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„Wir müssen erst einmal verarbeiten, was wir gesehen haben“ / Interhelp setzt Hilfsprojekte fort

Retter kehren von den Philippinen zurück

Hameln. „Wir müssen erst einmal verarbeiten, was wir gesehen und erlebt haben. Das war schon schrecklich“, sagt Reinhold Klostermann, Hamelner Lehrrettungsassistent, der für Interhelp bereits auf Sri Lanka, Haiti und auf Sumatra medizinische Camps geleitet hat. Selbst erfahrenen Helfern fehlen manchmal die Worte. Klostermann war Mitglied des fünfköpfigen Rettungsteams der Hamelner Hilfsorganisation Interhelp, das erschöpft aber glücklich von seinem Einsatz auf den Philippinen zurückgekehrt ist: Am 16. November waren Klostermann, der Leitende Notarzt und Ärztliche Leiter „Rettungsdienst“ der Stadt Hameln, Dr. Jörg Meckelburg, der Allgemeinmediziner Dr. Siegfried John, der Rettungsassistent Alexander Schmitz und die medizinische Fachangestellte Jutta Heutger aufgebrochen. Mit Militärmaschinen und Hubschraubern der US-Navy wurden sie von Tacloban aus in entlegene Gebiete geflogen, in denen zuvor noch kein ausländisches Team medizinische Hilfe geleistet hatte. Mehr als 2500 Frauen, Männer und Kinder wurden behandelt. Viele hatten mit schweren Verletzungen tagelang auf Hilfe warten müssen. Das Interhelp-Team arbeitete mit acht philippinischen Rettungskräften der Feuerwehr Manila zusammen, die sich der deutschen Gruppe angeschlossen hatten. „Wir haben optimal zusammengearbeitet“, berichtet Klostermann. Die Unterstützung der philippinischen und der deutschen Regierung sowie der US-Marine hätte besser nicht seien können, lobt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann, der die Mission von Hameln aus koordiniert hatte. Schirmherr Alexander zu Schaumburg-Lippe sagte, die Helfer hätten Strapazen auf sich genommen und bis zur totalen Erschöpfung gearbeitet.

veröffentlicht am 02.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:21 Uhr

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„Dieser Einsatz war schon sehr hart. Aber wir haben alles gegeben“, sagt Reinhold Klostermann. „Wir haben zwischen Ratten, Kakerlaken und Wanzen und auf dem nackten Fußboden geschlafen oder uns in einem von dem Taifun beschädigten Haus ein Bett geteilt.“ Gegessen habe er nur ein wenig Reis.

Die medizinische Soforthilfe ist beendet, das Anti-Trauma-Projekt, das Interhelp derzeit gemeinsam mit dem Mindanao Tourism Council und der Ateneo de Davao University durchführt, und die von dem Hamelner Interhelp-Mitglied Andreas Engelhardt vor Ort koordinierte Lebensmittelhilfe laufen weiter. Ehrenamtlich kümmern sich auf der Insel Leyte Psychologen und andere Helfer um traumatisierte Kinder. Mit Militär-Lastwagen der philippinischen Armee seien die Anti-Trauma-Teams nach Tacloban, Guinan, Ormoc, Palo und Santa Fe gefahren worden. Das ungeheure Ausmaß der Verwüstung und das unvorstellbar große Leid der Menschen hätten ihn erschüttert.

Interhelp plane derzeit ein Wiederaufbau-Projekt und wolle mit gezielter Hilfe zur Selbsthilfe dafür sorgen, dass Opfer, die Angehörige, Häuser und ihre Arbeit verloren hätten, wieder Hoffnung schöpfen und eine Zukunftsperspektive haben, sagt Interhelp-Vorsitzender Ulrich Behmann.

Deshalb bittet Interhelp weiter um Spenden. Konto-Nr. 33233 – Stadtsparkasse Hameln (BLZ 254 500 01), Konto-Nr. 700 700 000 – Volksbank Hameln-Stadthagen (BLZ 254 621 60), Konto-Nr. 20313 – Sparkasse Weserbergland (BLZ 254 501 10).red

Der Leitende Notarzt Dr. Jörg Meckelburg untersucht ein Kind im Katastrophengebiet.

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