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Hameln orientiert sich beim Einsatz von Taumitteln an der Empfehlung des Bundesamtes

Salz statt Splitt – auch aus Umweltgründen

Hameln (mau). Das Wetter lässt es zum Jahreswechsel in Deutschland krachen: „Im Nordosten setzt bei frostigen Temperaturen kräftiger Schneefall ein, während der Westen und Süden örtlich mit starkem Dauerregen zu tun bekommt“, kündigt Diplom-Meteorologe Dominik Jung an. Wenn Schnee oder Eisregen niedergehen, wird auch wieder Salz auf die Straßen rieseln. „Damit wir nicht ein totales Verkehrschaos bei Glätte haben, müssen wir streuen – und das geht nur mit Salz“, erklärt Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes. Und er schränkt sogleich ein: „Der Umwelt zuliebe streuen wir nur auf den Hauptverkehrsstraßen mit Feuchtsalz.“ Dieses Material habe den Vorteil, dass es besser binde und nicht so schnell von fahrenden Autos abgefahren werde. Außerdem lasse es sich gezielter einsetzen. Wahmes betont: „Beim Winterdienst orientieren wir uns an den Empfehlungen des Umweltbundesamtes.“ Auf Rad- und Fußwegen werde ein Salz-Splitt-Geschmisch benutzt. Das Streugut müsse von der Straße nicht entfernt werden: Durch den Autoverkehr lande der Großteil von allein in der Gosse.

veröffentlicht am 28.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 22:41 Uhr

Bei Straßenglätte setzt Hameln auf Feuchtsalz – weil es wi
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Ganz auf das Streuen zu verzichten sei nicht möglich, heißt es bei den Verantwortlichen: „Wir haben auch viele steile Straßen im Stadtgebiet und müssen dafür sorgen, dass der Busverkehr nicht zum Erliegen kommt.“ Trotz vieler Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen sei bislang noch kein weniger umweltschädliches Auftaumittel als Salz auf dem Markt, bestätigt das Umweltbundesamt. Abstumpfende Streumittel – wie Splitt, Sand und Kies – erfordern einen deutlich höheren Energieaufwand als Salz. Sie verursachten mehreren Studien zufolge höhere Kosten und seien insgesamt – berücksichtigt man die Transportwege und die Entsorgung – aus Umweltsicht nicht besser zu beurteilen als Tausalz auf der Fahrbahn.

Die Frage der Entsorgung fällt dabei besonders ins Gewicht. Eine Wiederaufbereitung des eingesammelten Splitts kommt aus wirtschaftlichen Gründen nicht infrage. Da das wieder aufgenommene Streumittel verunreinigt ist – mit Reifenabrieb, Staub und anderem Straßenschmutz –, wäre eine kostspielige Nassreinigung erforderlich. Nur gelegentlich besteht die Möglichkeit, das „Altgranulat“ für andere Zwecke zu verwenden, zum Beispiel für den Bau von Lärmschutzwällen. Das Umweltamt empfiehlt einen „differenzierten Winterdienst“, der die dreistufige Verwendung von Streustoffen nach Straßen- und Wetterlage vorsieht und an dem sich auch Hameln orientiert:

Stufe 1: die „Nullstreuung“, bei der Schnee nur geräumt wird. Die Unfallhäufigkeit verringere sich hier durch umsichtiges Fahren.

Stufe 2: eine verstärkte mechanische Schneeräumung mit Schneeschieber oder Kehrmaschine; sie reduziert die danach eventuell noch nötige Streuung mit abstumpfenden Mitteln oder Tausalz deutlich.

Stufe 3: die Feuchtsalzstreuung; sie verringert die Salzmenge bei gleicher Wirkung gegenüber trockenem Salzgranulat.



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