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Reintjes spürt die weltweite Wirtschaftskrise zeitversetzt

veröffentlicht am 08.07.2009 um 14:21 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (TT). Der Hamelner Schiffsgetriebehersteller Reintjes bekommt die krisenbedingte Auftragsflaute in der Schiffsindustrie zu spüren. Sorgt die Krise für einen anhaltenden Auftragsschwund, wird der bestehende Auftragsbestand Anfang 2011 abgearbeitet sein. Kommen nicht genügend neue Aufträge herein, wird sich die Krise zeitverzögert bis Ende 2011 bemerkbar machen. Erst für 2012 sieht Geschäftsführer Christian Schliephack eine Besserung für das Unternehmen.
Nach einer kräftigen Wachstumsperiode in den drei Vorjahren sei ursprünglich bei Reintjes ein Zuwachs von 25 Prozent eingeplant worden, doch Auftragsstornierungen im zweistelligen Millionenbereich machten die Pläne zunichte. Die Stornierungen sind eine Folge der weltweiten Wirtschaftskrise – global sind schlicht und einfach weniger Güter zu transportieren, die Reeder haben deutlich weniger zu tun und lassen vormals geplante neue Schiffe nun doch nicht auflegen. Keine neuen Schiffe bedeutet für den Zulieferer Reintjes: Keine neuen Getriebe. Von 220 Millionen Euro Auftragsbestand im Jahr 2008 sind aktuell noch 120 Millionen Euro abzuarbeiten. Der Umsatz werde 2009 auf rund 107 Millionen Euro zurückfallen, prognostizierte Schliephack für das Hamelner Unternehmen. „Im Jahr 2010 werden wir noch gut über die Runden kommen“, kündigte der Firmenchef an. Danach dürfte nach seiner Einschätzung der aktuelle Auftragsbestand aufgezehrt sein. „Aber“, so Schliephack, „wir laufen ja beim Auftragseingang nicht gegen Null. Und wir haben acht gute Jahre hinter uns. Wir können nun auch eine Krise überstehen.“
Allerdings mit Veränderungen auch in der Reintjes-Belegschaft: Von 70 Zeitarbeitsstellen wird bis 2012 keine übrig bleiben. 370 Mitarbeiter sind fest bei Reintjes beschäftigt. Unter anderem durch den Abbau von Überstunden und weniger Zusatzschichten soll die übrige Belegschaft gehalten werden.

Reintjes-Chef Schliephack erklärt den für die Schiffsbranche üblichen Zeittakt: „Unsere Branche tickt anders, bei Investitionsgütern geht es langfristiger zu. Derzeit liegen Hunderte Schiffe ohne Fracht in den Häfen. Zugleich laufen dem Markt noch Hunderte neue Schiffe zu, für die es keine Arbeit gibt. Erst wenn die Krise vorbei ist und die Frachtraten weltweit so deutlich steigen, dass Frachtraum knapp wird, dann bekommen die Reeder wieder Lust, Schiffe zu bestellen. Und dann dauert es noch rund zwölf Monate, bis wir als Getriebezulieferer etwas davon spüren.“



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