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Investoren schweigen nachhaltig

Schicke Mühlen – mehr als eine Idee?

HAMELN. Nichts ist von den Investoren, die vor über eineinhalb Jahren die alten Wesermühlen am Hafen gekauft haben, herauszubekommen, wenn sie nach dem Stand der Planungen gefragt werden. Unbefriedigend für alle Beteiligten.

veröffentlicht am 10.10.2017 um 13:32 Uhr
aktualisiert am 11.10.2017 um 11:16 Uhr

Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
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Etwa 6528 Stunden ist es her, dass es zum Stand der Planungen für die Sanierung und Umgestaltung der ehemaligen Kampffmeyermühlen am Hafen eine Stellungnahme seitens der Ansprechpartner gab, die da lautete: „… dass keine Informationen… herausgegeben werden können“. So hatte es Robert Friedel, Sprachrohr des Schweizer Architekten Dr. Avni Halili, erklärt, der mit dem Großprojekt befasst sein soll. Die Antwort auf eine erneute Nachfrage fällt heute kaum anders aus.

Ein kurzer Rückblick: Im Januar 2016 wurden die Mühlen an Goldstreet Invest verkauft. Gleich im Februar wurde den Hamelnern Politikern Pläne vorgelegt, die beeindrucken konnten. Schick und supermodern erschien der Industriekomplex am Wasser, der exklusive Wohnungen, Gastronomie, anderes Gewerbe beheimatet – auf dem Papier. Ob seither an den Plänen weitergearbeitet wurde, ob es ein tragfähiges Refinanzierungskonzept gibt, ob der Investor das Interesse an der Entwicklung der Brache bereits verloren hat, ist nicht in Erfahrung zu bringen.

Der Architekt selbst beantwortet eine Anfrage nicht. Wieder ist es Robert Friedel, der per Mail reagiert: „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass einstimmig beschlossen wurde, vorerst und bis auf Weiteres keine Informationen der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Ich bitte dies zu respektieren.“ Zweieinhalb Wochen zuvor hatte seine Antwort noch auf mehr hoffen lassen: Er verwies auf noch anstehende Termine, nach denen „Sie mich gerne noch einmal kontaktieren“ können.

Viel mehr als nichts bezüglich des Planungsstandes hat auch Hamelns Stadtbaurat Hermann Aden nicht zu bieten. Ihm sei in einem Gespräch, das er im Sommer gesucht und geführt habe, zugesichert worden, dass „Goldstreet Invest sich ab August/September planerisch verstärkt damit befassen“ werde. Sollte sich bis November keiner rühren, wolle er erneut nachhaken, kündigt Aden an.

Unbefriedigend ist die Situation aus Sicht der Stadtplaner allemal. Zwar seien die Entwicklungen an den alten Wesermühlen nicht ausschlaggebend für weitere Planungen am Hafen, doch eine 21 000 Quadratmeter große Industriebrache macht die Stadt nicht attraktiver. Die Ansprechpartner, die Aden hat, seien „zu allen Terminen auch eingeladen gewesen“, wenn die Zukunft des Hafengeländes auf der Tagesordnung stand wie beispielsweise zu Gesprächen mit den Anwohnern. Gekommen sei nie jemand.

Dass Robert Friedel und Co. auch kein Interesse an wiederkehrenden Medien-Nachfragen haben, wird in seinem Abschlusssatz deutlich: „Wir würden, sofern wir etwas zu berichten haben, uns dann direkt bei Ihnen melden.“

Mein Standpunkt
Birte Hansen
Von Birte Hansen

Von einer großen Kletterwand an der Fassade bis zum Abriss der Silos – die Ideen der Hamelner für die Mühlen im Rahmen von „Hameln 2030“ waren vielfältig. Leider können aber die Stadtplaner nichts anderes machen, als zu hoffen, dass die Investoren ihre Pläne verwirklichen und sie nicht vor der Herausforderung, die eine zukunftsträchtige Entwicklung eines solchen Objekts ist, in die Knie gehen. Das Schweigen jedenfalls vermittelt leider nicht den Eindruck, als pulsiere dort bald das Leben.

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