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Schünemanns Imam-Vorstoß - was Muslime dazu sagen

veröffentlicht am 27.04.2009 um 16:52 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Imame

Hameln (ube). „Minister will Imame staatlich ausbilden“ – so titelte jüngst die Dewezet. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) wolle auf diese Weise verhindern, dass in Moscheen Hass gepredigt werde, hieß es. Der heimische Integrationsbeauftragte Dr. Feyzullah Gökdemir hält die Überschrift „für provokant und gut“ und sagt: „Wenn Herr Schünemann das durchkriegen sollte, dann finde ich das klasse.“ Imame, die Vorbeter, „müssen die Gesellschaft, in der sie leben, verstehen“, sagt Gökdemir – und fügt hinzu: „Die türkischen Imame werden für die Dauer von vier Jahren vom türkischen Staat nach Deutschland geschickt und von ihm bezahlt. Viele sprechen nicht gut Deutsch. Das steht der Integration im Wege.“
 Nur sehr wenige der in Deutschland lebenden Moslems kennen den Vorschlag des Innenministers. Und diejenigen, die etwas davon gehört haben, stellen Fragen, auf die sie keine Antworten gefunden haben.
 Cengiz Altin (42), der Vorsitzende der türkisch-islamischen Gemeinde, hat uns in die Fatih-Moschee am Hamelner Thiewall eingeladen. Nach dem Gebet wird bei einem Glas Tee diskutiert. Alt und Jung sind sich einig: Es ist sehr gut, wenn der Vorbeter gut Deutsch sprechen kann. „Es kommen viele Moslems zu uns, die aus arabischen Ländern, aus Albanien oder Bosnien stammen. Sie verstehen kein Türkisch“, sagt Nurettin Günkaya (58). Und Ahmed Bakidökmetas (68), ein ehemaliger Türkisch-Lehrer, meint: „Kinder türkischer Eltern, die nicht gut Türkisch sprechen, könnten dadurch besser dem Gebet und dem Islam-Unterricht folgen.“
 Gegen die deutsche Sprache in den Moscheen, so scheint es, hat am Thiewall niemand etwas. Doch es gibt auch Sorgen und Bedenken.



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