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Oldenburger Fälle beunruhigen

Schadstoffe in Bima-Häusern

HAMELN. Hohe Schadstoffwerte in den Dachböden ihrer Wohnungen haben Mieter in Oldenburg aufschrecken lassen. Dort hatte die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die Mieter nicht unverzüglich über die Belastung durch Holzschutzmittel informiert. Wie sieht es mit den Bima-Häusern in Hameln aus?

veröffentlicht am 19.08.2018 um 19:59 Uhr

135 Wohneinheiten, hauptsächlich in der Nordstadt, besaß die Bima zwischenzeitlich. Die ehemals von den Briten genutzten Wohnungen wurden an den Landkreis verkauft. Foto: Archiv/Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Auch in Hameln besaß die Bima zahlreiche Wohneinheiten in Häusern, die sie inzwischen alle verkauft hat. 135 waren es insgesamt, hauptsächlich in der Nordstadt, die einst von den britischen Streitkräften und ihren Angehörigen genutzt wurden. Verkauft wurden die Häuser an den Landkreis Hameln-Pyrmont, der seinerseits verkaufte vor wenigen Monaten 25 Häuser an die städtische Tochtergesellschaft für Sozialen Wohnungsbau und Projektmanagement (GSW) und an privat. Rund 12 Millionen Euro hat die Bima nach eigenen Angaben mit dem Verkauf erzielt.

Die Bima erklärt auf Anfrage der Dewezet, dass „sämtliche zum Verkauf stehenden Wohnhäuser in Hameln“ von einem Sachverständigenbüro untersucht worden seien. Augenmerk lag dabei laut Bima auf Belastungen durch die Gebäudeschadstoffe PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und Asbest. Die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen seien allen Kaufinteressenten „in vollem Umfang zur Verfügung gestellt worden, einschließlich der darin enthaltenen Handlungsempfehlungen bei festgestellten Belastungen“. Die Frage, ob erhöhte Schadstoffwerte gemessen wurden, beantwortet die Bima nicht. Zu Einzelfällen könnten keine weiteren Auskünfte erteilt werden. Der Landkreis Hameln-Pyrmont als Käufer wird etwas deutlicher. Demnach ist ein gewisser Schadstoffgehalt gemessen worden – es seien „teilweise asbesthaltige Bauteile wie Fensterbänke und Luftkanäle gefunden worden“, erklärt die Sprecherin des Landkreises Sandra Lummitsch. „Aufgrund der fest gebundenen Form (Asbestzement) stellen sie nach den Gutachten aus dem Jahr 2015 keine Gefährdung dar.“

In Oldenburg schlagen die Wogen noch immer hoch. Der Bima lagen die Untersuchungsergebnisse offenbar bereits Ende April vor: Demnach hatte ein Gutachter in mehreren Häusern eine erhebliche Lindan-Belastung festgestellt, wie der NDR berichtete. Diese Erkenntnis war jedoch nicht umgehend mit den Mietern geteilt worden. Als Grund nennt die Bima, dass eine zweite Untersuchung erst Klarheit bringen sollte, um die Mieter nicht zu verunsichern. Ein zweites Gutachten habe laut Bima ergeben, dass es in der Raumluft keine gesundheitsbedenklichen Lindan-Werte gebe, heißt es auf der Internetseite des NDR. Die betroffenen Bewohner haben Strafanzeige wegen „vorsätzlicher Körperverletzung durch Unterlassen“ gegen die Bundesanstalt gestellt.



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