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Britische Pioniere feiern fidschianisches Kulturfest / Oberstleutnant Charles Story Ehrengast

Raus aus der Uniform – rein in den Bastrock

Hameln. Als Oberstleutnant Charles Story das kleine schwarze Gefäß zu seinem Mund führt, wird es plötzlich still in der Turnhalle auf dem Gelände der britschen Pioniere des 28. Regiments. In diesem Moment wird Story eine große Ehre zuteil: Fidschianische Soldaten überreichen ihm ein Getränk namens Kawa, das aus der Yakona-Pflanze gewonnen und auf den Inseln im Südwestpazifik nur zu besonderen Anlässen gereicht wird, beispielsweise zur Begrüßung eines Gastes im Dorf. Und Story, der Kommandeur dieses 28. Pionierregiments, ist an diesem Tag Ehrengast – ein Tag, an dem die 40 fidschianischen Soldaten seines Regiments ihm und allen anderen Soldaten der Einheit ihre Kultur mit einem traditionell fidschianischen Fest näherbringen wollen. Anlass der gestrigen Veranstaltung war der 42. Tag der Unabhängigkeit, den die kleinen Inseln im Südwestpazifik Anfang Oktober feierten.

veröffentlicht am 27.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 08:21 Uhr

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Autor:

Jennifer Bremer
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Laute Schreie dröhnen aus der Sporthalle auf dem Gelände der britischen Streitkräfte, als die fidschianischen Soldaten ihren traditionellen Tanz, den „meke“, vorführen. „Das ist ein Ritual vor dem Kampf, das, wie alle Kampfestänze auch, der Einschüchterung des Gegners dient“, erklärt Corporal Esekaia Tuilovoni, der an diesem Nachmittag seinen Landsleuten nur vom Rand der Halle aus zuschaut. Die Axt, die die Tänzer dabei schwingen, ist, genau genommen, eine „wau“ – eine fidschianische Waffe aus Holz, mit der die Fidschianer Beute erlegen. Und die Beute, so der Corporal, waren lange Zeit nicht nur Tiere, sondern auch Menschen. „Ja, wir waren einmal Kannibalen“, schmunzelt Tuilovoni. Christliche Missionare seien erst mit den Briten auf die Inseln gekommen. „Aber ich kann versichern, dass die Zeiten, in denen sich die Inselbewohner gegenseitig gegessen haben, lange vorbei sind“, versichert der Soldat mit einem Lächeln. Die Baströcke, die die Männer tragen, seien nicht original, verrät er: „Normalerweise sind sie aus Blättern, aber da wir hier in Deutschland sind, mussten wir improvisieren.“

Für ihn, wie für viele andere Soldaten des Regiments, bedeute dieser Tag eine Abwechslung zum sonst eher ernsten Berufsalltag. Tuilovoni selbst ist erst am Donnerstag aus Afghanistan zurückgekehrt und wird nach seinem zehntägigen Aufenthalt in Hameln wieder in den Nahen Osten fliegen. Doch auch die anderen britischen Streitkräfte scheinen die Veranstaltung zu genießen: „Ich finde sie super, so lernen wir die Kultur der fidschianischen Soldaten kennen, mit denen wir täglich zusammenarbeiten“, findet Pionier Adrian Blake.

Für Hauptorganisator Sergeant Ilaitia Vuki ist es „eine besondere Ehre, seine Kultur bei den anderen Pionieren vorstellen zu dürfen“. Doch viel Zeit hat der Sergeant an diesem Tag nicht. Er muss Ansprachen, Tänze, Musik und das Essen koordinieren – und hat damit an diesem Nachtmittag allerhand zu tun.

Soldaten des 28. Pionierregiments tanzen den „meke“, den traditionellen Kampftanz ihrer Heimat – den Fidschi-Inseln.

Foto: jbr



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