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Zweite Integrierte Gesamtschule für Hameln im Gespräch / Politik vor Richtungsentscheidung

Realschule – ein Auslaufmodell?

HAMELN. Die Stadt strickt an der Zukunft ihrer Schullandschaft. Gibt es künftig eine zweite Integrierte Gesamtschule in Hameln? Wird dafür die Theodor-Heuss-Realschule (THRS) ihren Status als reine Realschule aufgeben müssen? Fragen, die alsbald politisch diskutiert werden, denn der Rat wird womöglich noch in diesem Jahr eine Richtungsentscheidung treffen: Geht es so weiter wie bisher, oder verschwinden bestehende Schulformen unter dem Dach einer neuen IGS?

veröffentlicht am 07.11.2018 um 16:43 Uhr
aktualisiert am 07.11.2018 um 19:20 Uhr

Deutschunterricht an der Theodor-Heuss-Realschule: Zurzeit besuchen 624 Schüler die Einrichtung an der Breslauer Allee. Foto: Wal
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite

Die Stadt Hameln, als Trägerin von bisher sieben weiterführenden Schulen im Stadtgebiet, hat nach politischem Beschluss Vorschläge für die zukünftige Ausgestaltung der weiterführenden Schulen erarbeitet.

Eine Möglichkeit dieses ersten Schritts der „Schulentwicklungsplanung“ könnte sein: An vier Standorten hätten Schüler künftig die Wahl zwischen einem der drei bestehenden Gymnasien oder zwei IGS. Für die beiden Oberschulen Wilhelm-Raabe und Pestalozzi und die THRS hieße dies das Aus ihrer bisherigen Schulform. Weil die Pestalozzischule dann keine Oberschule mehr wäre, soll sie zu einem Grundschulzentrum ausgebaut werden, was aus Sicht der Stadt andere Grundschulen entlasten würde. „Erweiterungsmaßnahmen wären voraussichtlich nicht mehr nötig“, heißt es in einem Papier der Verwaltung.

Die andere Variante, über die die Politik noch in diesem Jahr zu entscheiden hat: Alles bleibt so, wie es ist. Dann gäbe es weiterhin sieben Schulen an sechs Standorten: die drei Gymnasien, eine IGS am Schulzentrum Nord, die Pestalozzi- und Wilhelm-Raabe-Oberschulen sowie die THRS. In diesem Fall wären weiterhin alle weiterführenden Schulformen in Hameln vorhanden.

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Die Schulvielfalt ist auch einer der Gründe, die Michael Büssing daran zweifeln lassen, dass sich durch eine Neustrukturierung der Schullandschaft etwas großartig verbessert. Er ist Leiter der THRS, seine Schule wäre von Veränderungen in Hamelns Schullandschaft zentral betroffen – dann, wenn an der Breslauer Allee eine zweite IGS eingerichtet würde. Büssing entgegnet derartigen Plänen, dass er aus den Betrieben, von Eltern und Schülern viele gute Rückmeldungen für den Betrieb als Realschule erhalte. Außerdem seien die Schülerzahlen an der THRS in den letzten Jahren konstant (siehe Grafik); in einer Elternbefragung habe es „sehr deutlich“ Signale in Richtung der bestehenden Schulformen gegeben. 87 Prozent der befragten Eltern von Realschülern seien mit der THRS zufrieden. „Das ist eine eindeutige Aussage“, meint Büssing. Vor diesem Hintergrund sagt der THRS-Leiter zu einem möglichen Realschul-Ende zugunsten einer weiteren IGS: „Ein Zugewinn für die Schullandschaft ist mir nicht klar.“

Fürwahr listet die Verwaltung zu den entwickelten Szenarien sowohl Vorteile als auch Nachteile des Erhaltens oder Veränderns auf: Für den Status Quo sprechen die Argumente, die auch Büssing anbringt. Für eine zweite IGS sprechen laut Verwaltungsvorgabe unter anderem eine höhere Abschlussquote, flexiblere Laufbahnentscheidungen und mehr Chancengleichheit mit Blick auf Abschlüsse.

Dass die THRS umfangreich saniert werden muss, steht im Übrigen außer Frage. Offen ist nur, welche Raumkonzepte bei einer Sanierung berücksichtigt werden müssten. Sollte es eine IGS anstelle einer Realschule an der Breslauer Allee geben, rechnen die Schulplaner mit rund 1300 Schülern – mehr als doppelt so viele wie bisher.

Auch das muss die Ratspolitik mit ihrer Richtungsentscheidung auf den Weg bringen. Unklar ist, was im Falle der Aufgabe von Ober- und Realschulen mit dem Gebäude der Wilhelm-Raabe-Schule an der Lohstraße wird. Es könnte laut Rathaus „anderweitig genutzt beziehungsweise veräußert“ werden.



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