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Seit 18 Jahren fährt Richard Smith alias „Father Christmas“ bei den Öffis

Reifen statt Rudolph

Hameln. Hohoho – na, wenn das nicht der Weihnachtsmann ist. Er, der gerade Stoßzeit in der Spielzeugfabrik hat, nimmt sich Zeit, um einen öffentlichen Linienbus in Hameln zu fahren. Rudolph und seine Kollegen machen augenscheinlich Pause oder Kur, bevor der Stress losgeht. Immer einen voll beladenen Schlitten zu ziehen, ist ja auch nicht gut für den Rücken. Statt Rentierpower setzt der Rauschebart deshalb wohl auf Pferdestärken. Das hat er schon im vergangenen Jahr getan und in dem davor und so weiter. Seit 18 Jahren schlüpft Richard Smith in das rote Kostüm des „Father Christmas“, wie er sagt, und schiebt verkleidet Schichten als Busfahrer. Und dabei macht der 67-Jährige nebenbei, was Groß und Klein von ihm erwarten und wofür sie ihn so lieben: Süßigkeiten verteilen.

veröffentlicht am 17.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 19:41 Uhr

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Autor:

von ann-kristin richter
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Die ersten zehn Jahre bezahlte er die Naschereien aus eigener Tasche. Als die Öffis mit Carsten Busse einen neuen Geschäftsführer bekamen, übernahm die Firma die Kosten. Der humorvolle Brite ist überregional bekannt und lockt, so hört man, jedes Jahr zahlreiche Besucher des Weihnachtsmarktes in die Busse, die sonst vom Bahnhof in die Innenstadt gelaufen wären. Smith erzählt, dass viele Kunden extra in der Geschäftsstelle anriefen, um zu erfahren, welche Routen er abfährt. Am Weihnachtstag stiegen dann viele Großeltern mit ihren Enkeln in seinen Bus, damit die Eltern in Ruhe die letzten weihnachtlichen Vorkehrungen treffen können. Wenn ihn Fahrgäste zum ersten Mal sehen, seien sie zunächst verdutzt, sagt er. Die Verwirrung verfliegt schnell und weicht der Freude über den bekannten Weihnachtsmann mit britischem Akzent. Der nimmt auf seinen Touren so kurz vor den Feiertagen auch noch Wünsche entgegen, die er sich von den Kindern vortragen lässt. Für Unzählige von ihnen hat er die Weihnachtsmagie ein kleines bisschen greifbarer gemacht.

Zwei Jahre ist Smith schon als Busfahrer in Rente, doch zu Hause rumsitzen war „noch nie sein Ding“. Deswegen ist er auf 400-Euro-Basis bei den Öffis angestellt und springt das ganze Jahr über für kranke Kollegen ein. Mit dem Verkleiden hat Smith bereits während seiner 27-jährigen Zeit beim Militär angefangen und dieses mittlerweile weitergegeben: Seine Stiefsohn arbeitet beim Militär als Rettungssanitäter und verkleidet sich ebenfalls als „Father Christmas“.

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