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Neuer Versuch zur Beilegung des Dauerstreits um Hamelner Weihnachtsmarkt

Runder Tisch soll Frieden stiften

Hameln (ni). In der Vergangenheit sind alle Versuche gescheitert, die Streitereien um den Hamelner Weihnachtsmarkt zu schlichten. Jetzt will die Stadt einen neuen Versuch starten, um das seit Jahren immer wieder für Zündstoff sorgende Thema zu entschärfen: Ein runder Tisch soll Betroffene und Beteiligte des alljährlichen Hüttenspektakels miteinander ins Gespräch bringen. Doch die Hoffnung, dass danach Frieden einkehrt, hält sich in Grenzen.

veröffentlicht am 31.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 02:41 Uhr

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„Ich bin mir nicht sicher, ob wir uns hinterher alle in den Armen liegen“, bremst Harald Wanger vorsichtshalber schon mal zu hoch gesteckte Erwartungen. Als Geschäftsführer der Hameln Marketing und Tourismus GmbH ist Wanger von der Stadt offiziell mit der Organisation des Weihnachtsmarkts beauftragt. Die Vergabe der begehrten, weil lukrativen Standplätze liegt in der Hand der Verwaltung – und die Klagen über vermeintliche Ungerechtigkeiten, tatsächliche Versäumnisse oder gefühlte Mängel landen bei der Politik. Die war es denn auch, die die Initiative für den runden Tisch ergriffen hat, „weil uns, ehrlich gesagt, auch keine bessere Lösung eingefallen ist“, räumt Ratsherr Jobst Brüggemann als Vorsitzender des für den Weihnachtsmarkt zuständigen Ausschusses unumwunden ein.

Versammeln sollen sich um den runden Tisch unter anderem die Vorsitzenden der Ratsfraktionen und zwei Vertreter der Verwaltung, zwei Mitglieder des Stadtmarketings und zwei der HMT, zwei Vertreter der vom Weihnachtsmarkt unmittelbar betroffenen Geschäftsleute und zwei der Kirche, sowie ein Vertreter der Interessengemeinschaft Weihnachtsmarkt und ein Vertreter aus dem Kreis der nicht in der IG organisierten Beschicker. Alles in allem also eine Gruppe mit „sehr unterschiedlichen Interessenlagen“, sagt Stadträtin Gaby Willamowius, in deren Verantwortungsbereich der Weihnachtsmarkt fällt. Und die sich von dem runden Tisch erhofft, „dass mehr Verständnis füreinander aufgebracht wird“.

Die Erwartungen der Beteiligten, Betroffenen und nicht zuletzt auch der Besucher an den Weihnachtsmarkt seien keinesfalls deckungsgleich, sagt Willamowius. Die einen beklagten die Lücken zwischen den Ständen, die anderen legten Wert darauf, dass die Abstände zwischen den Hütten groß genug sind, damit die Besucher der Innenstadt auch noch einen Blick auf die Schaufenster der Läden werfen können. Die einen hätten gern große Buden, den anderen gefielen die kleinen besser. Die einen wünschen sich „auch mal was Neues“, die anderen beschwerten sich über jede Veränderung. Es allen recht zu machen, sei unmöglich.

Der runde Tisch, darauf haben sich Wanger, Willamowius und Brüggemann vorab verständigt, soll zur festen Institution werden, aber nur einmal im Jahr „tagen“. Und zwar nach dem Weihnachtsmarkt, sozusagen als Nachlese und mit der Intention, „Meinungen einzuholen und Ideen auszutauschen und bestenfalls Konsensvorschläge zu erarbeiten“, so Wanger. Aufgabe von HMT, Politik und Verwaltung bleibe es aber, die Anregungen zu gewichten und gegebenenfalls umzusetzen.

Ein Problem, das einzelne Beschicker immer wieder gegen die Verwaltung aufbringt, wird aber auch der runde Tisch nicht lösen können: Weil mit einer Hütte auf dem Weihnachtsmarkt viel Geld zu verdienen ist, gibt es doppelt so viele Bewerber wie zu vergebende Standplätze. Solange das so bleibt, sagt Willamowius, „wird es auch künftig Gewinner und Verlierer geben“.

Den einen gefällt er, den anderen nicht: Die Meinungen über die Qualität des Hamelner Weihnachtsmarktes gehen weit auseinander.

Foto: Dana



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