nicht mehr aufgenommen werden könnten.

veröffentlicht am 27.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 03:21 Uhr

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Aber vor allem vor dem Hintergrund der Kostenexplosion für die IGS („wir landen bei rund 6,4 Millionen, ohne energetische Sanierung oder Gymnasialzweig“) verweist Ursula Wehrmann auf die von der Gruppe beantragte „Lenkungsgruppe“, die sich auch ein Bild von möglicherweise vorhandenen oder aber entstehenden Raumüberhängen auch bei Landkreis-Schulen ein Bild verschaffen solle. „Wir müssen mindestens zehn Jahre nach vorn blicken“, fordert Wehrmann nicht zuletzt angesichts des demografischen Wandels und zurückgehender Schülerzahlen, auch wenn sie beteuert, am IGS-Standort am Schulzentrum Nord festzuhalten. Die Frage, wie lange das Albert-Einstein-Gymnasium noch vierzügig geführt werden könne, stelle sich dennoch, meint sie und fordert deshalb vor allem „verlässliche Zahlen“. „Als verantwortungsbewusster Finanzpolitikerin muss es mir schon erlaubt sein, danach zu fragen“, begegnet sie Kritik an ihrem Zweifel hinsichtlich des Bestands des AEG. Zugleich müsse man überlegen, ob die IGS nicht vielleicht jetzt schon Räume des AEG mitnutzen könne. Auch „mobile Raumlösungen“, etwas abfällig als Container bezeichnet, schließt die Grüne für den Übergang nicht aus.

Wolfgang Weber ist angesichts der anhaltenden Diskussion um das AEG und die IGS mehr als skeptisch. Der Schulleiter des Albert-Einstein-Gymnasiums möchte nach eigenen Aussagen jetzt vor allem „Ruhe reinkriegen in die Diskussion“. Den Bestand seiner Schule sieht er, anders als etwa Teile der Politik – bisher nicht infrage gestellt. „Nach zwei Jahren IGS kennen wir die Schülerströme.“ Zurzeit gebe es in Hameln 15 Klassen für drei Gymnasien, der Schulleiter erwartet allerdings eine angekündigte Senkung der Klassenfrequenz, die augenblicklich bei 30 Schüler pro Klasse liegt. „Selbst bei sinkenden Schülerzahlen hätten wir dann noch kein Problem“, meint Weber. Heute erwartet Weber Vertreter der Gruppe zu einem Gespräch, wie es seitens der Politik übrigens auch mit dem Schiller-Gymnasium geführt werden soll. Der Schulleiter: „Unser Wunsch ist in diesem Zusammenhang ein klares Bekenntnis zum Schulzentrum Nord. Und damit muss die Politik auch die Konsequenzen tragen.“

Andreas Jungnitz sieht die Situation nicht sonderlich dramatisch. Der Leiter des Schiller-Gymnasiums geht davon aus, dass Hameln auch mittelfristig drei Gymnasien braucht: „Wir haben drei gute Standorte mit entsprechenden Profilen und können zurzeit ohne Probleme am Viktoria-Luise-Gymnasium, am Albert-Einstein-Gymnasium und am Schiller-Gymnasium 15 Klassen führen.“

Selbst bei sinkenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren hält Jungnitz das für realistisch, zumal die Klassenfrequenzen gesenkt würden: „Vikilu könnte dann nach wie vor sechszügig gefahren werden, wir fünfzügig. Blieben immer noch vier Züge für das AEG“, glaubt er. Und diese „Zügigkeit“ brauche man, um weiterhin die einzelnen Profile in der Oberstufe verlässlich anbieten zu können – „das geht nicht mit nur zwei Gymnasien“.

Aktuell hat der Schiller-Chef noch keine weitergehenden Gespräche mit der Politik und insbesondere mit der Mehrheitsgruppe geführt, hält aber einen regelmäßigen Dialog durchaus für wünschenswert. Und geht optimistisch in die Zukunft: „Die Zahl der Schüler, die ein Gymnasium besuchen, wird in den kommenden Jahren nicht geringer werden. Das ist ein Landestrend“, sagt er.

Das Schulzentrum Nord ist Standort des dritten Gymnasiums in Hameln. Die Politik denkt auch über eine Schließung nach. Foto: Wal



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