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Fledermäuse übernehmen von den Schwalben die Insektenjagd / Heute Exkursion mit Experten vom Nabu

Schichtwechsel am abendlichen Himmel über Hameln

Hameln (red). An lauen, noch hellen Sommerabenden ist das Geschehen am Himmel besonders gut zu beobachten: Zwischen den letzten noch jagenden Schwalben erscheinen Schnellflieger, die zwar ähnlich, aber doch etwas anders aussehen und fliegen – es ist Schichtwechsel bei den Insektenjägern der Lüfte. Mit zunehmender Dunkelheit schwindet der Jagderfolg der Augenjäger wie Schwalben und Mauersegler, und es kommt die Zeit der Ultraschall-Echojäger, der Fledermäuse, die dann aus ihrer Tageslethargie erwachen.

veröffentlicht am 30.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 16:21 Uhr

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Die ersten Nachtarbeiter bei der Schicht sind Abendsegler, die unter den Fledermäusen die Hoheitsrechte des freien Luftraums gepachtet haben und mit den Mauerseglern leicht zu verwechseln sind. In der Höhe oberhalb der Baumkronen stellt sich ihnen nichts in den Weg. Die Echoortung der Abendsegler ist diesem Jagdraum angepasst: Um bei ihrem rasanten Flug möglichst weit „vorauszuschauen“, nutzen sie sehr laute niederfrequente Ultraschallrufe, die von der Luft weniger gedämpft werden. Im freien Luftraum ist jedes zurückkommende Echo gewöhnlich ein potenzielles Beuteinsekt. „Die Ultraschallrufe der Abendsegler erreichen den Schalldruck eines Presslufthammers. Nur Kinder mit noch unbelastetem Gehör können die bei 15 bis 18 Kilohertz liegenden Rufe der Abendsegler noch wahrnehmen – es ist der obere Grenzbereich der menschlichen Hörfähigkeit“, erläutert Rainer Marcek, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Fledermausschutz in Hameln.

Die langen, schmalen und spitzen Flügel der Abendsegler sind darauf abgestimmt, schnell zu fliegen. Ein enges Manövrieren in der Vegetation liegt den „schnellen Riesen“ nicht, denn mit einer Größe bis 85 Millimetern sind sie neben dem Mausohr die größte heimische Fledermausart. Nicht nur die Flügel, auch das kurze, eng anliegende Fell ist auf gute Aerodynamik getrimmt. Abendsegler sind schnell und ausdauernd: Bei den Ausflügen zur nächtlichen Beutejagd erreichen sie mühelos Geschwindigkeiten von 50 Stundenkilometern. Die Abendsegler gehören zu den im Herbst wandernden Arten und legen dabei Distanzen von 1600 und mehr Kilometer zurück, um ihre Überwinterungsquartiere zu erreichen.

„Beide Abendseglerarten haben ihre Wochenstubenquartiere mit Vorliebe in Baumhöhlen der Marke Specht. Der leistet als Baumeister die Vorarbeit, Pilzbefall und witterungsbedingte Stammrisse bewirken ein Übriges, so dass die verwaisten Spechthöhlen von Fledermäusen als Nachmieter bezogen werden können. Der Mietvertrag wird aber nicht auf Lebenszeit abgeschlossen.

Viele, vor allem baumbewohnende Fledermausarten, wechseln ihre Quartiere während des Sommers“, weiß Marcek. Den Abendseglern dienen Baumhöhlen nicht nur als Kinderstube, sondern auch als Balzquartier im Herbst und manchmal sogar als Überwinterungsmöglichkeit. Sie leben in der insektenarmen Zeit von ihren im Sommer angefressenen Fettreserven und ruhen den Winter über in dichten Trauben eng aneinander in der Baumhöhle. „Dabei wärmen sie sich gegenseitig, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen“, erklärt der Fledermausexperte.

Im August kann man Abendsegler, Maus- und Langohren, Zwergfledermäuse und andere heimische Fledermausarten auf den Veranstaltungen zur 16. Internationalen Fledermausnacht entdecken. Auch in Hameln findet eine Exkursion statt. Nach einer kurzen Einführung wird bei einer Exkursion auf dem Werder mit dem Bat-Detektor nach den Jägern der Nacht Ausschau gehalten. Treffpunkt ist die Brücke zum Werder am heutigen Freitag um 21 Uhr. Gegen 21.30 Uhr beginnt die Exkursion. Es können Taschenlampen mitgebracht werden. Informationen unter www.batnight.de oder www.NABU-hamelnpyrnomt.de

Lautlose Jäger: Jetzt erobern Fledermäuse den Luftraum über Hameln.

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