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Rieger geht – freiwillig aber „enttäuscht“

veröffentlicht am 24.02.2012 um 22:36 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:34 Uhr

Hameln (ni). „Meine Frau ist krank, mein Forsthaus ist pleite, ich musste die Notbremse ziehen.“ Fritz Rieger, Gründer und seit 17 Jahren ununterbrochen „Chef“ der Bürgerliste, hat seinen Vorsitz im Verein niedergelegt. Nicht etwa Zoff mit den Mitgliedern, sondern ausschließlich seine private Situation sei der Grund für diese Entscheidung. „Ich habe so viel anderes am Hals, dass ich andere Prioritäten setzen muss und für die Vorstandsarbeit keine Kapazitäten mehr frei hätte“, begründet der 73-Jährige seinen Rücktritt. „Ein bisschen enttäuscht“ ist er von dem noch amtierenden Rest-Vorstand gleichwohl.

Schon am 15. Januar ließ Rieger den Vorstand schriftlich wissen, dass er zum 15. des Monates von seinem Posten zurücktreten und auch kein anders Amt im Vorstand mehr übernehmen werde. Der Vorstand behielt diese Information zunächst für sich, „weil Herr Rieger das so wollte“, erklärt Stefan Schulze, der als Riegers Stellvertreter den Vorsitz übernahm. Die Mitglieder haben erst am 19. Februar davon erfahren. Und zwar beim Neujahrsempfang der BL, der in diesem Jahr erstmals unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand. „Nach dem schlechten Wahlergebnis hielten wir das für besser. Wir wollten erst mal sehen, wo die Bürgerliste jetzt steht“, begründet Schulze die Vorstandsentscheidung, den Empfang in diesem Jahr zu einer vereinsinternen Angelegenheit zu machen. Rieger war dazu nicht erschienen, hatte Schulze aber seine Rede zukommen lassen und ihn gebeten, die zu verlesen. „Hier und heute möcht ich verkünden, das ich das Amt des 1. Vorsitzenden der Bürgerliste am 1. Januar nach 17 Jahren niedergelegt habe“, heißt es darin zum Schluss. Die versammelten 26 Mitglieder des Vereins seien „alle geschockt“ gewesen, sagt Schulze und beteuert: „Es war nicht so, dass der Vorstand Rieger irgendwie zu diesem Schritt gezwungen hätte.“

Fritz Rieger hätte sich für seinen Abgang trotzdem eine andere Form gewünscht. Dass Schulze jetzt mit der Nachricht an die Öffentlichkeit gegangen ist, „obwohl das anders besprochen war“, nimmt er seinem Nachfolger krumm: „Ich wollte damit warten bis März, wenn wir den Vorstand neu wählen.“ Die Mitglieder zu informieren, wie beim Neujahrsempfang geschehen, sei eine Sache. Aber wenn sein Rücktritt jetzt auch außerhalb des Vereins publik werde, „dann trägt das viel Unruhe in die Bürgerliste. Das wollte ich unbedingt vermeiden“, sagt Rieger.  Und fühlt sich allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz offensichtlich doch irgendwie abserviert. „Ich habe als Einziger immer dafür gesorgt, dass alle zusammenhalten, und jetzt heißt es: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen.“ Die Kränkung, die aus diesen Worten spricht, ist nicht zu überhören.

Schulze beruft sich dagegen auf den jüngsten – und schon ohne Rieger gefassten – Vorstandsbeschluss. Danach sei dem langjährigen Chef der Bürgerliste mitgeteilt worden, dass man mit der Bekanntgabe seines Rücktritts nicht bis zur Mitgliederversammlung im März warten wolle. „Herr Rieger hatte genug Zeit, die Medien zu informieren. Erst als er es nicht getan hat, haben wir es getan“, so Schulze.

Sein Ratsmandat will Fritz Rieger „auf jeden Fall“ weiterhin ausüben. Ob er auch einfaches Mitglied der Bürgerliste bleibt, die er vor 17 Jahren aus der Taufe gehoben und zwischenzeitlich auch zu beachtlichen Erfolgen geführt hat, darüber werde er sich allerdings noch seine „Gedanken machen“.



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