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„Wie kann man eine Schule verkaufen?“

Schließungspläne sorgen für Unruhe

Hameln. Auf den Schock folgt die Verunsicherung: Die Ankündigung, das der Standort der Wilhelm-Raabe-Schule geschlossen werden soll, hat an der Schule für viel Unruhe gesorgt. Bei Schülern und Eltern ist die mögliche Schließung das Hauptthema. Sie fragen sich „wie man einfach eine Schule verkaufen kann?

veröffentlicht am 25.02.2016 um 17:45 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 18:21 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Das Gebäude, das seit über einem Jahrhundert als Schule genutzt wird, soll nach dem Willen der Politik an die Technische Akademie verkauft werden, die schon länger in Hameln expandieren möchte.

Bei den Schülern, die durch ihre Lehrer, über Meldungen im Internet sowie WhatsApp-Nachrichten von den Plänen erfuhren, ist die mögliche Schließung das Hauptthema. „Wir fragen uns, wie man einfach so eine Schule verkaufen kann?“, meint Blerim Gashi aus der 10 d der Oberschule. Er glaubt, dass der als Lösung angedachte Ausbau des zweiten WRS-Standorts an der Königstraße, wo unter anderem die Grundschule untergebracht ist, zu Problemen führen könnte. „Als ich in die erste Klasse ging, gab es einen Schulhof für die Grundschüler und einen für die höheren Jahrgänge. Manchmal ist ein Älterer rübergekommen, dass hat immer für Panik gesorgt“, erzählt Gashi. Klassenkamerad Leon Klenovic stimmt zu: „Es hat doch einen Grund, warum Grund- und Oberschule meistens getrennt sind.“

Julia Pfitzner aus der 10 a sagt: „Wenn die Wilhelm-Raabe-Schule die Lohstraße verlässt, ist das nicht mehr das Gleiche.“ Sie ärgert sich, dass nach der geplanten Schließung voraussichtlich viele Klassen zumindest zeitweise auf unterschiedliche Schulen verteilt werden müssten. „Wir finden es voll unfair, dass da Freundschaften einfach auseinandergerissen werden.“ Auch um die Zukunft ihrer Lehrer machen sich die Schüler Sorgen. „Müssen die sich dann einen neuen Arbeitsplatz suchen?“, fragt Elona Maksuti (10 a). Wie die Stadt die Unterbringung der rund 400 Schüler, die derzeit an der Lohstraße unterrichtet werden, meistern will, ist den Schülern ein Rätsel. „Es kommen doch jetzt schon so viele Flüchtlingskinder. Die brauchen doch auch einen Platz in den Schulen“, sagt Gashi.

Bis Ostern sollen erste Ideen präsentiert werden

Dilek Yaman, Mitglied im Schulelternrat, ist „einfach nur perplex“. Ihre Tochter sollte eigentlich 2017 an die Lohstraße wechseln. „Man will sein Kind doch auf so einen Wechsel vorbereiten. Jetzt weiß ich nicht einmal, wo meine Tochter demnächst zur Schule gehen wird“, sagt sie. Yaman bezweifelt, dass ein Ausbau des Gebäudes an der Königstraße ein gute Lösung wäre. „Ich glaube nicht, dass das gut passt, wenn Kinder im Grundschulalter mit Kindern, die sich in der Pubertät befinden, an eine gemeinsame Schule gehen.“

Unterdessen betonen die Parteien unisono, dass am Fortbestand der Schule nicht gerüttelt werde. „Da gibt es keine Diskussionen“, sagt Kurt Meyer-Bergmann (SPD). Auch Ursula Wehrmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, meint: „Wir wollen das Integrationskonzept der Schule für die Südstadt erhalten.“ Man versuche, alle Bedürfnisse in Einklang zu bringen und gleichzeitig der Technischen Akademie entgegenzukommen. „Die Akademie ist wichtig für den Wirtschaftsstandort“, sagt Wehrmann.

Wie der Ausbau an der Königstraße gelingen kann, sei Sache der Verwaltung, sagt Wehrmann. Auch Thomas Meyer-Hermann (CDU) meint: „Ich überlasse es der Verwaltung, Vorschläge zu unterbreiten.“ Bis Ostern sollen der Schule erste Ideen präsentiert werden. Die Finanzierung soll möglichst über den Verkauf des Gebäudes an der Lohstraße erfolgen. „Wenn das nicht reichen sollte, bietet der Verkauf des Weserbergland-Zentrums eine weitere Einnahmequelle“ meint Meyer-Hermann. Die Verwaltung sei nun dazu aufgefordert, schnell ein Konzept zu erstellen, um die Entwicklungen in der Schullandschaft besser steuern zu können. „Da muss zügig etwas passieren“, sagt Meyer-Bergmann.



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