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700 Teilnehmer gehen durch Matsch, über Feuer – und helfen einander

Rekordbeteiligung beim Klüt-Trail-Run – Feels like Team-Spirit

HAMELN. Warum nur? Warum klettern Hunderte Erwachsene begeistert über Autos, krabbeln durch Matsch, stürzen sich in die Weser und robben durch Sandkästen? Und das an einem Sonntag, an dem man doch genauso gut – sagen wir mal – eine gemütliche Radtour mit einem Weizenbier an der Weser ausklingen lassen könnte. Doch die Teilnehmer des 7. Klüt-Trail-Runs sahen das anders. Warum? Weil’s Spaß macht. Ein Erfahrungsbericht.

veröffentlicht am 22.09.2019 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 23.09.2019 um 09:30 Uhr

Frank Henke

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Reporter zur Autorenseite

Mehr ging nicht: Wer am Spätsommer-Sonntag noch spontan eine Medaille beim Klüt-Trail-Run ergattern wollte, hätte früher aufstehen müssen. „Ausgebucht“, lautete seit Wochen die Botschaft. Aufgestockt durch den neuen Kids-Trail für die kleinsten Abenteurer, legte die Veranstaltung einen Rekord hin: 700 Anmeldungen. Mehr hätten dann vermutlich auch nicht auf die Strecke gepasst. Dabei ist so ein Trail-Run kein Sonntagsspaziergang mit Mutti, dass mein Lauf „Everybody-Trail“ heißt, halte ich geradezu für gezielte Irreführung. „Hatte ich jetzt, muss nicht noch mal sein“, war meine unumstößliche Meinung während des mehrtägigen Muskelkaters, der auf meinen ersten Klüt-Trail folgte. Ein Jahr später stehe ich also wieder in der Startertraube auf dem TC-Sportplatz am Rennacker, im Dewezet-Team – einem unter vielen: Die „Unsener Matschmutanten“ haben den wohl lustigsten Namen, die Feuerwehrtaucher nehmen ihren Lauf mit der Gopro-Kamera auf – ist bestimmt wasserdicht. Und los geht’s.

Die Strecke bietet Klassiker und neue Tücken: Klar, wieder darf über Schrottautos gesprungen werden, bis sich die Dächer und Motorhauben biegen. Wieder geht es in die Weser und – für die Angeber-Fotos – über Feuerchen. Liebling aller Zuschauer aber bleibt wohl die Matsch-Mulde. Querlatten geben vor, wie tief die Sportler rein müssen: ganz tief. Mit brauner Pampe in mindestens einem Ohr – und eigentlich auch sonst überall – geht es direkt danach zum Panieren in die Sandgrube. Ein Traum.

Neu sind in diesem Jahr Seil und Strickleitern zum Hochklettern: Hier lernt sich dann zweierlei. Zum einen: Seile hochklettern können auch besser austrainiertere Menschen als ich eher nicht. Fast alle wählen die Strickleitern. Zum anderen: Mehr Teilnehmer hätte der Lauf dann wirklich nicht verkraftet. An einem kniffligeren Hindernis wie diesem staut es sich schnell mal länger.

5 Bilder
Einfach mal über Autos klettern – beim Klüt-Trail-Run geht das. wfx

Doch ab Runde zwei entzerrt sich das Teilnehmerfeld. Die Runde wird flotter – und damit anstrengender. An den Hindernissen rettet der Team-Spirit: Warten, Hände reichen, abstützen, hochziehen – alles selbstverständlich, nicht nur für Team-Mitglieder. Nach drei Runden à zwei Kilometer ist für einen „Everybody“ wie mich Schluss. Die Medaille, die mir ein Helfer im Ziel um den Hals hängt, ist imposant groß und – sag ich mir einfach mal selbst – verdient.

Echte Cracks sehen das natürlich anders: Auch ein Freaky-Trail kam wieder zu Stande: 21 Kilometer über Hindernisse – Wahnsinn. In dieser Teilnehmerliste fanden sich dann Trail-Experten wie die von den OCR Heidesprintern. Die hatten in diesem Jahr auch den ersten Kids-Trail am Rennacker betreut und bekamen dafür den „Helping Eagle“, einen Preis für die besten Helfer, verliehen im Gedenken an Uwe Gronemann.

Mit den Preisen ist es ohnehin etwas Besonderes bei diesem Lauf. Zeiten zählen nicht. Der „Team Spirit“ für den bewiesenen besten Teamgeist geht diesmal an die Sportfreunde Haverbeck (Familien-Trail, 2 Kilometer). Auf Platz zwei landete Agaplesion (Everybody-Trail, 6 Kilometer) und Crossbox (Strongest-Trail, 12 Kilometer). Auch die Letzten bekommen einen Preis: Als „Kampfschweine“ wurden die Shadows aus Hannover ausgezeichnet.



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