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24-jähriger Hamelner vor Gericht

Schlafmittel in Tee gemischt – Sextäter gesteht

Hameln/Hildesheim. Wollte ein Hamelner seine Lebensgefährtin mit einem Schlafmittel, das er ihr heimlich in eine Tasse Tee getan hatte, gefügig machen? Eine Große Strafkammer des Landgerichts Hildesheim muss sich derzeit mit dieser Frage auseinandersetzen. Der Angeklagte hat eingeräumt, seiner damaligen Freundin die Tablette ohne deren Wissen verabreicht zu haben. Angeblich aus Fürsorge. Die Studentin habe Prüfungsstress gehabt und endlich mal wieder eine Nacht durchschlafen sollen, sagt er. Hintergedanken will er nicht gehabt haben, als er am Abend des 2. Februar die Hand der Schlafenden nahm und sie auf seinen entblößten Genitalbereich legte. Der 24-Jährige behauptet, er habe geglaubt, seine Freundin sei wach. Aus Sicht der Frau war es jedoch ein böses Erwachen. Noch am selben Tag suchte sie ein Krankenhaus auf, wo sie ihr Blut auf K.-o.-Tropfen untersuchen ließ. Eine solche Substanz, die auch als Vergewaltigungsdroge bezeichnet wird, wurde allerdings nicht nachgewiesen.

veröffentlicht am 13.11.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:04 Uhr

Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Wochen später trennte sich die Hamelnerin von ihrem Partner; nach einigen Monaten ging sie zur Polizei und zeigte die Tat an. Der Verdächtige sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft klagte den einschlägig vorbestraften Mann „wegen sexueller Nötigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung“ an. Nun steht er vor Gericht. Seine Ex tritt als Nebenklägerin auf. „Einen Menschen, den man angeblich liebt, heimtückisch zu betäuben, ist ein Unding. Für meine Mandantin ist bereits das ein eklatanter Tabu- und Vertrauensbruch“, sagt Opfer-Anwalt Sebastian Seifert. Ihr gehe es schlecht, sie leide unter der Tat. Sie war zutiefst geschockt, als sie aufwachte und erkannte, was da gerade passierte. „Niemand kann sagen, was noch geschehen wäre, wenn sie nicht aufgewacht wäre“, sagt der Rechtsanwalt im Gespräch mit der Dewezet.

Der Angeklagte bestreitet, Böses im Schilde geführt zu haben. Doch: Sagt er die Wahrheit? Nach Informationen der Dewezet ist er bereits wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes und wegen sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen, wie es im Juristendeutsch heißt, verurteilt worden. Auch kinderpornografische Bilder soll er früher einmal besessen haben.

Vor Gericht lässt er lieber andere reden: Die Rechtsanwälte Tanja Brettschneider und Roman von Alvensleben verteidigen ihn. „Unser Mandant ging seinerzeit davon aus, dass seine damalige Freundin, die neben ihm lag, wach war und es sich um einvernehmlichen Sex handelt“, sagt Strafverteidiger von Alvensleben. „Der Angeklagte hat das einmal als ,plumpen Annäherungsversuch‘ bezeichnet.“ Er habe von Anfang an eingeräumt, der Frau ein Schlafmittel in ein Getränk gemischt zu haben, „weil er wollte, dass sie mal wieder durchschläft“.

Heute will die Kammer unter Vorsitz von Richter Rainer de Lippe unter anderem eine Ermittlungsrichterin als Zeugin vernehmen. Die Kammer möchte in Erfahrung bringen, was der Angeklagte ihr kurz nach seiner Festnahme gesagt hat.



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