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Weserpegel ist zu hoch – Plastiktiere müssen in den Pool

Rattenrennen fällt ins Wasser

HAMELN. Sind Ratten wirklich wasserscheu? Die 3000 Exemplare für das erste Hamelner Rattenrennen mussten jedenfalls auf dem Trockenen bleiben. Seit Monaten waren die von einer Künstlerin gestalteten Ratten verkauft worden. Doch statt eines Schwimmwettkampfes auf der 400-Meter-Wasserstrecke zwischen Pfortmühle und Jugendherberge mussten sich mehrere Tausend Besucher auf dem Werder mit Verlosungen und dem Herausfischen der Ratten aus einem Plastikpool begnügen.

veröffentlicht am 13.08.2017 um 18:59 Uhr

Lions-Rattenfänger Jürgen Betzing fischt mit verbundenen Augen nach Siegerratten. Foto: eaw
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Ernst August Wolf Reporter
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„Das ist unser Plan C“, erklärte Ute Watzlaw-Schmidt, amtierende Präsidentin des Hamelner Lions-Clubs. „Plan A war die spitz zulaufende Ölsperre am Ziel, Plan B, der morgens ausprobiert wurde, eine Luftblasensperre aus B-Schläuchen der Feuerwehr, und Plan C – Verlosungen statt eines Rattenrennens auf der Weser.“ Hunderte Helfer hatten das Rennen über ein Jahr lang vorbereitet, Sponsoren wurden gesucht und gefunden, Ehrenamtliche stellten ein Programm mit Volksfestcharakter auf die Beine.

„Es geht einfach nicht. Ist zu gefährlich“, bestätigte auch Zugführer Detlev Grabbe vom THW. „Bei einer Strömungsgeschwindigkeit von geschätzt acht bis neun Metern in der Sekunde ist selbst für Fisch Meyer das Fischen unmöglich. Über Nacht hat sich der Pegelstand noch einmal um einen guten Meter erhöht“, so der THWler. Während zu dieser Jahreszeit der Normalpegel 1,20 Meter anzeigt, beläuft er sich derzeit auf aktuell 3,51 Metern. „Beim Hochwasser 1996 waren es 6,70 Meter“, so Grabbe.

Zwischen Bühne, Großbildleinwand und Wasserbassin drängten sich viele Menschen. „Wir haben die Reihenfolge der Rennen beibehalten“, erklärte Cheforganisator Wolfgang Kaiser und erntete großes Lob. „Die sind super aufgestellt und reagieren äußerst flexibel“, so Oberbürgermeister Claudio Griese. „Wir machen halt das Beste draus“, sagen auch die Lions-Damen Barbara Michelmann, Birgit Wilde-Reisdorf und Silke Troche. Mit dabei beim Trockenratten-Rennen waren auch Landrat Tjark Bartels und sein Sohn Per, die Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Jutta Krellmann (Die Linke).

Lange Gesichter: Wolfgang Kaiser und Ute Watzlaw-Schmidt, Präsidentin des Lions-Club, sagen das Rattenrennen ab. Foto: eaw

Für die Kinder war es ein Riesenspaß, wenn, wie beim ersten AOK-Rennen, der Schillerschüler Bastian Heitdecker oder ein anderes Lions-Mitglied ins knietiefe Wasser stieg, um mit verbundenen Augen einige Siegerratten herauszufischen. „Sicher wäre es auf der Weser schöner gewesen, aber die Stimmung ist trotzdem super“, so auch der Lions-Distrikt-Govenor Helmut Grabe aus Braunschweig.

Während die Sonne vom Himmel brannte, folgte Rennen auf Rennen, Verlosung auf Verlosung. Erst kurz vor dem Hauptrennen um 15 Uhr zogen dunkle Wolken auf. Für Ulrike Fuest aus Hannover aber kein böses Omen: Ihre Ratte holt den Hauptpreis – einen Flug im Heißluftballon. Auch die anderen trotzen den Wolken. Und hoffen. Dass nach dieser durch exzellente Improvisation gelungenen Premiere die Ratten im nächsten Jahr trotzdem ins Weserwasser müssen. Ob sie nun wasserscheu sind oder nicht.



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