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Tausende Besucher beim Hamelner Weinfest / Bühne bei Konzerten am Abend kaum beleuchtet

Riechen, schmecken, genießen und kaufen

Hameln (mo). Es ist wieder soweit. Erneut geben sie dem saftigen Grün des Hamelner Bürgergartens ihre eigenen bunten Farbtupfer: weiße Pagodenzelte, braun gestrichene Hütten und bunte Pavillons. In der Luft über Hamelns grüner Lunge liegt der Duft von Käse und Flammkuchen. Plopp, Plopp, Plopp! Immer wieder ist das Geräusch vom Entkorken von Weinflaschen zu hören. Dazwischen der wohltuende Klang anstoßender Gläser. Das sichere Zeichen für die Hamelner: Es ist Weinfest. Und sie genießen es zu Tausenden. Es bedarf schon einer gewissen Ausdauer, um sich einen Sitzplatz inmitten gleichgesinnter Freunde des bekömmlichen Rebensaftes zu ergattern. Der rund angelegte französische Markt mit seinen Spezialitäten bringt ein wenig Urlaubsflair in die Rattenfängerstadt. Ein solches Ambiente ist für Patrick Balz aus Flonheim fast schon sein zweites Zuhause. An ungefähr 30 Wochenenden im Jahr ist er unterwegs zur Vermarktung der flüssigen Erzeugnisse seines rheinhessischen Winzerhofes. Auf Balz‘ zwölf Hektar großen Anbauflächen sind die Reben jetzt geheftet, ausgedünnt und entblättert – die ganz normale Arbeit eines Winzers an den Werktagen. „Wir hatten viel Regen. Jetzt dürfte mal mehr Sonne kommen, und im August könnte es noch mal regnen“, so der ausgebildete Betriebswirt für Weinbau und Kellerwirtschaft. „In vino veritas“, im Wein soll ja bekanntlich die Wahrheit liegen. Also, Hand aufs Herz, Herr Balz: Was trinkt der Winzer, wenn er mal über den eigenen Teller-, nein Weinglasrand, hinausschaut? „Das hängt stimmungsmäßig vom Wetter ab. Aber wenn ich rausgehe trinke ich einen Silvaner. Eine typische rheinhessische Weinsorte, die aber bei uns vernachlässigt wird“, erzählt der 36-Jährige und schwärmt von der „Leichtigkeit und Spritzigkeit dieser ehrlichen und sehr bekömmlichen Weinsorte“.

veröffentlicht am 09.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 00:41 Uhr

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Walburga Kühn hat es nur ein paar Schritte weit, um unten in ihrer „Vinothek“ zum hauseigenen Silvaner Kabinett greifen zu können. „Mein Lieblingswein – milde Säure und somit gut verträglich für den Magen“, berichtet die Frau vom Weingut Kühn aus Dienheim. „Bin ich woanders, trinke ich Weißburgunder aus Rheinhessen, aber nur junge Jahrgänge. Einfach fruchtig mit einer milden Säure“, sagt die Rheinhessin.

Routiniert und galant schenkt Thomas Sippel vom gleichnamigen Weingut gerade einen Merlot Blanc de Noir ins dünne Stielglas nach, einen weißgepressten Wein aus roten Trauben. „Er hat eine andere Geschmackskomponente als ein Rotwein“, berichtet der Winzer aus Weisenheim von seinem hauseigenen Favoriten. Sonst trinkt er auch gern einen trockenen Rießling, „am liebsten aus 2010/2011“. Das Anbaugebiet spiele dabei für ihn keine Rolle. „Es ist schon interessant, einen Rießling aus einem anderen Bundesgebiet zu probieren. Boden und Klima machen da einen großen Unterschied aus“, ist vom Pfälzer zu hören. Probleme gibt’s, der allgemeine Weinliebhaber könnte es glatt für ein Luxusproblem halten: Hans-Martin Hochdörffer kann nicht so viel Wein verköstigen, wie ihm zugetragen wird. „Man bekommt jeden Tag was neues geschenkt, auch von Kollegen“, erzählt der Winzer aus Landau-Nußdorf. Für den größten Nachschub an edlem Traubensaft sorgt seine Tochter Anna Katharina. Als amtierende „Pfälzische Weinkönigin“ bringt sie jede Woche 20 bis 30 Flaschen mit. „Die kann ich nicht alle probieren“, sagt der stolze Vater.

Das Klischee einer verstaubten Veranstaltung bei Schrammelmusik hat das Hamelner Weinfest abgelegt. Dazu ist es zu farbenfroh, freundlich ausstaffiert und modern gestaltet. Schade nur, dass bei einbrechender Dunkelheit die Musiker wie die Party-Band „BBStars“ halbwegs im Dunkeln ihr Repertoire zum Besten geben mussten. Aus den Reihen der Techniker war zu hören, dass HMT und Stadtmarketing als Veranstalter auf eine Lichtanlage verzichtet hätten. Die Anlage hätte Mehrkosten in Höhe von rund 150 Euro bedeutet.

4 Bilder
Jung und Alt amüsiert sich im Bürgergarten.

Eine Bildergalerie und ein Video gibt’s unter dewezet.de

Die „BBStars“ (Foto li.) sind bei ihrem Auftritt schlecht zu sehen, da die Bühne nur wenig beleuchtet ist.

Rechts: Marina Grunewald (li.) und Ursula Jahnke (re) genießen das Fest.



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