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Chef der Bürgerliste schreibt an KVG-Geschäftsführer Busse – und schließt Rücktritt nicht aus

Rieger will Solarsysteme für neues Busdepot

Hameln (HW). Fritz Rieger, Vorsitzender der siebenköpfigen Fraktion der Bürgerliste im Hamelner Rat, hat die politische Sommerpause genutzt, um sich Gedanken über die Entwicklung Hamelns und seine persönliche Zukunft zu machen. Einen in einem Radio-Interview angekündigten Rücktritt als Vorsitzender der von ihm gegründeten Bürgerliste hat der inzwischen 70-Jährige relativiert: „Ich bin bis 2010 gewählt, und was dann passiert, weiß ich noch nicht. Bis dahin läuft noch viel Wasser die Weser runter.“

veröffentlicht am 29.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 11:41 Uhr

Fritz Rieger
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Rieger schließt allerdings einen Wechsel an der Spitze nicht aus, „sollte sich ein junger Mensch aufdrängen“. Die Kommunalpolitik allerdings bezeichnet der ehemalige Gastronom als Herzensangelegenheit: „Und das wird auch so sein, bis ich hundert bin. Sollten sich aber gute Leute melden, dann bin ich gern bereit, ins zweite Glied zu treten“, lässt sich Rieger erst einmal alle Optionen offen.

In seiner Eigenschaft als Mitglied des KVG-Aufsichtsrates ist der Chef der Bürgerliste jetzt aber konkret geworden. In einem Brief an Carsten Busse, Geschäftsführer der Öffis in Hameln-Pyrmont, unterbreitet Fritz Rieger den Vorschlag, auf den Hallen des neuen Busdepots in Afferde Energiedächer zu montieren. „Hameln nennt sich die Solarstadt des Nordens, da sollte es eine Pflicht sein, auf allen öffentlichen Gebäuden Photovoltaik-Anlagen oder andere Solarsysteme zu installieren“, schreibt Rieger an Busse und merkt an: „Auf immer mehr Dächern werden Mini-Kraftwerke mit Sonne betrieben.“

Heute Diskussion im Aufsichtsrat der KVG

Der durch die Sonnenenergie gewonnene Strom könne laut Rieger in den Hallen und in der Waschanlage genutzt werden. Überkapazitäten seien in das öffentliche Stromnetz einzuspeisen. „Das kann dazu beitragen, dass ein Kohlekraftwerk abgeschaltet werden kann und sich somit der Ausstoß an CO2 in die Atmosphäre verringert oder dass ein Atomkraftwerk stillgelegt werden kann und sich dadurch das Risiko eines GAU – wie 1986 in Tschernobyl – verringert“, meint der Kommunalpolitiker und merkt an: „Von den Problemen der Zwischen- und Endlagerung und den Castor-Transporten ganz zu schweigen.“

„Eine ausgesprochen gute Idee, allein mir fehlt die Knete“, reagierte Carsten Busse und bezifferte die Investitionskosten mit rund zwei Millionen Euro. „Wenn wir jemanden finden, der es tun möchte, dann ist der herzlich eingeladen und kann auch die offenen Parkflächen überdachen. Vermutlich rechnet sich das sogar“, erklärt der KVG-Geschäftsführer und betont, dass er mangels finanzieller Mittel an der „konservativen“ Bauweise festhalten wolle: „Wir haben im Moment im wahrsten Sinne des Wortes andere Baustellen, und bislang ist das Thema nicht so heiß, wie es von Herrn Rieger gekocht wird.“ Auch die Stadtwerke hätten diesbezüglich noch kein Interesse signalisiert. Busse erklärte aber, dass das Thema am heutigen Donnerstag während der KVG-Aufsichtsratssitzung diskutiert werden solle, eine Entscheidung jedoch nicht fallen werde, „weil es kein Punkt der Tagesordnung ist“.



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