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Telefonanbieter, Shisha-Geschäfte und Nagelstudios statt Läden mit individuellem Angebot

Rückzug des Besonderen

Mehr Shisha-Läden, Nagelstudios und Telefonanbieter, aber weniger spezielle Läden. Das fällt auf in Hamelns Innenstadt. Individualisten haben es schwer, wie bevorstehende Schließungen in der Osterstraße zeigen. Von der hieß es im letzten Jahr, .sie habe „den Anpassungsprozess bereits erfolgreich überstanden“.

veröffentlicht am 05.02.2018 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 05.02.2018 um 20:20 Uhr

Neuer Leerstand in der Osterstraße: Fräulein Pritzi (Stoffe und mehr) und der Spielzeugladen Kunterbunt schließen ebenso wie die Käsegondel ein paar Meter weiter. Am Anfang der Deisterstraße verschwindet das Outdoorcenter – es wird vom Küchenausstatt
Dorothee Balzereit

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Dorothee Balzereit Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite
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HAMELN. Fünf Shisha-Läden oder -Geschäfte, drei Nagelstudios und ungezählte Telefonanbieter, das fällt auf in Hamelns Innenstadt. Auch Friseure, Bäcker und Reisebüros findet man an jeder Ecke. Das Besondere hingegen schwindet. Oder kämpft. Individualisten haben es schwer, davon künden erneut bevorstehende Schließungen in der Osterstraße. Der kreative Nähladen „Fräulein Pritzi“, schließt ebenso wie der Spielzeugladen Kunterbunt nebenan. Ein paar Meter weiter, am Anfang der Deisterstraße, läuft der Abverkauf im Outdoorcenter AC. Die Käsegondel in der anderen Richtung hat schon zu. Dabei hieß es von der Osterstraße im letzten Jahr noch, sie habe „den Anpassungsprozess erfolgreich überstanden.“ Anders gesagt: Man glaubte wohl, das Leerstandsproblem im Griff zu haben.

Hört man Stadtmanager Dennis Andres von Hamelner Marketing- und Tourismus GmbH (HMT), ist das auch so. Hameln sei immer noch eine attraktive Einkaufsstadt. Zumindest im Vergleich mit anderen Städten. Dass es dort ähnliche Probleme gibt, bestätigt Sabine Dohmeier, Inhaberin des Geschäfts Kunterbunt. Ihr Hauptgeschäft in Wunstorf strukturiere sie ebenfalls um. Mehr Events, ein Café, mehr Verweil-Athmosphäre. In Hameln habe die Kundenfrequenz zwar gestimmt, nur gekauft wurde zu wenig. Und bei Regen sei kaum einer gekommen. Ein Jahr läuft ihr Mietvertrag läuft noch.

Dabei hätten Makler und städtische Mittler so gern Läden, deren Angebot nicht beliebig ist. „Ein Platz für ihre Ideen“, wirbt ein Plakat am Schaufenster der ehemaligen Filiale der Kette Butlers, ein Nachfolger mit guter Idee blieb bis heute aus. „Die Qualität sinkt leider“, bestätigt Makler Christoph Ziercke. Dass man nicht immer die Einzelhändler bekomme, die man sich wünsche, räumt auch Andres ein. Gewichtig seien die unterschiedlichen Vorstellungen von Vermietern und Interessenten. Was bleibe, sei der Appell an die Vermieter, auf Qualität zu achten.

Shisha-Läden auf dem Vormarsch. Auch die Osterstraße hat jetzt ihren eigenen. Foto: doro
  • Shisha-Läden auf dem Vormarsch. Auch die Osterstraße hat jetzt ihren eigenen. Foto: doro

Zahlenmäßig lag der Leerstand nach einer Berechnung von Ziercke im Juni 2017 bei 13,83 Prozent (47 leere Geschäfte inklusive Stadt-Galerie). Die HMT rechnet nach unvermieteter Fläche und kam dabei 2016 auf 6, ... . Auf den aktuellen Leerstandsbericht der Stadt warte man. Andres, der von einem ähnlichen Ergebnis ausgeht, stellt den Schließungen eine Liste von Lichtblicken gegenüber, zu denen unter anderem Lieblingsstück und Nordlicht in der Osterstraße sowie RR Burger und Tasty Waffel in der Beckerstraße gehören. Er verweist außerdem auf die Anziehungskraft Hamelns auf Kunden aus anderen Städten.

Das beobachtet auch Andreas Janus, Inhaber des Küchenfachgeschäfts an der Deisterstraße. „Wir leben mehr vom Speckgürtel Hannovers als von Hamelner Kunden“ Oft habe er das Gefühl, dass die Kunden vor Ort sich nicht hereintrauen, weil sie glauben, es sei zu teuer. Ein Irrtum, meint Janus. Auch bei ihm gebe es Küchen für kleines Geld. Aber Hameln tue sich schwer mit neuen Ideen, neuen Designrichtungen. Dennoch will der Geschäftsmann erweitern. Er wird die Räume des Outdoorgeschäfts in unmittelbarer Nachbarschaft übernehmen. In die Erweiterungspläne gehört auch ein kleines Café, dass er stilsicher zwischen Retro und High-End einrichten will. Vielleicht gibt es sogar Kochkurse, aber das ist noch nicht sicher. Um Hemmschwellen abzubauen, bestimmt nicht die schlechteste Idee.



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