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Wasser läuft in Keller und Pumpwerk

Rohrbruch in der Tiefe – ist Hitze schuld?

KLEIN BERKEL. Die Havarie spielte sich mehr als zweieinhalb Meter unter einer Wiese ab – die 250-Millimeter-Gussleitung aus den 1960er Jahren brach in den frühen Morgenstunden ringförmig, Trinkwasser drückte durch den schweren Lehmboden. Das Wasser drang in das Wasserwerk und den Keller eines Wohnhauses ein. Am Mittwoch gegen 6.30 Uhr sei der Rohrbruch zwischen den Straßen Hohe Linden und Heideweg entdeckt worden, erzählt Wassermeister Ralf Domke.

veröffentlicht am 05.09.2018 um 18:20 Uhr

Mit dem Bagger auf Lecksuche – Wassermeister Ralf Domke lässt eine Schmutzwasserpumpe an einem Seil in die Grube. In einer Tiefe von mehr als zweieinhalb Metern sprudelt Trinkwasser aus einem geplatzten Gussrohr. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Sofort nach Eingang der ersten Meldung wurde der Wasserbeschaffungsverband Klein Berkel-Ohr tätig. Während Experten des Verbandes Pläne studierten, Schieber inspizierten und einen nach dem anderen zudrehten, rückte aus Westendorf bei Rinteln der Notdienst des Bauunternehmens Wilkening mit Lastwagen, Bagger und Schmutzwasser-Pumpen an. Domke überwachte die Lecksuche. Immer tiefer grub sich der Löffel des Baggers ins aufgeweichte Erdreich. Am Ende war die Grube so tief, dass sie zum Schutz der Arbeiter mit Bauplatten ausgekleidet werden musste. Gehe man nicht so vor, bestehe die Gefahr, dass sich Erdmassen lösen und Menschen verschüttet werden, sagt Verbandsvorsteher Elmar Günzel. Man halte sich strikt an die Sicherheitsvorschriften, wolle kein Risiko eingehen. Anwohner oberhalb der Straße Hohe Linden mussten sieben Stunden ohne Wasser auskommen. Danach lief das kostbare Nass wieder aus den Leitungen. Die Leitungen waren zuvor gespült worden. Die Experten hatten im Akkord geschuftet und den Rundriss mit einer Dichtungsschelle verschlossen. Während der Rohrbruch beseitigt wurde, saugten Yasar Bayran und sein Kollege von der Firma „HaGeh Mess“ das Wasser mit einem Spezialsauger aus Wasserwerk und Haus.

In der Gussleitung herrscht ein Druck von 7 bis 8 bar. Ob Materialermüdung, Spannungen im Boden oder ein spitzer Stein zu dem Bruch geführt haben, ist unklar. Experten halten es für möglich, dass die Trockenheit schuld ist. Der Boden könnte sich zusammengezogen, das Rohr Spiel bekommen haben. Durch Druckschwankungen könne Guss reißen. Druck von oben, zum Beispiel durch Schwerlastverkehr, scheidet als Ursache aus. Über dem Rohr befindet sich ein Rasengrundstück.

Foto: ube
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