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Baugebiet „Auf der Linkworth“ in Tündern vor dem Aus / Realverband blockiert Pläne für Zufahrt

Scheitert es an 46 Metern Feldweg?

Tündern. Der dritte Abschnitt des Baugebiets „Auf der Linkworth“ in Tündern steht kurz vor dem Aus. Zwar haben Stadt und Anwohner inzwischen einen Kompromiss über die Zuwegung zu den insgesamt 36 Bauplätzen geschlossen. Doch der Realverband Tündern beharrt weiter auf seiner Position und will einen Wirtschaftsweg in Verlängerung zur Langen Straße nicht verkaufen, der für den Bau der südlichen Zufahrt notwendig wäre. Während die Stadt inzwischen sogar offen über eine Enteignung nachdenkt, ist die Politik verärgert.

veröffentlicht am 16.02.2016 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 19:21 Uhr

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Autor:

Andreas Timphaus
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Gestritten wird konkret um einen 46 Meter langen Feldweg, über den bisher während der Erntezeit landwirtschaftliche Fahrzeuge zu den Äckern gelangen. Die Stadt will den Weg vom Realverband kaufen, um von dort aus die südliche Zufahrt zu den Bauplätzen einzurichten. Schon länger gibt es Zwist um die Zuwegung zu dem Bauabschnitt. Nach einem Runden Tisch im November des vergangenen Jahres schien eine Lösung gefunden. Gemeinsam mit Anwohnern aus der Umgebung sowie dem Realverband hatte die Verwaltung einen Kompromiss erarbeitet. Dieser sieht vor, dass insgesamt zehn Bauplätze von Norden über die vorherigen Bauabschnitte erschlossen werden. 26 Bauplätze des dritten Abschnitts sollen über eine südliche Ausfahrt angefahren werden - wozu der Ankauf des Feldwegs nötig ist. Um die Lange Straße zu entlasten, sollten die Baufahrzeuge möglichst über den Lawerweg fahren.

Stadt prüft Option,

den Realverband zu enteignen

„Der Gespräche waren sehr produktiv. Wenig später hat uns der Realverband aber eine klare Absage erteilt“, berichtete Stadtbaurat Hermann Aden im Ausschuss für Stadtentwicklung. Er habe derzeit „nicht sonderlich große Hoffnung“, dass sich die Parteien noch einigen könnten. „Zwar heißt es, Eigentum verpflichtet. Aber ich kann niemanden zum Notar prügeln“, sagte Aden. Tünderns Ortsbürgermeisterin Elke Meyer (SPD) war sichtlich verärgert: „Ich habe kein Verständnis mehr für den Realverband. Es geht hier um die Zukunft Tünderns.“ Viele junge Familien stünden Schlange und warteten darauf, dass es endlich losgehe mit dem Bauen. Auch Werner Sattler (SPD) meinte: „Mit dem Baugebiet ziehen wir Neubürger an.“ Wohl stellvertretend für viele Ausschussmitglieder fragte Hans Wilhelm Güsgen (FDP): „Der Bauabschnitt wird von den Bürgern gewünscht. Warum stellt sich der Realverband quer?“

Laut Aden befürchtet der Realverband, dass die Lange Straße bei der jetzigen Planung zu sehr belastet werde. Der anwesende Vertreter des Realverbandes, Friedrich Wilhelm Kropp, erklärte: „Die Stadt hat immer von unserer Haltung gewusst.“ Aus seiner Sicht sei der Fehler bereits bei der Planung gemacht worden. Aden erklärte, dass die ersten Skizzen bereits 1996 angefertigt wurden. „Die Bedeutung der paar Meter Weg wurden damals deutlich unterschätzt“, gab er in der Rückschau zu. Dem Bau einer separaten Straße für das Baugebiet oder sogar einer möglichen Tunnelvariante erteilte Aden eine klare Absage. „Das ist viel zu teuer und steht in keinem Verhältnis. Wir wollen nicht im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes auftauchen“, sagte der Stadtbaurat.

Eine letzten Option hätte die Stadt noch: eine Enteignung. „Das Baugesetzbuch bietet die ausdrückliche Möglichkeit der Enteignung. Wir prüfen, ob diese Möglichkeit zur Sicherstellung der Erschließung des dritten Bauabschnitts des Baugebiets Linkworth gegeben ist. Es ist also eine Option, es ist aber noch nicht abschließend geprüft, ob sie zur Anwendung kommen wird“, teilt eine Stadtsprecherin mit. Aden gab sich hinsichtlich dieser Möglichkeit skeptisch. „So werden wir nicht weiterkommen.“ Inzwischen seien Gespräche auf höherer Ebene ins Auge gefasst, um doch noch eine Lösung zu finden. „Wenn es nicht klappt, dann hat sich das Thema erledigt.“

Info: Junge Familien wollen nach Tündern

50 Bewerber hatten seit Anfang 2014 bei der Sparkasse Hameln-Weserbergland ihr Interesse für ein Areal im dritten Abschnitt des Baugebiets „Auf der Linkworth“ bekundet. „Vom Sommer 2015 bis jetzt waren es gut 15 Interessenten“, teilt André Horstmeyer mit. Bei den Kontakten handelte es sich überwiegend um „junge Paare oder Familien“, sagt der Mitarbeiter der Sparkasse und dort zuständig für Immobilienangelegenheiten. 39 Interessenten kommen laut Horstmeyer aus Hameln, vier aus dem Umland und sieben Bewerber haben ihren Wohnsitz außerhalb des Landkreises. Von einem Aus für den Bauabschnitt will Horstmeyer noch nicht ausgehen. „Wir sind guter Dinge, dass wir einen Kompromiss finden.“ Ein Scheitern der Pläne hätte keine direkten Folgen für die Sparkasse. „Sollte sich der dritte Bauabschnitt nicht realisieren lassen, müssten eventuell andere Standorte in Erwägung gezogen werden“, sagt er. Man sei derzeit auf der Suche nach Alternativen.at



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