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Hamelns Spielplätze sollen Kindern künftig mehr Anreize bieten / Neue Planung für den Finkenborn

Rutschen und wippen – das ist heute zu wenig

Hameln (CK). Er ist schon arg in die Jahre gekommen, doch beliebt ist er nach wie vor. Und deshalb soll der große Spielplatz am Finkenborn in diesem Jahr neu „überplant“ werden. Vermutlich schon im kommenden Jahr, so Ralf-Ulrich Böhm von der städtischen Abteilung für Grünflächen und Naturschutz, könne diese Planung umgesetzt werden, damit die Fläche wieder zeitgemäß ist.

veröffentlicht am 27.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 20:21 Uhr

Leere auf dem Spielplatz an Schlägers Teich. In seiner Umgebung
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Ansprüche haben sich gründlich geändert

In der Tat finden sich hier wie übrigens auch auf etlichen anderen Spielplätzen Hamelns viele Geräte, an denen der Zahn der Zeit schon heftig genagt hat. Das älteste stammt noch aus den 1970er Jahren; es war damals von Insassen der Jugendanstalt Hameln gebaut worden. „Einfach nur ein neuer Anstrich oder ein paar marode Teile austauschen, das bringt nichts“, ist sich Böhm sicher. Denn die Ansprüche an Spielgeräte hätten sich im Laufe der Zeit grundlegend geändert.

So befindet sich beispielsweise am Finkenborn eine alte Rutsche mit einem Leiteraufgang. „Einmal rauf, einmal runter – das war’s“, sagt Böhm. Das aber soll es gerade nicht sein: Heute gibt es Rutschen, die verschiedenartige Aufgänge haben, etwa Strickleitern, und die die Kinder unterschiedlich fordern. „Es gibt den Anspruch, dass die Kleinen Bewegungsanreize bekommen und selbst aktiv werden“, erläutert Böhm. Das alles ist am Spielplatz Finkenborn derzeit nicht gegeben. Gut angenommen wird er dennoch, wie Zahlen belegen. So hatte sich die Verwaltung die Mühe gemacht, jedem einzelnen Spielplatz eine bestimmte Anzahl von Kindern zuzuordnen, die in einem Umkreis von etwa 300 Metern wohnen. Der Finkenborn, obwohl nicht in einem Wohngebiet gelegen, ist beim Nutzungsgrad mit Abstand führend. „Den nutzt praktisch die Gesamtzahl aller Hamelner Kinder im Alter bis zwölf Jahren. Und das sind 5800“, freut sich Böhm.

Die meisten Kinder kommen mit ihren Eltern zum Finkenborn, manche auch mit den Großeltern. Hinzu kommt, dass der Waldkindergarten ganz in der Nähe liegt. Und das benachbarte Damwild-Gehege ist für viele Mädchen und Jungen der Stadt eine weitere Attraktion. Die knapp sechsjährige Yildiz zum Beispiel steht mit ihrer gleichaltrigen Freundin Lisa regelmäßig am Gatter, um die Tiere zu beobachten, während Bruder Erkan (4) die Rutsche vorzieht. „Wir sind ganz oft mit meiner Oma hier, weil unsere Wohnung keinen Balkon hat. Hier kann man ganz toll spielen, und Oma sitzt auf der Decke und passt auf uns auf. Und sie bringt auch immer was zu essen und zu trinken mit. Das finden wir toll!“, sagt die Kleine. Böhm bestätigt: „Das hier oben ist Naherholung pur.“

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Zur Verfügung stehen 50 000 Euro

Schon deshalb hält Böhm eine komplette Überplanung des Areals für nötig und sinnvoll. Waren es früher rund 20 000 Euro, die jährlich für sämtliche Spielplätze in Hameln zur Verfügung standen, so ist der Betrag, den die Kommunalpolitiker bewilligen, in diesem Jahr auf 50 000 Euro gestiegen. Für 2010 setzt Böhm auf eine ähnlich hohe Summe. „Wir machen uns jetzt Gedanken am Schreibtisch und hoffen, die im kommenden Jahr umsetzen zu können.“

Negativbeispiele von Spielplätzen gibt es in Hameln natürlich auch genügend – Einrichtungen, deren Geräte schon längst verrottet sind, die aber vor allem kaum noch genutzt werden, weil nicht nur das Spielmaterial, sondern auch die Kinder von damals inzwischen in die Jahre gekommen sind. Das gilt etwa für die Spielplätze Spanuthweg, Schlägers Teich und am Rotenberg I. Überall sind die Kinder mittlerweile erwachsen geworden, bleiben die Flächen jetzt weitgehend ungenutzt. Auf Vorschlag der Verwaltung sollen diese Plätze zurückgebaut und teilweise in Grünflächen umgewandelt werden.

Luis (8), Melissa (12) und Nevio (2) toben

auf dem Spielplatz am Finkenborn. Der beliebte Treffpunkt soll bald noch interessanter gestaltet werden.

Fotos: Wal

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