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Mehr als 150 Helfer im Unwettereinsatz / Blitz schlägt in Feuerwehr-Zentrale ein

Schlammlawine wälzt sich durchs Dorf

Hameln. Die Unwetterzentrale hatte vor heftigen Gewittern und Überflutungen gewarnt – 20 bis 60 Liter Regen pro Quadratmeter wurden für Hameln und Umgebung vorhergesagt. Am Sonntagnachmittag goss es dann längere Zeit wie aus Kübeln. Von den höherliegenden Äckern wälzten sich Schlamm-Massen zu Tal. In elf Orten rückten mehr als 150 Feuerwehrleute zu Unwettereinsätzen aus.

veröffentlicht am 28.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.05.2017 um 09:32 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Bereits um 2.45 Uhr war in Kirchohsen ein Blitz in die Feuerwehrtechnische Zentrale eingeschlagen. Durch Überspannung fiel die Technik in der Leitstelle aus. Folge: Die Feuerwehr war telefonisch nicht mehr erreichbar. Dennoch gab es keine Probleme, denn: „Die Notrufleitungen sind sofort auf die Polizei-Leitstelle umgeleitet worden“, erklärt Kay Leinemann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr-Leitstelle. Die Disponenten des Landkreises verlegten ihren Arbeitsplatz für mehrere Stunden nach Hameln. Noch in der Nacht wurden acht Techniker und Disponenten alarmiert. Gegen 5 Uhr hatten sie die Störung behoben.

Der Wolkenbruch am Nachmittag spülte mancherorts große Mengen Lehm auf die Straßen. Schlimm sah es in Unsen aus – in Höhe des Bergbadweges waren Schlamm und Wasser von einem frisch bestellten Feld auf die Flegesser Straße (L 423) und von dort in eine Scheune und auf eine abschüssige Wiese gelaufen. Feuerwehrleute und Anwohner griffen zu Schaufeln und Besen. Drei Landwirte eilten den Frauen und Männern mit Treckern zu Hilfe. Stundenlang kämpften die Menschen gegen den Lehm, der nach Angaben von Ortsbrandmeister Andreas Busam „zunächst glitschig und später hart wie Beton war“. Mit Wasser aus Hydranten und einer Kehrmaschine der Stadt Hameln wurde anschließend der Asphalt gereinigt.

Auch andernorts rückten Feuerwehren zu Unwettereinsätzen aus. Fast immer mussten verschmutzte Straßen gereinigt werden. Betroffen war auch die Bundesstraße 217 in Höhe Hottenbergsfeld. Die Hamelner Wachbereitschaft bat die Straßenmeisterei um Unterstützung. Mit einem Radlader wurde der Schlamm von der Fahrbahn geschoben. Auch ein Fegewagen kam zum Einsatz.

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  • Zwischen Afferde und Hilligsfeld steht die Kreisstraße 60 unter Wasser. Christoph Richter bringt eine Pumpe in Stellung.
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  • Feuerwehrleute spritzen in Unsen die Landesstraße 423 sauber. leo

Die Kreisstraße 60, die Afferde mit Hilligsfeld verbindet, stand an zwei Stellen unter Wasser. Mit einer Schmutzwasserpumpe machte die Feuerwehr Afferde die Straße wieder passierbar. Bei Hilligsfeld setzte die Ortswehr einen landwirtschaftlichen Frontlader ein, um zusätzliche Abflüsse zu schaffen. In Rohrsen war die Straße „Düth“ komplett überflutet.

Auch in Aerzen, Herkendorf, Herkensen, Coppenbrügge und Ockensen standen Straßen unter Wasser. In Buchhagen wälzte sich – Augenzeugenberichten zufolge – eine Schlammlawine quer über die Kreisstraße 17 in Richtung Lenne. Eine Stützmauer am Gasthaus Mittendorf hielt den Wassermassen nicht stand – sie stürzte teilweise ein. Zum Kellerauspumpen wurde lediglich die Feuerwehr Bad Münder gerufen.



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