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Sauberere Luft in Hameln erst später?

veröffentlicht am 05.06.2009 um 18:28 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Deisterstraße

Hameln (mafi). Hameln will sich bemühen, von der Europäischen Union einen Aufschub bis zum Jahre 2015 bei der Umsetzung zusätzlicher Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu bekommen. Das kündigte der Erste Stadtrat Eckhard Koss im Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt an.
 Weil nachgewiesenermaßen in der Deisterstraße die Belastung mit Autoabgasen und Feinstaub über den zulässigen Grenzwerten liegt, ist die Stadt verpflichtet, bis zum Jahresende einen Luftreinhalteplan einzureichen. „Dieser Termin ist nicht haltbar. Die Kommunen sind überfordert“, beklagt Koss. So wird das Gewerbeaufsichtsamt Hildesheim (GAA) erst im Herbst seinen Abschlussbericht zur Hamelner Luftschadstoffkonzentration vorlegen. GAA-Dezernatsleiter Rolf-D. Mummenthey hält es für nötig, zunächst zusätzliche Messungen an Problempunkten in Hameln – etwa auch an der Fischbecker Straße – vorzunehmen. Es soll auch einberechnet werden, dass die Fahrzeugflotte „sauberer“ geworden ist als bisher berücksichtigt. Zudem könne die Südumgehung künftig eine Entlastung bringen.
 Koss bestätigte: „Mit der Südumgehung hätten wir neue Möglichkeiten.“ Soll heißen: Bleibt der Durchgangsverkehr vor der Stadt, dürfte die Schadstoffkonzentration im Zentrum teils von allein unter die Grenzwerte sinken. Koss will deshalb „um die Südumgehung kämpfen“. Deren Bau darf wegen Naturschutzbedenken noch nicht begonnen werden. „Sind Flora und Fauna an der Südumgehung wichtiger als die Menschen in der Innenstadt?“, fragte der Vizechef des Rathauses provokativ.
 Ratsfrau Christa Bruns (SPD) empfiehlt, die Luftreinhaltung als „Druckmittel“ auf die Bundespolitik zu nutzen, die Südumgehung zügig zu bauen. Ralf Wilde, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, hält eine mit dem Klimaschutz begründete Beschleunigung des Projektes für denkbar; andernorts habe dies geklappt.



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