weather-image
20°

Stadt will Kaufkraft ins Quartier ziehen / Kontakt zu Europas Marktführer „ECE“

Rettungsanker für die Altstadt? Neue Pläne rund ums Kreishaus

Hameln/Hamburg (tw). Ist es der Impuls für die kränkelnde Innenstadt? Offenbar gibt es Überlegungen, nicht nur für eine Einkaufspassage am alten Kreishaus, sondern womöglich weit darüber hinaus. Stadt und Landkreis sind im Gespräch mit der „Einkaufs-Center Entwicklung mbH“ (ECE, Hamburg) Europas Marktführer bei Shopping-Centern.

veröffentlicht am 28.03.2002 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 04.11.2016 um 16:41 Uhr

Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ein Sprecher des Konzerns bestätigt gegenüber der Dewezet gestern „erste Kontakte“. ECE habe Interesse an weiteren Standorten, Hameln zähle zu den interessanteren „Wir werden sehen.“ Die zum Otto-Konzern gehörende ECE übernimmt nicht nur die Projektverantwortung, sondern auch alle Aufgaben von der Ausschreibung über die Vergabe der Aufträge bis zur Bauüberwachung. Tritt selbst als Investor auf. Erste Gespräche in Kassel dort wurde am 27. Februar der „City Point“ mit 20000 Quadratmetern Verkaufsfläche, 60 Fachgeschäften sowie einem Waren-, Sport- und Textilhaus und einem Fachmarkt für Unterhaltungs-Elektronik eröffnet hat es bereits gegeben. Und: der Bauausschuss wird demnächst bei seinem Drei-Tages-Besuch Leipzigs auch den dortigen Hauptbahnhof besichtigen; Projektentwickler ECE. Unabhängig davon laufen Gespräche mit zwei weiteren namhaften Büros.

Fakt ist: Der Landkreis steht in Sachen altes Kreishaus als Eigentümer politisch unter Zeitdruck. Noch vor Beginn des Neubaus an der Süntelstraße soll die Alt-Immobilie vermarktet sein anderenfalls, befürchtet besonders die Kreis-CDU, könnte der Kaufpreis in den Keller gehen. Fakt ist aber auch: Das Kreishaus-Areal ist mit knapp 4000 Quadratmetern für die Hamburger viel zu klein.

Ein „Stein“, der immer weitere Kreise zieht

Was jedoch, wenn Landkreis und Stadt mit ihren Plänen fürs Kreishaus-Grundstück gleichsam einen „Stein“ ins Wasser werfen, der immer weitere Kreise zieht? Kreise, die auch real,- die leerstehende Opitz-Immobilie, den ZOB, den (dann überdachten) Zehnthof, die Ritterpassage und vielleicht sogar „Kolle“ erfassen und partnerschaftlich integrieren? Eben darauf scheinen die Überlegungen der Stadt hinaus zu laufen, die für den „Erlebnisraum Altstadt“ ihre Planungshoheit wahrnehmen will. Im Schulterschluss mit dem Landkreis, auch den Einzelhandelsverband und den Werbe-Interessen-Ring mit ins Boot holen möchte...

Denn „ECE“ deutschlandweit mit Einkaufszentren an 68 Standorten präsent und 36 Jahre am Markt dürfte nicht wenigen in Rat und Verwaltung als Retter aus der Hamelner Misere erscheinen. „Große Einkaufszentren vor den Toren der Stadt ziehen immer mehr Kaufkraft ab, der innerstädtische Einzelhandel kann sich mangels Schlagkraft, geeigneter Flächen und ausreichender Parkplätze nicht mehr von alleine regenerieren“, umschreibt ECE das Problem vieler Städte. Da sorgten „Shopping-Galerien“ als „lebendige Marktplätze“ für neuen Schwung im City-Einzelhandel“. Und weiter: „So beobachten wir, dass mancher Händler aus seinem Dornröschenschlaf erwacht, sobald ECE in der Stadt auftaucht, in Ladenbau und Marketing investiert und am Sortiment feilt.“ Als „integrierte Bestandteile der Innenstädte“ nähmen ECE-Einkaufs-Galerien aktiv am Stadtmarketing teil davon profitiere der gesamte städtische Handel.

Deren 69 von „Center-Managern“ geführte Einkaufszentren (zehn weitere sind im Bau oder in der Planung) haben zusammen eine Verkaufsfläche von 1,75 Millionen Quadratmetern, ihre 6000 Mieterpartner machen acht Milliarden Euro Jahresumsatz. Letztere bezahlen eine branchenabhängige Miete, die sich an der Tragfähigkeit des einzelnen Geschäfts orientiert, erhalten von den Hamburgern Existenzgründer-Hilfen.

Bis zu 470 Stellplätze am Pferdemarkt

Bleibt am Ende immer noch die zentrale Frage der einkaufsnahen Stellplätze, mit denen ein Großprojekt am Pferdemarkt steht und fällt: Abhilfe schaffen soll die Unterkellerung des Kreishaus-Areals mit einer Tiefgarage (70 Plätze). Im Wortsinn „verbunden“ mit einer Erweiterung der real,-Tiefgarage (nochmals 70 Plätze) unter dem ZOB. Zusammen mit den 300 des Kaufhauses stünden Kunden dann 430 Stellplätze zur Verfügung.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?