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1000 Besucher beim Umwelt-Kinotag von BUND und Stadtwerken / Strukturwandel ist das Ziel

Revolution auf der Leinwand mit viel Energie

Hameln (ll/beb). „Informativ“, „interessant“, „viele praktische Beispiele“, „ganz o.k.“, „etwas einseitig“, „weltweite Vorzeigeprojekte“: Die unterschiedlichen Eindrücke, die Hamelns Schüler am Ende aus dem Kino mit hinausnehmen, sind so vielfältig wie die filmisch in Szene gesetzten Projekte zur „Revolution“ der weltweiten Energieversorgung.

veröffentlicht am 15.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 12:41 Uhr

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Energieautonomie — das Zauberwort in Carl Fechners Dokumentarstreifen „Die 4. Revolution“, den BUND sowie die Stadtwerke Hameln und Weserbergland beim 2. Hamelner Umwelt-Kinotag präsentieren. Es geht um zehn Projekte in der Welt, auf vier Kontinenten, die alle ein gemeinsames Ziel haben: die unabhängige Energieversorgung durch regenerative Ressourcen. Revolutionär sind die Ideen, die dahinterstecken: Verzicht auf atomare und fossile Brennstoffe, radikaler Strukturwandel des Energiemarktes sowie eine ausreichende Energieversorgung für alle Menschen auf der Erde.

Das Ende des atomar-fossilen Brennstoff-Zeitalters? „Ich denke nicht“, meint Blendon Shala nach dem 83-minütigen Film. „Es braucht sicher noch einige Zeit“, sagt der 15-Jährige. Ähnlich sieht es Richard Bartuschke, ebenfalls 15 Jahre alt. Interessant sei der Ansatz der Filmemacher zwar, „aber es müssen sich auch viele Menschen dafür begeistern. Vielleicht klappt es in 40 Jahren.“

Begeisterung — das ist es, was die Organisatoren des Umwelt-Kinotags bei den rund 1000 Besuchern hervorrufen wollen. Begeisterung für eine Vision, die nicht den Fokus auf die Probleme dieser Welt lenkt, sondern sich ganz konkret an dezentralen Lösungen zur Strom- und Wärmegewinnung entlanghangelt. Da mag es einigen Zuschauern etwas „unrealistisch“ vorkommen, dass der Energiebedarf von urbanen Metropolen wie Los Angeles oder Shanghai zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen kommen kann. Umso erstaunlicher wirkt dann ein Projekt im von Armut geprägten afrikanischen Staat Mali. Dort, wo nicht einmal geteerte Straßen oder befahrbare Brücken existieren, wird die benötigte Energie für ein Krankenhaus gänzlich durch die Sonne und mittels Photovoltaik erzeugt. „Die Zukunft der Welt entscheidet sich durch die Revolution der Energie“, lautet ein markanter Ausspruch von Hermann Scheer, Bundestagsabgeordneter, Klimaaktivist und Ideengeber des Films. Nach der industriellen, der agro-ökonomischen und der Informations-Revolution wartet die Welt laut Drehbuch nun auf den vierten Umschwung, der die Veränderung der Machtverhältnisse und das Ende der Energiemonopole zum Ziel hat und einer „aktiven Generation“ bedarf.

Beliebtes Anschauungsobjekt: ein batteriebetriebener City-Flitze
  • Beliebtes Anschauungsobjekt: ein batteriebetriebener City-Flitzer.

Weg von den zentralisierten Strukturen, hin zu einer dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung: Auch für den klimapolitischen Sprecher des BUND, Rainer Sagawe, ist dies der richtige Weg. Viele Projekte in der Region orientierten sich bereits an dezentralen Strukturen, wie etwa im Solarpreisträger-Flecken Salzhemmendorf, so Sagawe.

Am greifbarsten wird die Energiewende am Beispiel der Mobilität. Sören Frank haben die solaren und elektrobetriebenen Automobile am meisten beeindruckt. „Das sind gute Möglichkeiten, erneuerbare Energien flächendeckend zu nutzen. So teuer sind Elektroautos auch wieder nicht“, meint der 17-Jährige. „Wenn jeder bei sich selbst anfängt, dann kommen wir weiter.“ Erste Schritte einer schleichenden Revolution.



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