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Archäologe wird „historisch bedeutsames“ Gewölbe dokumentieren / Stadt schickt Vermessungstechniker

Schmucksteine entdeckt – Ausgrabung am Klüt

Hameln (ube). Nach der Entdeckung eines verschütteten Gewölbetunnels am Klüthang, den Experten aus Hameln und Hannover als „historisch bedeutsam“ einstufen (wir berichteten), haben sich gestern am Fundort Vertreter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Hameln, der Unternehmen „Aerzener Gala Bau“ und „Mem Bau“ sowie der Beauftragte für archäologische Denkmalpflege, Joachim Schween, getroffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Am Nachmittag stand fest, dass eine Grabung stattfinden wird. Die Firma „Mem Bau“, die dabei ist, das Klütturm-Restaurant zu sanieren und für die die „Aerzener Gala Bau“ derzeit am Berghang einen Graben ausbaggert, in dem Wasser- und Stromleitungen verlegt werden, wird die Kosten für den Archäologen übernehmen. Das sagte der Leiter der Bauaufsicht der Stadt Hameln, Joachim Bach, auf Anfrage der Dewezet.

veröffentlicht am 25.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 05:21 Uhr

Archäologe Joachim Schween am freigelegten Gewölbe-Eingang. Der
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Gestern erneut auf Mauerwerk gestoßen

Zudem würden alsbald städtische Vermessungstechniker die Lage und Tiefe des freigelegten Tunnelteils einmessen. Archäologe Joachim Schween werde die Funde mit der Kamera dokumentieren und exakt beschreiben. Gestern wurden mehrere verzierte Schmucksteine entdeckt und sofort gesichert. Möglich, dass sie irgendwann einmal ausgestellt werden. Bereits am Dienstag hatten Grabungstechniker des Landesamtes für Denkmalpflege aus Hannover Scherben aus Glas und Ton gefunden.

Nach Meinung von Joachim Bach gehörte das jetzt sichtbare Gewölbe vermutlich zu einem Versorgungstunnel, der die Forts miteinander verbunden hat. „Es handelt sich offenbar um Reste der geschleiften Festung“, sagte der Leiter der Bauaufsicht. Gerüchte und Legenden über unterirdische Gänge im Berg gab es schon lange, nun ist der Beweis erbracht, dass es sie wirklich gegeben hat. „Meines Wissens ist es das erste Mal, dass am Klüt ein solcher Tunnel entdeckt wurde“, sagte Archäologe Schween.

An einer Brücke oberhalb des Felsenkeller Weges (Rodelbahn) wurde gestern „eine Ansammlung von zusammengefügten Natursteinen“ gefunden. Bei dem Mauerwerk könnte es sich laut Bach um ein Fundament handeln. Archäologe Schween wird auch in diesem Bereich per Hand graben und die Stelle unter die Lupe nehmen.

Es ist Baggerfahrer Michael Schwarze zu verdanken, dass die Funde untersucht werden können und dass – wie es der Grabungstechniker des Denkmalschutzamtes, Claus-Günther Kullig, ausdrückte – eine neue, bislang leere Seite im Buch über das „Gibraltar des Nordens“ beschrieben werden kann. Schwarze war es auch, der Teile eines Skeletts gefunden hat. Ob die Knochen von einem Menschen oder von einem Tier stammen, steht nicht fest. Kriminalbeamte haben die sterblichen Überreste sichergestellt und diese zur Untersuchung an das Rechtsmedizinische Institut nach Hannover geschickt. Die Gerichtsmediziner haben der Polizei noch kein Ergebnis mitgeteilt.



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