weather-image
20°

Risse in der Münsterbrücke – hat der Streit bald ein Ende?

HAMELN. Bereits vor drei Jahren begann das Bauunternehmen Hofschröer mit der Nachbesserung an der Münsterbrücke: Haarrisse waren im Beton unterhalb der Brücke entdeckt worden, die laut dem Auftraggeber, der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, verschlossen werden müssen – und zwar im Rahmen der Gewährleistung. Darüber streiten sich die Vertragsparteien seit Monaten. Jetzt scheint eine Einigung in Sicht.

veröffentlicht am 13.10.2017 um 12:12 Uhr
aktualisiert am 13.10.2017 um 16:20 Uhr

Die Münsterbrücke: Voll funktionsfähig, aber nachgebessert werden muss trotzdem. Erst knapp die Hälfte der Risse sind verschlossen und die Nachbesserungsarbeiten ruhen seit Jahren, weil die Kostenübernahme bislang nicht geklärt ist. Foto: Dana
Birte Hansen

Autor

Birte Hansen Reporterin zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Er habe aufgehört sie zu zählen, sagt Markus Brockmann und schätzt die Anzahl der geführten Gesprächsrunden auf „15“. Über ein dutzend Mal also haben er als Vertreter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sich und die Auftragnehmer für den Münsterbrückenbau getroffen, um ihren Streit über Risse in der Brücke, Kosten und Pflichten beizulegen. Jetzt scheint ein Ende in Sicht, wie Brockmann gestern auf Anfrage sagte.

„Es hat sich viel bewegt“, sagt Brockmann über den Fortlauf der Gespräche in den vergangenen neun Monaten. Das federführende Unternehmen Hofschröer aus Lingen, das zusammen mit Stahlbau Dessau den Auftrag für den Brückenneubau bekommen hatte und die Landesbehörde „befinden sich auf einem guten Weg“. Für die kommende Woche, am Mittwoch, sei ein weiteres Gespräch vor der zuständigen Schlichtungsstelle in Hannover angesetzt. Danach könnte „die Kuh vom Eis sein“, sagt Brockmann.

Seit fast fünf Jahren sind sich die Vertragsparteien uneins darüber, wer die Kosten für Nachbesserungen an der Brücke aufkommen muss. Unterhalb des westlichen Teils, am Brückenkopf, waren schon kurz nach Fertigstellung im Jahr 2012 Haarrisse im Beton entdeckt worden. Die Landesbehörde hatte darauf gedrungen, dass die Risse verschlossen werden, und zwar im Rahmen der Gewährleistung, also auf Kosten des ausführenden Unternehmens. Hofschröer hatte mithilfe eines Gutachtens versucht, dagegenzuhalten, wollte nicht, wie von der Landesbehörde gefordert, die Risse teuer mit Epoxitharz verpressen, und wollte bislang die Kosten für die Nachbesserungen ersetzt bekommen. Auf etwa 300 000 Euro hatte Brockmann die Kosten Anfang des Jahres geschätzt; die Gesamtsumme allerdings stehe noch nicht fest, ergänzte er gestern. „Der Gutachter bezieht sich auf eine allgemeine Norm“, führt Brockmann aus, „für den Brückenbau gelten aber verschärfte Anforderungen – die Risse sind zu verpressen.“ Brockmann begründet das damit, dass in die Risse Sauerstoff, Feuchtigkeit und Schadstoffe eindringen könnten, was langfristig zu Korrosionen am Beton führen und die Dauerhaftigkeit der Brücke gefährden würde. Brockmanns Standpunkt ist klar – und davon sei die Behörde auch nicht abgerückt: „Die Firma schuldet uns ein mängelfreies Werk.“

Laute, hämmernde Geräusche in der Unterführung? Passanten erzählen davon. Woher sie stammen, konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen. Foto: Dana
  • Laute, hämmernde Geräusche in der Unterführung? Passanten erzählen davon. Woher sie stammen, konnten wir bisher nicht in Erfahrung bringen. Foto: Dana

In anderen Punkten hingegen – es ging laut Brockmann bei dem Streit nicht nur um die Risse – habe sich die Landesbehörde auf das Unternehmen zubewegt, so dass jetzt offenbar die Chancen gut stehen, dass der Streit beigelegt wird. „Ich hoffe, wir unterschreiben nächste Woche eine Vereinbarung“, sagt Brockmann, in der alle weiteren Arbeiten und Zahlungen inklusive zeitlicher Abläufe festgehalten werden.

Eines ist Brockmann in diesem Zusammenhang noch wichtig: Abgesehen von den Rissen gebe es „jetzt keine ellenlange Mängelliste“ – es sei bei solch großen Bauwerken völlig normal, dass Nachbesserungen anstünden.

Das Unternehmen Hofschröer verwies auf die Bitte um eine Stellungnahme zu den geführten Gesprächen an die Landesbehörde.

Information

Passanten schildern es unabhängig von einander so: Laute Geräusche, die richtig in den Ohren wehtun, so, als würde jemand heftig hämmern, aber da ist nichts. Gehört hätten sie es in der Unterführung der Münsterbrücke am Brückenkopf, mal am Sonntag, mal am Abend, also nicht gerade zu Zeiten, in denen Bauarbeiter am Werk sind. Gestern aber war dort nichts Auffälliges zu hören. Der Leiter der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, Markus Brockmann, hat spontan keine schlüssige Erklärung dafür. Zwar stünden noch Gewährleistungsarbeiten am Geländer an, aber die Firma habe den Beginn noch nicht angekündigt – das könne es also nicht gewesen sein. „Aber wir sind ja nicht die Einzigen, die dort arbeiten“, sagt Brockmann. Eine andere Vermutung geht in Richtung Schleuse: Auch dort wird zurzeit gearbeitet – aber ob Geräusche von dort zur Unterführung übertragen werden? Und so regelmäßige? Kurzum: Wir haben noch keine Antwort gefunden auf die Frage, die wir im „Newsroom-Video“ gestellt haben.
Für Hinweise, die uns der Lösung näher bringen – „Was verursacht die Geräusche in der Unterführung?“ – sind wir dankbar: Einfach per Mail an b.hansen@dewezet.de, Betreff „Geräusche“. Und: Ja, alle, die uns davon erzählt haben, sind Herr ihrer Sinne!bha

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare