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Mehr als 100 Patienten pro Acht-Stunden-Schicht – das Team der Notaufnahme arbeiten bis zum Umfallen

Schlangen vor Gipsraum – Glätte fordert viele Opfer

Hameln (ube). Ausnahmezustand in der Notaufnahme des Sana-Klinikums in Hameln – Ärzte, Schwestern und Pfleger arbeiten derzeit bis zum Umfallen. Vor allem Kälte und Eis sind schuld daran, dass die Tagesschicht etwa ein Drittel mehr Patienten als sonst behandeln muss. „Gerade im unfallchirurgischen Bereich sind die Patientenzahlen ziemlich explodiert“, sagt Dr. Bernd Miele, ärztlicher Leiter des Aufnahmebereichs. Aber auch jede Menge Menschen, die unter Durchfall leiden, müssen aufgenommen werden. Das bleibt nicht ohne Folgen: Die Wartezeiten sind mitunter extrem lang – und vor dem Gipsraum bilden sich Schlangen. „Die Versorgung eines Knochenbruchs dauert eben seine Zeit“, erklärt die pflegerische Leiterin der Notaufnahme, Krankenschwester Elke Kreutziger. Nach der Diagnostik müsse geröntgt werden, danach der Befund mit dem Chirurgen besprochen und mit ihm die weitere Behandlung erörtert werden. „Dazwischen gibt es immer wieder internistisch-kardiologische Notfälle, bei denen es um Leben und Tod gehen kann. Diese Patienten haben natürlich Vorrang.“ Überhaupt sei man bemüht, die Wartenden je nach Schwere der Symptome und Verletzungen in verschiedene Kategorien einzuteilen. Derzeit häufen sich Patienten, die über Druckschmerzen in der Brust klagen. „Für uns besteht in solchen Fällen ein Verdacht auf Herzinfarkt“, sagt die Teamleiterin. „Das ist zunächst einmal ein Notfall.“ Nicht immer ist die Diagnose am Ende dramatisch. „Durch die Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen. Dadurch nimmt die Durchblutung des Herzens ab, kann es zu Schmerzen in der Brust kommen“, erklärt Elke Kreutziger. Es gibt aber auch deutlich mehr chirurgische Notfälle durch Stürze auf eisglatten Gehwegen und Nebenstraßen. „Gebrochene Handgelenke stehen an erster Stelle“, berichtet die Krankenschwester – und fügt hinzu: „Damit hat der Verletzte leider monatelang zu tun.“ Verstauchte Fußgelenke, Prellungen, Schmerzen an der Wirbelsäule – die Glätte fordert immer mehr Opfer. „Wir hatten auch schon Schädel-Hirn-Traumen und eine Frau, deren Schulter aus dem Gelenk gesprungen ist. Das tut höllisch weh.“

veröffentlicht am 13.12.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 00:41 Uhr

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Viele ältere und bereits geschwächte Patienten laborieren an so starkem Durchfall, dass sie stationär aufgenommen werden mussten. „Das hat unser Haus innerhalb von wenigen Tagen gut gefüllt“, erzählt Anästhesist Dr. Miele. Vor zehn Tagen waren 340 Betten, gestern bereits mehr als 400 belegt.

Um unnötige Wartezeiten zu vermeiden, rät der Klinik-Arzt, bei weniger schweren Fällen die Notfallpraxis in der Wache des Centralen Krankentransports am Hastenbecker Weg (Bahnhofsplatz) aufzusuchen. „Bei Husten, Schnupfen, Heiserkeit und allen Erkrankungen, die man sonst auch dem Hausarzt vorstellen würde, ist man beim Ärztlichen Notdienst sehr gut aufgehoben. Wer gestürzt ist und vermutet, dass er sich etwas gebrochen hat, sollte gleich zu uns kommen.“

In einer Acht-Stunden-Schicht müssen in der Notaufnahme des Sana-Klinikums dieser Tage mehr als 100 Verletzte und Kranke versorgt werden. „Das ist zwar zu schaffen, schlaucht aber ganz schön“, meint Teamleiterin Kreutziger. Mit mehr Personal wäre der Notaufnahme nicht geholfen, denn: „Wir haben nur einen Gipsraum und nur ein Röntgengerät“, sagt Elke Kreutziger.



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