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Brutale Bluttat in Disko / Opfer behält Narben zurück

Schläger soll hinter Gitter

Hameln (ube). Er ist ein brutaler Gewalttäter, viermal vorbestraft – stets wegen Körperverletzung. Dass er sich einfach nicht im Griff hat, steht fest. Amtsrichter Hans-Otto Bartsch nannte den Hamelner einen „Bewährungsversager“ und verurteilte ihn zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis.

veröffentlicht am 15.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 07:21 Uhr

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In der Hamelner Diskothek „Nachtschicht“ am Multimarkt hatte der 31-Jährige einem anderen Gast (26) ein Cola-Glas durch das Gesicht gezogen. Es splitterte, die Scherben hinterließen zunächst stark blutende Wunden und später Narben. Obwohl das Opfer nach der Attacke hilflos am Boden lag, trat ihm der Täter auch noch gegen den Kopf.

Der Angeklagte legte ein Geständnis ab, der Grund für den Streit blieb allerdings im Dunkeln. Es war wohl ein nichtiger Anlass, der die Gewalttat in einer Juni-Nacht des vergangenen Jahres auslöste. Auf Nachfrage der Dewezet sagte Verteidiger Roman von Alvensleben: „Es gab kein Motiv. Das Opfer ist auf meinen Mandanten zugestolpert. Was dann genau passiert ist, weiß wohl niemand. Auch der Geschlagene kann sich an nichts mehr erinnern.“ Sonderbar: Vier der sieben geladenen Zeugen kamen nicht zur Verhandlung. Das Gericht brummte jedem ein Ordnungsgeld in Höhe von 100 Euro auf.

Verteidigung legt Berufung ein

Richter Hans-Otto Bartsch sagte in seiner Urteilsbegründung, eine erneute Bewährungsstrafe komme nicht in Betracht. „Sie sind zuletzt am 15. Dezember 2007 verurteilt worden und haben nur sechs Monate später schon wieder zugeschlagen – und zwar während Ihrer Bewährungszeit.“ Die Tat selbst wertete der Richter so: „Das war ganz schlimm, was Sie da gemacht haben.“

Was aus Sicht von Verteidiger Roman von Alvensleben für den Wiederholungstäter spricht, ist, dass er sich nach der letzten Tat freiwillig in psychotherapeutische Behandlung begeben, ein Anti-Aggressionstraining angefangen und ein Geständnis abgelegt hat. Der Anwalt stellte das Strafmaß zwar in das Ermessen des Amtsgerichts, hätte sich jedoch für seinen Mandanten eine Bewährungsstrafe „als allerletzte Chance“ gewünscht. Die Staatsanwältin plädierte auf ein Jahr und acht Monate. Dieses Strafmaß hielt auch Reiner Röhricht, der Anwalt des Opfers und Nebenklägers, für angemessen.

Der Richter schickte den Angeklagten für 14 Monate ins Gefängnis. Er sagte: „Angesichts der Brutalität hätten wir leicht auch auf fünf Jahre hochgehen können“.

Die Verteidigung hat Berufung eingelegt.



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