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Landkreis will Ludwig-Richter- und Schwindweg aufgeben – und 1,6 Millionen Euro in Haydnweg investieren

Schrumpft das Englische Viertel?

HAMELN. Das Englische Viertel soll kleiner werden. Der Landkreis hat vor, sich von den Häusern in Ludwig-Richter- und Schwindweg zu trennen. Im Gegenzug sollen weitere Häuser im Haydnweg erworben werden, wo der Landkreis bereits einige Objekte besitzt. Das „Mietmodell“, heißt es aus dem Kreishaus, gehe nicht auf.

veröffentlicht am 02.06.2017 um 17:37 Uhr
aktualisiert am 02.06.2017 um 18:10 Uhr

Das Mietverhältnis mit der Bundesanstalt für Immobilien möchte der Landkreis wieder auflösen, die Häuser im parallel dazu verlaufenden Schwindweg sollen verkauft werden. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Der Landkreis Hameln-Pyrmont hatte in den drei Straßen nördlich des Reimerdeskamps in der Nordstadt ehemalige Wohnhäuser des britischen Militärs von der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) aufgekauft und angemietet. Ursprünglich sollte dort ein „Künstlerviertel“ entstehen, in dem junge einheimische Familien, Flüchtlinge, Studenten und Künstler wohnen sollten. Eine Idee, die sich so nicht durchsetzen konnte. Es fehlt an den Künstlern.

Junge deutsche und Flüchtlingsfamilien haben in dem Englischem Viertel – wie das Künstlerviertel inzwischen heißt – inzwischen zwar durchaus ein neues Zuhause finden können. Und daran soll sich auch nichts ändern. „Der integrative Ansatz des Konzeptes zum Englischen Viertel bleibt bestehen“, teilt Sandra Lummitsch, Pressesprecherin des Landkreises, auf Anfrage mit. „Neben der Unterbringung von Flüchtlingen liegt der Schwerpunkt auf preisgünstigem Wohnraum für junge Familien und eventuell Studierende.“ Allerdings könnte das Viertel künftig deutlich kleiner ausfallen.

Weil sich die Mietmodelle im Ludwig-Richter- sowie Haydnweg nicht rechneten, wolle der Landkreis sich von den dortigen Häusern trennen. „Mietmodell“ heißt hier: Die Kreisverwaltung hat in diesen beiden Straßen Häuser von der Bima angemietet und an Wohnungssuchende weitervermietet, wodurch die Mietkosten wieder reingeholt werden sollten. Tatsächlich zahle der Landkreis aber drauf. Denn die vertragliche Regelung sehe vor, dass, wann immer etwas am Haus instandgesetzt werden muss, der Landkreis in der finanziellen Verantwortung stehe. Eine Kröte, die es damals aufgrund des mangelnden Wohnraums während der Flüchtlingskrise zu schlucken galt, so Kreissprecherin Lummitsch. Bevor nun früher oder später größere Instandhaltungsmaßnahmen getroffen werden müssten, so Lummitsch, wolle der Landkreis dieses „auf die Dauer wirtschaftlich nicht vertretbare“ Mietverhältnis wieder auflösen.

Zumal die Flüchtlingszahlen deutlich zurückgegangen seien. Auch deshalb werde „das ursprüngliche Ziel, alle 61 Wohneinheiten (WE) am Haydnweg (36 WE), Ludwig-Richter-Weg (10 WE) und Schwindweg (15 WE) in den Besitz des Landkreises zu bekommen, nicht weiterverfolgt“, heißt es aus dem Kreishaus. Stattdessen würden „die Bestrebungen des Landkreises“ nun auf den Haydnweg „konzentriert, da sich in diesem Bereich die umgebauten (und jüngst, wie berichtet, eingeweihten; Anm. d. Red.) Gemeinschaftseinrichtungen befinden“.

Sieben Häuser hat der Landkreis im Haydnweg bereits gekauft, zwölf weitere angemietet. Vorrangiges Ziel sei es nun, die 17 derzeit leer stehenden Häuser von der Bima zu erwerben. Hier finde sich auch die Erklärung für den andauernden Leerstand. Da sich die Häuser noch in Besitz der Bima befinden und der Landkreis noch keine Einigung mit der Bundesanstalt erzielen konnte, können die Wohnungen noch nicht vermietet werden. Dabei gebe es viele Interessenten, wie Kreisrat Carsten Vetter im Gespräch mit der Dewezet sagt.

Auch die derzeit angemieteten Häuser sollen der Bima abgekauft werden, so zumindest die Absicht der Verwaltung. Kosten insgesamt: 1,6 Millionen Euro, so Vetter. Die Entscheidung darüber liegt beim Kreistag, der im September wieder zusammenkommt.

Für die vier bereits vom Landkreis erworbenen Häuser im Schwindweg werde „im Idealfall eine Rückabwicklung“ mit der Bima angestrebt. Das heißt: Die Häuser gingen wieder in den Besitz der Bundesanstalt über. Die zehn ebenfalls bereits in Besitz des Landkreises stehenden Häuser im Ludwig-Richter-Weg sollen „perspektivisch aufgegeben“ werden. Allerdings sind die Häuser bewohnt. Eine Lösung für die dort untergebrachten Flüchtlinge könnte ein Umzug in die erst noch zu erwerbenden Häuser am Haydnweg sein, sagt Lummitsch auf Anfrage. Und vielleicht, so Vetter, sind die Häuser im Ludwig-Richter-Weg ja auch für die Stadt Hameln interessant. Eine Stellungnahme dazu war aus dem Rathaus gestern nicht zu bekommen.



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