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Ob es zu Plänen der Landesregierung passt, will Kultusminister Tonne prüfen lassen

SAM-Schulprojekt soll Schule machen

HAMELN. Hoher Besuch aus Hannover: Kultusminister Grant Hendrik Tonne war gestern in der Klütschule und hat sich im Rahmen einer Bereisung das Schulprojekt des Vereins Sozial – Aktiv – Menschlich e.V. (SAM) vorstellen lassen. Ziel ist Anerkennung und Unterstützung vom Land.

veröffentlicht am 09.11.2018 um 18:14 Uhr
aktualisiert am 09.11.2018 um 21:00 Uhr

„Hartnäckig“ seien die beiden Landtagsabgeordneten Uli Watermann und Dirk Adomat (beide SPD), meint Grant Hendrik Tonne (Mitte).
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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Hoher Besuch aus Hannover: Kultusminister Grant Hendrik Tonne war gestern in der Klütschule und hat sich im Rahmen einer Bereisung das Schulprojekt des Vereins Sozial – Aktiv – Menschlich e.V. (SAM) vorstellen lassen. Auch der Handelslehranstalt und dem Projekt „Ohne Bewegung keine Sprache“ stattete er einen Besuch ab. Eingeladen hatten die beiden heimischen Abgeordneten Uli Watermann und Dirk Adomat (beide SPD).

Aus dem einst kleinen Projekt mit acht Stellen hat sich in 12 Jahren ein flexibles Netzwerk entwickelt, ohne das die Schullandschaft im Landkreis schwerlich auskäme. Beteiligt sind der Verein SAM, über 40 Schulen und die Impuls GmbH. Nächste Ziel ist die Anerkennung und Unterstützung durch das das Niedersächsische Kultusministerium.

Das Schulprojekt hat einen langen Weg hinter sich, geprägt von viel ehrenamtlicher Arbeit und einer immerwährenden Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten. Als Sabine Brakemeier, pädgogische Leiterin der Impuls GmbH und Vorsitzende von SAM, ihre Arbeit mit Langzeitarbeitslosen begann, bekam sie zu hören: „Das klappt doch nie.“ Das habe sie zum Nachdenken gebracht, sagt Brakemeyer.

Heute beschäftigt Impuls 147 pädagogische Mitarbeiter in unterschiedlichen Bereichen. Die viel größere Besonderheit liegt aber darin, dass die Schulleitungen den Wettbewerb außen vor lassen und schulformübergreifend zusammenarbeiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Die pädagogischen Mitarbeiter können dort eingesetzt werden, wo sie wirklich gebraucht werden.

Weil es ein „innovativer Schulentwicklungsprozess ist, den wir so in Deutschland nicht haben“, wie Theresa Brust von der Universität Hildesheim betont, begleitet man das Projekt im Bereich Sozial-und Organisationspädogogik inzwischen wissenschaftlich. Ein wichtiges Ziel ist die Arbeit in multiprofessionellen Teams. Also Teams, in denen Lehrer bestmöglich mit anderen Berufsgruppen zusammenarbeiten. „Wir glauben, das könnte so auch in anderen Regionen funktionieren“, erklärte Brust.

Die Dreiecks-Organisation in Hameln arbeitet vorbildlich. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass sie damit eigentlich Aufgaben übernimmt, für die der Staat zuständig ist. Kultusminister Grant Hendrik Tonne räumte ein, dass die Politik den veränderten Herausforderungen in der Schule hinterherhinkt. In seinem Ministerium arbeite man gerade an einem Grundsatzerlass für pädagogische Mitarbeiter.

Dass man in Hameln-Pyrmont nicht warten wollte und die Sache selbst in die Hand genommen hat, würdigte er: „Es ist sehr nobel, dass Schule sich diesen Schuh anzieht.“ Eine Zusage indes machte er nicht. Der nächste Schritt bestehe darin, zu prüfen, inwieweit sich die Arbeit des Schulprojekts mit den Plänen der Landesregierung deckt. „Wenn man etwas überstülpt, besteht immer die Gefahr, dass links oder rechts etwas wegbricht“, erläuterte Tonne.

Der Kultusminister hat nun die schwierige Aufgabe, für das Modell, das vor allem durch seine Flexibilität und die große Handlungsfreiheit für Schulen besticht, einen geeigneten Rahmen zu finden. Man könnte auch sagen, er muss es behördentauglich machen. „Reibung bleibt da nicht aus“, sagte Tonne. Was bleibt, ist der Eindruck, dass die Arbeit vor Ort den Minister beeindruckt hat.

Mein Standpunkt
Dorothee Balzereit
Von Dorothee Balzereit

Kultusminister Grant Hendrick Tonne soll sich ruhig reiben in seinem Ministerium. Natürlich wird es Stimmen geben, die lieber ein kontrollierbareres Korsett von oben verordnen wollen. Herauskommen würde ein behäbiges, behördliches Konstrukt, dass unflexibel auf Bedarfe reagiert. SAM, die Schulen und Impuls machen vor, wie es besser funktioniert.



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