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Menschen ohne Lobby

„Runder Tisch Obdachlosigkeit“ unterstützt Betroffene

Hameln. Er ist alt. Er ist arm. Und er hat kein Dach über dem Kopf. Regelmäßig sitzt der Mann in der Fußgängerzone auf dem kalten Steinboden, selbst bei strömendem Regen. Hält einen Pappbecher vor sich hin und versucht, an das Mitgefühl der Passanten zu appellieren. Manche gehen achtlos vorbei, manche werfen ihm aber auch eine Münze zu, mit der er sich etwas zu essen kaufen kann. Der Mann gehört, wie etliche andere in Fußgängertunneln oder vor Geschäften, zu denen, die keine Lobby haben. Und genau hier setzt der „Runde Tisch Obdachlosigkeit“ an.

veröffentlicht am 17.03.2017 um 17:59 Uhr

Diese Frau gehört, wie etliche andere in Fußgängertunneln oder vor Geschäften, zu denen, die keine Lobby haben. Der „Runde Tisch Obdachlosigkeit“ initiiert, unterstützt und vernetzt Hilfsprojekte für obdachlose Menschen in Hameln. foto: dana
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Autor

Christa Koch Reporterin
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Die Initialzündung dafür liegt lange zurück. Pastor i.R. Martin Hoffmann von der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde kam gerade zurück vom Doppelkopf-Spielen. Da entdeckte er im Pfarrgarten einen Betrunkenen, der dort bei eisigen Temperaturen lag. „Der Mann wäre sicher erfroren“, ist sich Hoffmann, heute Sprecher des Runden Tisches, sicher. Und Hoffmann erinnert sich, was er angesichts der Situation gedacht hat: „Hier muss etwas passieren!“ Und es passierte etwas: Seit 1996 treffen sich Vertreter von Kirchen, Politik, Verwaltung, sozialen Verbänden, Firmen und Institutionen sowie dem Senior-Schläger-Haus-Verein viermal im Jahr im Gemeindehaus in der Hugenottenstraße.

Dieser Kreis initiiert, unterstützt und vernetzt Hilfsprojekte für obdachlose Menschen in Hameln. Hoffmann: „Hier findet sich ein erfolgreiches Netzwerk für Menschen, die in große soziale Schwierigkeiten geraten sind.“ Der Runde Tisch, so der Geistliche, habe in der Vergangenheit durch seine kurzen Kommunikationswege häufig schnelle und effektive Lösungen ermöglicht. „Zum Glück gibt es in Hameln eine sehr gute Ökumene, die einerseits Soforthilfe anbietet, andererseits eine Lobby für den betroffenen Personenkreis schaffen will.“ Konkrete „Früchte“ dieser Runde, der auch die beiden großen Parteien CDU und SPD angehören, seien übrigens das Senior-Schläger-Haus oder die Hamelner Tafel.

Außerdem koordiniert er seit 1996 das von allen Kirchengemeinden und dem Civitan Club ausgerichtete Obdachlosenfrühstück von Oktober bis April. Probleme gibt es aber nach wie vor, vor allem solche, die die Unterbringung betreffen. Zwar sind im Schläger-Haus drei Übernachtungen möglich, mehr aber auch nicht. Obdachlose, die keine durchziehenden sind, sondern Hamelner, werden zurzeit in einer Unterkunft in Tündern untergebracht. „Und da muss neu gedacht werden. Das ist allerhöchste Zeit“, fordert Hoffmann. Ganz wichtig sei, dort eine Nachtwache einzurichten. Der nächste und wichtigste Schritt aber: „Die Lebenssituation der Betroffenen muss sich verändern!“


Info: Der Runde Tisch Obdachlosigkeit ist auf Spenden angewiesen (Kto. der Münsterkirche, DE81 2546 2160 0711 1762 00). Weitere Auskünfte gibt es bei Martin Hoffmann, (0 51 51) 9 61 58 27 oder auch unter Ambulante Wohnungslosenhilfe und Tagestreff des Diakonischen Werks, Tel. (0 51 51) 39 21.



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