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Waschräume und Toilettenanlage kosten in Tündern mindestens 100 000 Euro

Sanierungsstau in der Kita

Tündern. Die Überraschung war groß, als Isabella Gifhorn, die neue Leiterin der Abteilung Bauen und Planen der Stadt Hameln, sich beim Tagesordnungspunkt „Sanierung der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Tündern“ zu Wort meldete. Zuvor hatten Ortsbürgermeisterin Elke Meyer und die Kita-Leiterin Jessica Többens dem Ortsrat ihr Leid über den Zustand der Kindertagesstätte geklagt. „Das haben wir doch alles für dieses Jahr in der Planung“, erklärte die Rathausmitarbeiterin. „Allein für die Sanierung der Sanitärräume sind im Haushalt 100 000 Euro etatisiert.“

veröffentlicht am 16.04.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Offenbar in Unkenntnis sowohl der Kita-Leitung als auch des Kirchenvorstands und des Ortsrates war im vergangenen Jahr von der Verwaltung beschlossen worden, sich der teilweise maroden Immobilie, der ein jahrelanger Sanierungsstau attestiert werden muss, anzunehmen. Beispielsweise wird der rund 26 Meter lange Kita-Flur mit verdunkeltem Parkett und stark abgenutzten Bereichen vor den Türen der Gruppenräume renoviert. Geschätzte Kosten für Abschleifen und Versiegeln: mindestens 1500 bis 2000 Euro. Wichtigster und teuerster Punkt aber dürfte die Sanierung der Waschräume und Toilettenanlagen werden, in denen etliche Kacheln im Verlauf der Jahrzehnte zu Bruch gegangen sind und die Sicherheit der Kinder durch scharfe Kanten gefährden.

Unhaltbar scheint auch der bauliche Zustand der Kindertoiletten zu sein: Muss eine Kindergärtnerin eine Toilettentür öffnen, um einem Kind zu helfen, muss es sich vom Toilettensitz erheben und sich neben die Toilette stellen, damit die Helferin überhaupt den kleinen Raum betreten kann. Erstaunlich, dass für die Räume bei dieser Enge überhaupt eine Betriebserlaubnis als Kita erteilt wurde. Den vom Land vorgegebenen Standards können sie jedenfalls nicht entsprechen. Außerdem seien die Toilettentüren scharfkantig und stellten damit ebenso wie die angebrochenen Fliesen eine Verletzungsgefahr für die Kinder dar.

Starke Mängel weisen in der Kita auch die Fußböden in zwei Gruppenräumen auf. Kita-Leiterin Jessica Többens listet dabei Löcher im Linoleum und einen Wellen schlagenden Teppichboden auf, der kaum stolperfrei begangen werden kann und bereits 20 Jahre alt sein soll. Vom Notausgang der Krippe fehle noch immer das Tor zum Sammelplatz. Versprochen worden seien der Kita auch neue Lampen im Bewegungsraum, weil die derzeit angebrachten Beleuchtungskörper „definitiv nicht für einen Bewegungsraum geeignet sind“.

Die Mängelliste, die Jessica Többens führt, weist aber noch weitere Problemstellen auf, die sie der Stadt noch nicht gemeldet hat. So seien die Türen zum Spielplatz vollkommen undicht und zugig; jederzeit könne bei Starkregen Wasser eindringen. Die Flure seien dunkel, die Elektrik im Vorderraum undurchsichtig, die Decke im Mitarbeiterraum dunkel, der Raum selbst für Mitarbeiterbesprechungen mit den momentan elf Mitarbeitern viel zu klein, der Fußboden in der Krippe zu kalt, die Elektrik teilweise unsicher, die Zahl der Steckdosen zu gering und das WC für die Erwachsenen kalt, unschön und mit einer Glastüre wenig intim.

Der Ortsrat und die Besucher der Sitzung zeigten sich höchst überrascht, dass für die Sanierung der Sanitärräume 100 000 Euro zur Verfügung stehen, „wo wir im Rat um Beträge von 5000 Euro streiten“, wie Herbert Habenicht (FDP) erklärte. „Das sind Mittel, die aus dem Vorjahr stammen“, erläuterte Isabella Gifhorn. Was alle Maßnahmen, die noch in diesem Jahr in der Kita abgeschlossen würden, zusammen kosten werden, könne sie erst nach der Abrechnung sagen.

Viel zu schmal: Wenn ein Kind auf der Toilette sitzt, kann die Tür nicht mehr geöffnet werden – in einer Kita durchaus nötig, wenn die Erzieherin helfen muss.wft



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