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Sehr gute Ernte im Weserbergland – Landwirt auf dem Wochenmarkt zufrieden

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln!

Hameln. Entstanden ist diese Redensart für unentschlossenes Handeln im 19. Jahrhundert, und zwar aus Ärger über militärisch widersprüchliche Befehle. Denn beim Manöver schickte man Soldaten nicht selten auf einen Kartoffelacker und ordnete kurz darauf den Rückzug an – um das wertvolle Grundnahrungsmittel zu schonen.

veröffentlicht am 23.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 04:41 Uhr

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Als die beliebte Kartoffelsorte „Linda“ ab 2005 vom (Wochen-)Markt verschwinden sollte, löste das einen Massenprotest aus. „Schnee von gestern“, winkt Achim Pook aus Herkensen ab. Denn seit Sommer 2009 darf der Erdapfel „Linda“ wieder in allen EU-Ländern als Saatgut verkauft und gezüchtet werden. Als eine von weltweit 5000 und deutschlandweit 200 gehandelten Kartoffelzüchtungen, die hauptsächlich in mehlige, halbfeste und feste Sorten unterteilt werden.

Die Menschen oberhalb des Weißwurstäquators lieben und kaufen zu 80 Prozent die Festkochenden, meint der Landwirt. Seine diesjährige Erdäpfel-Ernte fällt sehr gut aus. Dazu gehört neben „Linda“ auch „Alexandra“, eine besonders gelbfleischige Kartoffel. Marktbeschicker Pook schwärmt von den vielseitigen Kartoffeln und zählt auf: Deftiger Pellkartoffelsalat aus festkochenden, lockerer Kartoffelbrei aus mehligen Kartoffeln, in Scheiben geschichteter Auflauf, Rosmarin-Kartöffelchen mit essbarerer Schale und dicke Ofenkartoffeln mit Quark – Kartoffelgerichte schmecken gut.

Dabei enthält die gesunde Knolle nicht nur mehr Vitamin C als ein Apfel, sondern auch so viel Magnesium, Kalzium, Phosphor, Eisen, B-Vitamine und Kalium, dass es bei täglichem Genuss zu keiner Mangelernährung kommt – auch wenn man ausschließlich Kartoffeln isst. Weil die Knollen zu den bekömmlichen, basischen Lebensmitteln gehören, gefällt das sogar dem Magen. Die zu Unrecht als Dickmacher geltenden Knollen bestehen zu 77 Prozent aus Wasser und enthalten etwa 16 Prozent Kohlehydraten in Form von Stärke.

Während die ältesten Funde wilder Kartoffeln aus Chile auf 13 000 Jahre geschätzt werden, dauerte es bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts, ehe die kultivierte Kartoffel der Inkas mit spanischen Schiffen Europa erreichte. Heute bringen zahlreiche Varianten mit einem blauen, violetten, roten oder marmorierten Innenleben Farbe auf den Teller, auch wenn auf dem Wochenmarkt exotische Trüffelkartoffeln, Picasso-Kartoffeln oder rosa Tannenzapfen fehlen.

Wenn eine Kartoffel vom Essen übrig bleibt – streichelzarte Hände erreicht man so: Die Kartoffel mit Olivenöl zu einem geschmeidigen Brei verrühren und noch warm 15 bis 20 Minuten auf den Händen einwirken lassen, dann abwaschen.

Vom Hamelner

Wochenmarkt berichtet Gabriele

Laube



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