weather-image
23°

Besucher bleiben im Fahrstuhl stecken / Intensivstation abgemeldet / Menschenkette gebildet

Schicht im Schacht – Kurzschluss in Klinik

Hameln (ube). Ein vermutlich durch Schlagregen verursachter Kurzschluss hat in der Nacht zu gestern für Aufregung im Kreiskrankenhaus an der Weser gesorgt – und Folgen gehabt: Drei Besucher saßen in einem Fahrstuhl fest, die Intensivstation war nur noch über Treppen erreichbar – sie wurde deshalb bei der Rettungsleitstelle für mehrere Stunden abgemeldet. Zudem mussten vier geplante Operationen in andere Säle verlegt und Speisen per Menschenkette zu den Patienten gebracht werden.

veröffentlicht am 27.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 04:41 Uhr

Blick in den Fahrstuhlschacht: Wasser läuft an den Wänden herunt
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Notfall-Manager der Klinik, Stefan Bode, ließ Mitarbeiter von zu Hause holen. Er forderte zudem den Medizin-Manager, die Pflegedienstleitung, die Bauleitung und einen Reparaturtrupp an. Gemeinsam wurde am frühen Morgen nach Lösungen gesucht.

Regenwasser legt Technik lahm

Glück hatten die drei Besucher, die ihren Angehörigen auf der Intensivstation besucht hatten und in einem der beiden Fahrstühle festsaßen. Sie mussten nicht lange warten. Weil zunächst nur ein leerer Aufzug ausgefallen war und ein Störungssignal aufgelaufen war, befand sich Techniker Andreas Perz von der Rufbereitschaft bereits im Maschinenraum und suchte nach der Fehlerquelle. Als dann der zweite Fahrstuhl mit den drei Personen stecken blieb, war er rasch zur Stelle. Andreas Perz hatte das Pfeifsignal gehört, das die Festsitzenden durch einen Druck auf den Notrufknopf ausgelöst hatten. Per Hand seien die Leute zur nächsten Etage hinabgelassen und dort „befreit“ worden, so Klinik-Sprecher Peter Höxter. Bei der Suche für die Ursache des Totalausfalls hörte Perz ein Plätschern. Er entdeckte, dass Wasser von der Baustelle in den Fahrstuhlschacht lief. Feuchtigkeit hatte offenbar zu einem Spannungsbogen geführt. Folge: Die Elektrik streikte – nichts ging mehr. Vieles musste in diesen Stunden organisiert und improvisiert werden. Problematisch war, dass zurzeit im Sockelgeschoss der Durchgang zwischen Alt- und Neubau wegen Bauarbeiten gesperrt ist. „Wir haben deshalb im neuen Bereich zurzeit nur zwei Fahrstühle zur Verfügung. Aber die waren ja ausgefallen“, sagte Bode. Die Ver- und Entsorgung sicherzustellen, erwies sich als Problem, da sowohl das Essen für die Patienten als auch der Müll und die Wäsche nur noch zu Fuß verteilt werden konnten. Und das über drei Etagen.

„Die Mitarbeiter haben Hand in Hand gearbeitet“

Anfangs war unklar, über welchen Zeitraum sich die Reparaturarbeiten hinziehen würden. „Die Servicetechniker mussten die feuchten Elektronikbauteile trocken föhnen. Ansonsten hätte es ja gleich wieder gefunkt“, sagte Bode. Das Krisenteam dachte bereits über weitere Notfallmaßnahmen nach. „Bei einem längeren Ausfall des Systems hätten wir wohl die Feuerwehr und den Rettungsdienst zur Unterstützung anfordern müssen“, sagte Bode. Eingriffe an Patienten hätten in diesem Ausnahmefall im Operationssaal der Abteilung an der Wilhelmstraße durchgeführt werden können. Für den Patiententransport wären allerdings Krankenwagen benötigt worden.

Am frühen Vormittag lief zumindest wieder ein Fahrstuhl. „Die Aktion war anstrengend, aber erfolgreich. Alle Mitarbeiter haben Hand in Hand gearbeitet, keine Operation ist ausgefallen, niemand ist zu Schaden gekommen“, sagte Bode.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?