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Romeo sah die Welt, aber noch nie eine Maus

veröffentlicht am 28.03.2010 um 16:41 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (fn). „Natürlich würde Romeo eine Maus fangen, aber gesehen hat er noch nie eine“, sagt Doug von Aswege über seinen Amerikanischen Kurzhaar „Maribu’s Romeo of Yatfung“ – kurz Romeo. Der Rassekater hat ohnehin besseres zu tun: Er gehört nämlich zu den schönsten Stubentigern weltweit. Aktuell ist er auf Platz 6 der Rangliste. Diese Saison kann er sogar „National Winner“ werden. Mit 21 Monaten hat der Kater schon mehr von der Welt gesehen als so mancher Mensch. Geboren wurde er in Hongkong, dann lebte er ein Jahr im nordrhein-westfälischen Hagen, bevor er zu seinem jetzigen Besitzer nach Dakota Dunes im US-Bundesstaat South Dakota kam. Romeo und sein Besitzer Doug von Aswege tingeln fast 40-mal im Jahr zu Ausstellungen. Die meisten davon sind in den Staaten. Einige aber auch im Ausland. Am Wochenende ging es für das Erfolgsgespann zum Beispiel bis nach Hameln.
 Bei der 41. Katzenausstellung der „Cat Friends of Germany“ kamen außer Romeo noch 170 andere Rassekatzen von 100 Besitzern in die Rattenfängerhalle. Für diese Schönheitswahl nahmen viele Züchter mit ihren Tieren einen lange Weg in Kauf.
 Kater Romeo verbrachte den mehrstündigen Flug in einer Transportbox neben dem Sitzplatz seines 67-jährigen Besitzers. „Den lasse ich doch nicht aus meinen Augen“, betont Züchter von Aswege die Verbundenheit zu seinem Tier. Nicht so komfortabel war die 24-stündige Anreise für die Katzen aus Hongkong. Sie hatten keinen Sitzplatz, sondern mussten im Frachtraum fliegen. Aussteller Chris Wong spricht von einer für seine „Exotic“-Katze zwar stressfreien, aber auch nicht ganz billigen Reise. Er zahlte für das Flugticket seiner Katze 500 Euro. Mit ein bisschen Glück und Talent holen die Tiere das investierte Geld über die Preisgelder aber wieder rein. Um ihren Wert scheinen einige Tiere zu wissen.
 Eine fast majestätische Stellung ließen sie bei der Ausstellung raushängen. Da thronte „Maine Coon“ wie ein König auf seinem Kissenplatz und nebenan fauchte eine „British Kurzhaar“ wie eine zickige kleine Prinzessin. Dass Hunde ein Herrchen und Katzen ihr Personal haben, schien hier zuzutreffen. Das Personal war jedenfalls sehr emsig darum bemüht, mit Bürsten und Pinseln das Beste aus ihren meist langhaarigen Miezen rauszuholen. Beim Fressen trugen einige sogar Lätzchen – damit auch ja nichts ins Fell geht. Alles muss perfekt sein für die Vorstellung bei der achtköpfigen Jury. „Bei unseren Ausstellungen können die Bewertungen direkt verfolgt werden“, beschreibt Chris Braun, Präsidentin der „Cat Friends of Germany“, die Arbeit der Preisrichter. Direkt bei der Bewertung schildern sie dem Publikum ihre Eindrücke.
 Die vorwiegend aus den USA angereisten Jurymitglieder urteilten über den Gesamteindruck der Katzen bei der Showpräsentation und achteten im Spiel mit den Stubentigern auch auf die Stellung der Ohren, die mit 27 Muskeln um 180 Grad gedreht werden können. Hier tanzten allerdings „Scotish Folds“ aus der Reihe, da ihre Faltohren nie hoch stehen.
 Ob in der Rattenfängerhalle bei diesem internationalen Publikum in den unterschiedlichsten Sprachen und Dialekten miaut und geschnurrt wird, konnten die Experten nicht beantworten. In einem Punkt war sich Preisrichterin Jan Rogers aus Stephenville aber sicher: „Wenn unsere Katzen vor 1284 in Hameln gewesen wären, hätte die Stadt nie einen Rattenfänger gebraucht!“



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