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Dieter B. lebt / „Das ist ein Wunder“

Rettungshund Frieda spürt Vermissten auf

Hameln (FL). Sie ist ein Harzer Fuchs, heißt Frieda – und hat gestern bewiesen, dass sie ein echter Rettungshund ist. Die fünf Jahre alte Hündin führte ihr Frauchen Claudia Bödeker (43) um 17.30 Uhr zu der Stelle, an der der seit Dienstagnachmittag vermisste Dieter B. (59) lag. Rettungsassistenten kümmerten sich sofort um den unterkühlten Mann, der aufgrund einer schweren Erkrankung in einem Seniorenheim an der Holtenser Landstraße lebt. Wie es heißt, geht es dem Hamelner den Umständen entsprechend gut. Er war noch ansprechbar und schwebt offenbar nicht in Lebensgefahr.

veröffentlicht am 22.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 20:41 Uhr

Lagebesprechung: Polizeioberkommissar Boris Polzin und Hundeführ
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Am Dienstag um 15.20 Uhr wurde der 59-Jährige zum letzten Mal gesehen. Mitarbeiter des Heimes suchten vergeblich nach ihm. Um 19 Uhr meldeten sie den Bewohner bei der Polizei als vermisst. Die Kooperative Leitstelle setzte sofort alle verfügbaren Kräfte in Marsch – doch Dieter B. blieb unauffindbar. Am Mittwoch fuhren mehrere Streifenwagen-Besatzungen die Waldwege ab. Und die dreiköpfige Crew des Polizeihubschraubers „Phönix 93“ aus Hannover hielt aus der Luft Ausschau nach dem wie vom Erdboden verschluckten Mann.

Doch die Blätter der Bäume behinderten die Sicht – und selbst mit der Wärmebildkamera konnten die Suchmannschaften den Hamelner nicht finden. Auch am Vatertag verlief die groß angelegte Suchaktion ohne Erfolg.

Das Problem: Dieter B. muss täglich mehrmals Medikamente einnehmen. Die Chance, ihn lebend zu finden, wurde von Stunde zu Stunde geringer.

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Gestern bot die Hamelner Hilfsorganisation „Interhelp“ der Polizeiinspektion kostenlos Hilfe an. Der weltweit tätige Verein war vor zwei Jahren eine Kooperation mit der „Rettungshundestaffel Weserbergland“ eingegangen. Um 13.45 Uhr forderte die Polizeiführung die Rettungshunde an. Freiwillige aus Bad Münder und Hannover bereiteten sich auf einen voraussichtlich sehr langen Einsatz vor und trafen um 15.30 Uhr zu einer Lagebesprechung bei der Inspektion ein. Von Polizeioberkommissar Boris Polzin, der die Einsatzleitung übernahm, erhielten die Helfer der drei Hundestaffeln „Weserbergland“, „Hannover-West“ und „Harz-Heide“ sowie die Ehrenamtlichen von Interhelp zunächst Fotos, Karten und Informationen. Die Polizei gab derweil den Jagdpächtern der Waldgebiete, die rechts und links der Holtenser Landstraße liegen, Bescheid – schließlich sind die Spürnasen nicht angeleint, wenn sie in den Revieren schnuppern. Auf dem Parkplatz des Seniorenheimes gab die Heimleitung den Teams weitere wichtige Hinweise. Dann ging die Suche los. „Ein Rettungshund ist je nach Witterung in der Lage, bis 50 000 Quadratmeter Wald und Feld selbstständig abzusuchen“, sagt Hundeführer Jürgen Trockenbrodt.

Bereits nach 20 Minuten hatte Hündin Frieda den Vermissten aufgespürt. Dieter B. lag am Waldrand oberhalb der Schießanlage Schliekersbrunnen.

Die Retter sprachen von einem Wunder. Sie waren glücklich, zur rechten Zeit am richtigen Ort gesucht zu haben. Dieter B.s Verwandte sprachen ihnen ihren Dank aus.

Die Heldin des Tages heißt Frieda. Der Harzer Fuchs führte sein Frauchen Claudia Bödeker zu der Stelle, an der der seit Dienstag vermisste Dieter B. lag.

Fotos: FL

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