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Im September eröffnet das erste Hamelner Repair-Café / Ehrenamtliche gesucht

Repair-Café: Schrauben statt wegwerfen

Manche Dinge sind zum Wegwerfen zu schaden: In einem Repair-Café helfen Leute mit handwerklichen Fähigkeiten den Besuchern dabei, ihre kaputten Dinge zu reparieren.

veröffentlicht am 09.07.2015 um 16:40 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 03:21 Uhr

Repair
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Hameln (ant). Wenn das Rad einen Platten hat, der Staubsauger nicht mehr startet oder der Reißverschluss klemmt, stoßen viele Menschen schnell an ihre handwerkliche Grenzen. Oft landen die Sachen dann im Müll – das muss aber nicht sein. Hilfe verspricht das Repaircafé, das am 26. September um 14 Uhr im Mehrgenerationenhaus (MGH) des Mütterzentrums seine Türen öffnet. „In vielen Städten gibt es solche Cafés, in denen Ehrenamtliche mit Geschick, Tipps und Werkzeug anderen helfen, ihre kaputten Sachen zu reparieren“, sagt Norbert Raabe.
Der langjährige Paritätischen-Geschäftsführer hat das landkreisweit einmalige Projekt initiiert. Gemeinsam mit Karin Teraske, Jürgen Feuerhake, Hildegard Richmann, Nicola König und Bärbel Meurer will er einen monatlich stattfindenden Reparaturtreff etablieren. Im neuen Repaircafé sollen aber nicht nur Drahtesel repariert werden. „Theoretisch können die Leute mit allem zu uns kommen, was kaputt ist. Einzige Bedingung: Es sollten Dinge sein, die sie tragen können“, meint Feuerhake. Der Schwerpunkt liege auf Elektrogeräten, Kleidung und Fahrrädern, die möglichst noch am selben Tag repariert würden.
MGH-Leiterin Nicola König, erhofft sich, Jugendliche und Ältere mehr zusammenbringen. „Während der Reparaturen kommen die Menschen in Kontakt und tauschen sich aus. Das ist genau das, war wir erreichen wollen.“ Raabe, der nach der Schließung der Jugendwerkstatt eine Lücke in diesem Bereich sieht, hebt zudem den Aspekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“ hervor: „Viele junge Männer und Frauen können keine Knöpfe annähen oder Reifen flicken. Unter Anleitung von Experten soll verlorenes Wissen aufgefrischt werden. Die Leute legen selbst Hand an und schwingen den Schraubenschlüssel.“
Das Repaircafé verbindet zwei Trends miteinander: Die Lust am Selbermachen und den Kampf gegen die Wegwerfkultur – das Upcycling, bei dem Abfall oder kaputte Dinge als Material für neue Produkte verwendet werden. „Wir wollen Ressourcen schonen und Müll vermeiden“, erklärt Feuerhake. Deutschlandweit gibt es bereits mehr als 200 solcher Cafés. Die Idee stammt aus Amsterdam, wo die Journalistin Martine Postma 2009 den ersten Reparaturtreff organisierte.
Damit das Projekt in Hameln gelingt, werden Handwerker, Tüftler, Elektronikexperten und Hausfrauen gesucht, die ehrenamtlich einmal pro Monat ihre Hilfe anbieten. „Wer ein Stuhlbein anleimen oder einen kaputten Hosensaum annähen kann, ist eingeladen, sein Wissen weiterzugeben“, erklärt Raabe. Finanziert werden soll das Repaircafé durch freiwillige Spenden und Vereine wie die Rotarier oder den Lions Club. Auch der Austausch mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) und dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) ist angedacht. Zudem sei eine Zusammenarbeit mit der Eugen-Reintjes-Schule vorstellbar, sagt Raabe.

  • Infos zum Repaircafé sind unter Telefon 05151/958106 oder 05151/1073616 sowie per Mail an info@muetter-zentrum-hameln.de erhältlich.


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