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Kontrolle der Kontrolle / Ergebnis wird in etwa drei Wochen erwartet

Rattenfängerhaus unter der Lupe

Hameln (CK). Im historischen Rattenfängerhaus, 1062 erbaut und 1984 grundsaniert, sind erneut Wissenschaftler an der Arbeit: Mitarbeiter des Bremer Umweltinstituts führen zurzeit sowohl im Lokal als auch in der darüberliegenden Wohnung Schadstoffmessungen durch. Hintergrund: Das mit den (inzwischen verbotenen) Holzschutzmitteln PCP und Lindan belastete Gebäude, das der Stadt Hameln gehört, war im Frühjahr aufwendig saniert worden, eine letzte Kontrollmessung des Ingenieurbüros für Umweltberatung (Igefu) aus Garbsen hatte noch einmal im Juni stattgefunden. Und bereits damals hatte die Verwaltung erklärt, nach etwa einem halben Jahr untersuchen zu lassen, ob die Sanierung erfolgreich war. Und zwar von einem anderen Institut.

veröffentlicht am 04.11.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 17:41 Uhr

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Das Ergebnis, dass die Garbsener Gutachter Dr. Ingrid Woltemate-Könnecke und ihr Ehemann Heiko Könnecke damals vorstellten, nannten sie „zwiespältig“: In Holzbalken und im Staub des Gebäudes hatten die Experten seinerzeit teilweise hohe Belastungen durch PCP und Lindan festgestellt, in der Raumluft hingegen nur geringe Mengen Lindan. Das aber, so Dr. Woltemate-Könnecke, könne auch daran gelegen haben, dass für die Raumluftmessungen ein Staubfilter verwendet wird, so dass nur reine Luft in einen Behälter strömt und anschließend im Labor untersucht wird. Deshalb könne das Ergebnis nur im Zusammenspiel aller drei Tests (Material, Staub und Luft) als aussagekräftig bezeichnet werden, hieß es damals.

Nachdem dann ein zugelassener Fachbetrieb aus Salzgitter mithilfe eines Mittels, das den schönen Namen „Ex und Stopp“ trägt, die Sanierung durchgeführt hatte, konnte Wolfgang Kaiser, damals noch Fachbereichsleiter Planen und Bauen der Stadt Hameln, dem Fachausschuss Mitte Mai aus dem Gutachten des Ingenieurbüros folgenden Satz vorlesen. „Anhand der vorliegenden Ergebnisse und der geltenden Richtwerte kann von einer erfolgreichen Sanierung ausgegangen werden. Die Räumlichkeiten im Rattenfängerhaus sind weder im Staub noch in der Raumluft weiterhin mit Holzschutzmittelschadstoffen belastet. Die Räume können mithin ohne gesundheitliche Gefährdung genutzt werden.“

Und genau das soll jetzt noch einmal bewiesen werden. Schon seit einer Woche durfte Pächterin Christina Hartlieb-Fricke in Absprache mit dem Diplom-Biologen Michael Köhler vom Bremer Umweltinstitut nicht mehr staubsaugen, gestern durfte auch nicht mehr gelüftet werden, um möglichst unverfälschte Ergebnisse zu bekommen. Mit einem Ergebnis rechnet Köhler in etwa drei Wochen.

Die Grünen im Hamelner Rat sind dennoch nicht zufrieden. Sie hatten im Frühsommer selbst Kontrollen anstellen lassen, und zwar durch ihr Mitglied Dr. Helmut Burdorf, der teilweise zu anderen Ergebnissen gekommen war als die Garbsener Gutachter. „Und wir konnten damals ebenfalls nicht durchsetzen, dass das Rattenfängerhaus auch auf Dioxin untersucht wird“, bedauert die Fraktionsvorsitzende Ursula Wehrmann.

Kontrolle der Kontrolle: Michael Köhler vom Bremer Umweltinstitut (re.) und Klaus Wehrmann (Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt Hameln).

Foto: CK



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