weather-image
13°

Auch SPD für Pfandringe an Mülleimern

Rückenwind für Piraten und Linke

Hameln. Eine Partei meldet’s, zwei andere dürfen sich freuen: „SPD unterstützt den Vorschlag zu Pfandringen“, teilen die Hamelner Sozialdemokraten mit. Freuen darf sich darüber die Zwei-Mann-Fraktion von Piraten und Linken im Hamelner Stadtrat – schließlich kommt der Antrag von ihnen.

veröffentlicht am 03.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 22:41 Uhr

270_008_6984381_hm301_Pfand_dpa_0303.jpg
Frank Henke

Autor

Frank Henke Redaktionsleiter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Konkret geht es um den Vorschlag, Ringe – oder auch Kästen – an öffentlichen Mülleimern anzubringen. Wer eine Pfandflasche oder -dose auf die Schnelle entsorgen möchte, kann diese dort hineinstellen. Bedürftigen Pfandsammlern würde so ein Wühlen im Müll erspart. Der (Bürger-)Vorschlag erreichte die Politik über das Piraten-Internetportal „openantrag.de“. Die Ratsmitglieder Lars Reineke (Piraten) und Peter Kurbjuweit (Linke) bringen ihn nun in die städtischen Gremien.

„Wir finden die Lösung mit den Pfandringen an den Mülleimern eine gute Idee“, bekundet jetzt auch der SPD-Oberbürgermeisterkandidat Ralf Wilde. Er bedauert, dass es auch in Hameln Menschen gibt, die einen Teil ihres Lebensunterhaltes mit dem Sammeln von Pfandflaschen bestreiten müssen. „Wenn es Lösungen gibt, die dieses Wühlen in Mülleimern erspart, sollte man das auch tun.“

Der Fraktionsvorsitzende Volker Brockmann stimmt zu: „Es wird sich sicherlich auch eine optisch ansprechende Lösung finden“, sagt er. „Und Pfandringe machen auf Touristen sicher einen besseren Eindruck, als Menschen, die in Müllkörben nach Pfandflaschen suchen.“ Im nächsten Ausschuss für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz am 26. März sollen die Pfandringe Thema sein.

Es ist nicht der einzige Vorschlag, bei dem Reineke und Kurbjuweit aktuell auf die Unterstützung anderer Fraktionen zumindest hoffen können. Auch die Idee, Hunde aus dem Tierheim für ein Jahr von der Hundesteuer zu befreien (ebenfalls ein „Open-Antrag“), erntete bei der ersten Diskussion im Rechtausschuss Wohlwollen von Ratspolitikern anderer Couleur. Besonders CDU-Politiker Gerhard Paschwitz konnte sich für den Vorschlag erwärmen und verwies auf einen ähnlichen Vorstoß seiner Partei vor einigen Jahren. Eine Gutschein-Lösung ist nun im Gespräch. In dieser Woche wird die Diskussion im Verwaltungsausschuss fortgesetzt.

Einen beginnenden Wandel diagnostiziert Kurbjuweit gegenüber Linken und Piraten im Stadtrat: „Inzwischen sagen die anderen: Mit denen kann man ja reden.“ Vorbehalte gegenüber den beiden bei der Kommunalwahl 2011 neu in den Rat gewählten Parteien würden abgebaut. „Die Lagermentalität löst sich ein bisschen auf“, stellt der Linke fest. Er würde sich jedoch noch mehr „Beweglichkeit“ in dieser Hinsicht wünschen.

In anderen Fällen kann davon dann auch kaum die Rede sein. Keine Stimme außerhalb ihrer Fraktion sammelten Piraten und Linke beispielsweise, als sie Ende des vergangenen Jahres eine finanzielle Förderung des Pflasterfestes 2014 forderten. Andere Fraktionen verwiesen auf formale Mängel des Antrags und entdeckten erst in den Folgemonaten ihr Herz für die Altstadtsause. Nun wird das Fest mit einem Gebührenerlass unterstützt. Ratsherr Kurbjuweit nimmt es sportlich: „Wir legen keinen Wert darauf, dass es am Ende unbedingt unser Antrag ist“, sagt er, „sondern dass sich etwas in der Richtung bewegt.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?