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Satirische Gratwanderung

Satiriker und Pferdetherapeut Wolfgang Gnesner hatte es nicht leicht im Forsthaus Finkenborn. Mit seiner Show „Das gestörte Verhältnis zwischen Mensch und Pferd“ versuchte er, 100 Pferdeliebhaber aus der Reserve zu locken. Die nahmen seine satirischen Gehversuche mal humorig, mal etwas ernster.

veröffentlicht am 18.02.2018 um 15:58 Uhr

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Autor:

Peter Höxter
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HAMELN. Satiriker und Pferdetherapeut Wolfgang Gnesner hatte es nicht leicht im Forsthaus Finkenborn. Mit seiner Show „Das gestörte Verhältnis zwischen Mensch und Pferd“ versuchte er, 100 Pferdeliebhaber aus der Reserve zu locken. Die nahmen es mal humorig, mal etwas ernster. Aber: Mit Satire im Reitermilieu ist Gnesner auf Deutschlands Bühnen auch der Erste. Vielleicht hatten einige mehr Therapie als Satire erwartet: Nur sechs Reiter aus dem Publikum gaben an, keine Probleme zu haben. Viele erkannten sich wieder in den Schilderungen des Reiterlebens. Angefangen bei der Weigerung des Pferdes in den Hänger zu gehen bis zur Vermenschlichung des Pferdes mit putzigen Spitznamen.

Gnesner nimmt die Zuschauer in bildhafter Sprache mit auf die Weide und benennt die Möhre als Schlüssel vieler Probleme. Allerdings könne auch die Möhre Unheil anrichten, wenn das Pferd beim Begehren der Köstlichkeit dem Reiter auf den Fuß trete. Anders als manch andere Satiriker nimmt sich Gnesner oft selber nicht aus, wenn es darum geht, den Finger in die Wunde zu legen. Gnadenlos schildert er seine ersten Versuche, im Alter von 26 Jahren nach einer Karriere im Motorrad-Speedway im Reiterleben Fuß zu fassen – und wie er dabei einen Fauxpas nach dem anderen produzierte.

Das hat sich inzwischen geändert, Gnesner ist t ein anerkannter Therapeut für Problempferde. Doch genau diese Reputation machte es ihm schwer, das Eis zwischen sich und dem Publikum zu brechen. Empfehlungen wie „Willst du Mädels, werde Reiter, denn so viel Auswahl und so wenig Konkurrenz hast du nirgends!“ konnten nur bei einem Teil des Publikums ein Lachen hervorbringen.

„Mir ist klar, dass meine Satire keine Schlag-auf-Schlag-Comedy ist“, erklärt Gnesner. „Ich überspitze und karikiere das Verhältnis Reiter und Pferd. Und ich polarisiere damit natürlich auch. Siebzig Prozent mögen das, dreißig Prozent mögen es gar nicht.“

Und damit liegt Pferdetherapeut mit satirischen Ambitionen gar nicht so falsch. Während die Reiterinnen Ulla und Petra aus Hannover den Vortrag zwar inhaltlich oft teilen können, finden sie es insgesamt etwas zäh. Ganz anders Maja aus Hameln, die sich köstlich amüsiert und in den Schilderungen viele Charaktere aus Ihrer Reitumgebung wiederfinden kann.

Als Fazit bleibt: Es ist nicht einfach, sich mit Humor in einer Schar von Fachleuten eines anspruchsvollen Hobbys zu bewegen, die wohl etwas ernstere Ansätze erwartet hatten.



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