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Spendenlauf im September

Scheck an Erkrankte überreicht: ESS-Schüler erlaufen über 11.200 Euro

HAMELN. Beim Spendenlauf der Elisabeth-Selbert-Schule sind 11.272 Euro für den Mukoviszidose e.V. zusammengekommen. Die erkrankte Nadine Narounigg nahm den Scheck am Donnerstag entgegen. Ihre Geschichte trieb die Schüler an.

veröffentlicht am 22.11.2018 um 15:15 Uhr
aktualisiert am 22.11.2018 um 19:21 Uhr

Janine Meyer und Hado Yun übergeben Nadine Narounigg (rechts) den Scheck der Elisabeth-Selbert-Schule. Foto: mo
Muschik, Moritz

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Hado Yun erinnert sich noch gut an eine Partynacht in Hannover. „Wir waren mit Nadine feiern und haben bis sechs Uhr morgens getanzt“, erzählt der Lehrer der Elisabeth-Selbert-Schule. Er wusste, dass er am Tag danach müde sein würde. „Aber das war nichts gegen das, was Nadine durchmachen muss“, sagt er. Seit ihrer Geburt leidet Nadine Narounigg an Mukoviszidose. 2016 wurde ihr eine Lunge transplantiert. Hado Yun kennt die 43-Jährige schon lange.

Es war in der Medizinischen Hochschule Hannover. Hado Yun arbeitete dort als Physiotherapeut – und behandelte Nadine Narounigg, seine erste Patientin mit Mukoviszidose. „Wir haben uns angefreundet, er hat mir Skifahren beigebracht“, erzählt Narounigg. Als sie anderthalb Jahre alt war, wurde die unheilbare Erbkrankheit bei ihr diagnostiziert.

Bis zu 8000 Menschen in Deutschland sind von Mukoviszidose betroffen. Durch eine Störung des Salz- und Wassertransports in die Körperzellen bildet sich in den Patienten ein zähflüssiges Sekret, das Organe wie die Lunge, Bauchspeicheldrüse, Leber und Darm schädigt. „Vor zwei Jahren ist meine beste Freundin an der Krankheit gestorben“, sagt Narounigg. „Danach ging es bei mir bergab.“

Sie kennen sich seit Jahren: Hado Yun und Nadine Narounigg. Co-Organisatorin Janine Meyer (oben) hält das Plakat vom Mukoviszidose e.V. Foto: mo
  • Sie kennen sich seit Jahren: Hado Yun und Nadine Narounigg. Co-Organisatorin Janine Meyer (oben) hält das Plakat vom Mukoviszidose e.V. Foto: mo

Sie verkörpert eine Mischung aus Freude am Leben und Disziplin. Bei ihr habe ich noch nie Verbitterung gespürt.

Lehrer Hado Yun über Nadine Narounigg

In der Aula der Elisabeth-Selbert-Schule erzählt sie davon, dass sie sich kaum allein anziehen oder gehen konnte. „Es war so, als würde ich mit einer dauerhaften Lungenentzündung leben“, sagt sie. Schließlich wurde eine Lungentransplantation notwendig. Für das Spenderorgan ist sie sehr dankbar. Die transplantierte Lunge eines verstorbenen Menschen änderte ihr Leben. „Ich wusste vorher nicht, wie es ist, frei zu atmen“, sagt sie. Ihr Körper nahm das fremde Organ gut an. Dennoch muss sie sich weiter therapieren lassen, besonders auf Hygiene achten – und 30 Tabletten pro Tag nehmen. „Sie verkörpert eine Mischung aus Freude am Leben und Disziplin“, sagt Hado Yun. Bei ihr habe er noch nie Verbitterung gespürt. Für den Lehrer der Elisabeth-Selbert-Schule war der Spendenlauf für den Mukoviszidose e.V. daher eine Herzensangelegenheit.

Zusammen mit Janine Meyer organisierte er den Lauf im September. Schüler hatten sich Sponsoren gesucht, die jede gelaufene Runde um das Hochzeitshaus mit einem festen Betrag honorieren. 11.272 Euro sind zusammengekommen. „Wir sind stolz und froh, dass diese hohe Summe durch das Engagement unserer Schüler und Lehrkräfte zustande gekommen ist“, sagt Schulleiterin Gisela Grimme.

Die Schüler habe besonders motiviert, dass Nadine Narounigg zuvor in der Schule über das Leben mit der Krankheit berichtet hat. „Wir kämpfen alle für sie“, sagt ein Sprecher der Schülervertretung bei der Scheckübergabe in Richtung der Erkrankten. Bei hohen Temperaturen sind zwei Schüler sogar mehr als 100 Runden in der Hamelner Innenstadt gelaufen, um die Spendensumme zu erhöhen. „Ich hätte nie damit gerechnet, dass so viel Geld zusammenkommt“, meint Hado Yun, als er zusammen mit Janine Meyer der Erkrankten den Scheck für den Mukoviszidose e.V. überreicht. Das Ziel des Vereins ist, jedem Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit der Krankheit zu ermöglichen. „Ich bin total begeistert“, sagt Narounigg schließlich mit dem großen Scheck in der Hand. Und hinter ihrem blauen Mundschutz ist ein Lächeln zu erkennen.



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