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Verwaltung hält Kosten für zu hoch

Rückzieher: Stadt will Naturerbewald nicht mehr

HAMELN. Das war’s. Anders als von der Verwaltung seit Langem gewünscht, soll der Naturerbewald am ehemaligen Übungsplatz Holtensen nun doch nicht in das Eigentum der Stadt Hameln übergehen. Grund für die Richtungsänderung sind die Kosten, wie Stadtrat Hermann Aden erläutert.

veröffentlicht am 22.01.2017 um 15:37 Uhr

Winteridylle im Naturerbewald – die Hamelner Verwaltung hat sich jetzt gegen die Übernahme des Geländes entschieden. Foto: Dana
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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Aden selbst war überzeugt davon, dass der Naturerbewald, der „mitten im Stadtwald liegt“, in die Hände der Kommune gehört. Ziel für einen zum „Naturerbe“ ernannten Wald ist es, ihn wild wachsen zu lassen und so langfristig den Zustand eines „Urwalds“ zu erreichen. Im Frühjahr 2015 war das Hamelner Areal vom Bundesumweltministerium auf die „Liste der Nationalen Naturerbe“ gesetzt worden.

Am Ende haben sich die Bundesanstalt für Immobilien (Bima) und die Stadt Hameln nicht über die Kosten einigen können. Bereits im Dezember hatte sich angekündigt, dass Hameln den Wald nicht um jeden Preis übernehmen will.

Hintergrund ist, dass derzeit für das Gelände ein Revierleiter der Bundesforst zuständig ist, dessen Gehalt die Stadt anteilig hätte übernehmen sollen. Durchschnittlich 34 500 Euro pro Jahr waren dafür veranschlagt worden. Weil der Mitarbeiter noch jung ist, hätten sich die Kosten bis zur Pensionierung im Jahr 2044 auf etwa 784 000 Euro summiert. Zu viel, meint Aden und wird der Politik am 1. Februar im Umweltausschuss vorschlagen, dass sich auch künftig die Bundesforst um das Naturerbe kümmern soll.

Negative Auswirkungen für die Stadt Hameln entstehen dadurch aus Adens Sicht derzeit nicht. Das Vorhaben, die etwa 146 Hektar große Fläche zu übernehmen, war strategischer Natur. Aden ersinnt ein mögliches Szenario, in dem beispielsweise der Natur- und Umweltschutz in 30 Jahren eine nicht mehr so gewichtige Rolle spielt wie heute – und dass die Überlegung dringender sein könnte, dass „die Menschen es warm haben“.

Auch wenn sie nicht Eigentümerin wird, möchte die Stadt die Zukunft des Naturerbewaldes mitgestalten. Ein Kooperationsvertrag mit der Bima soll das sicherstellen. Darin könnte es unter anderem um die Sicherung der Verkehrswege gehen, um die künftig erlaubte Benutzung und um die Jagd in dem Waldstück.

Der Inhalt eines solchen Kooperationsvertrages könnte dem Leitbild entsprechen, das die Verwaltung bereits mit den Naturschutzverbänden BUND und Nabu ausgearbeitet hatte.


Am Mittwoch, 1. Februar, ab 16 Uhr befasst sich der Umweltausschuss mit dem neuen Vorschlag der Verwaltung.



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