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Pläne für Bückeberg Thema am Lesertelefon

Rattenfänger-Figurenspiel: Die im Dunkeln sieht man nicht

HAMELN-PYRMONT. Am Lesertelefon hatten unsere Leser wieder Gelegenheit, ihrem Ärger Luft zu machen, zum Beispiel über die Beleuchtung des Rattenfänger-Figurenspiels, oder die Pläne für die Gedenkstätte am Bückeberg zu diskutieren. Aber auch für Lob ist das Lesertelefon empfänglich, zum Beispiel für den Weihnachtsbaum.

veröffentlicht am 28.12.2017 um 11:05 Uhr

Leser Friedrich Heine beklagt, dass das Rattenfänger-Figurenspiel am Hochzeitshaus bei Dunkelheit nicht beleuchtet wird. Man könne ja gar nichts erkennen. Foto: pk
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Nicht immer nur motzen, sondern auch mal sagen, was toll ist, findet Irmtraud Scharringhausen. Schließlich habe sie noch gut in Erinnerung, wie sich viele Hamelner im Vorjahr über den Weihnachtsbaum der Stadt und seinen Standort in der Osterstraße beklagten. „Dann muss man auch mal sagen, dass ich mich in diesem Jahr sehr über diesen schönen Weihnachtsbaum gefreut habe“, so die Wehrbergerin.

Bernd Klose aus Haverbeck ist der Auffassung, dass die Wahlen nicht so geheim sind, wie sie sein sollten. Sein Beispiel: Wenn es in einem Hamelner Ortsteil nur einen einzigen Briefwähler gibt, dann könnte das Wahlteam vor Ort bei der Auszählung schlussfolgern, wer der Briefwähler sei und was er gewählt habe. Schließlich seien die Briefwähler namentlich bekannt und ihre Stimmen würden erst am Schluss ausgezählt werden. Dem widerspricht Stadtsprecherin Janine Herrmann: „Die Befürchtung des Lesers ist unbegründet“, teilt sie auf Anfrage mit. Bei der Stadt Hameln würden die Briefwahlunterlagen „nicht später geöffnet, sondern ab 18 Uhr am jeweiligen Wahlsonntag“, so Herrmann. Alle Unterlagen würden im Rathaus zentral gesammelt, anschließend würden mehrere Wahllokale zusammengelegt und ausgezählt. „So werden teilweise sieben Wahllokale aus den Ortschaften von einem Wahlteam ausgezählt, das sind dann so zirka 500 Briefe“, führt die Sprecherin aus. „Es können also keine Rückschlüsse auf den jeweiligen Wähler gezogen werden.“

Mit Interesse habe Günter Wenzel aus Coppenbrügge den Dewezet-Bericht über den Anstieg der Obdachlosenzahlen in Hameln gelesen. Er fragt: „Warum tun sich der Landkreis und Hameln so schwer, die Obdachlosen in der leer stehenden Linsingen-Kaserne unterzubringen?“ Die Stadtsprecherin verweist auf bereits bestehende Angebote, etwa auf die Obdachlosenunterkunft in Tündern. „Das Areal der Linsingen-Kaserne soll anderweitig gestaltet und genutzt werden, hier entwickeln Landkreis und Stadt zurzeit genauere Pläne“, sagt sie. Darüber hinaus sei es mit Räumlichkeiten nicht getan, so brauche es etwa auch eine sozialpädagogische Betreuung.

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Egon Pfitzner aus Hameln würde sich wünschen, den Forster Weg zu einer Einbahnstraße umwandeln zu lassen – in Fahrtrichtung Langes Kreuz. Kaum ein Auto würde aus dem Forster Weg auf die Fischbecker Straße abbiegen. Ampelbedingt müssten aber bei jedem abbiegenden Auto 20 bis 30 Fahrzeuge auf der Hauptverkehrsstraße warten. „Das ist eine unnötige Belastung für die Umwelt“, meint Pfitzner. Daher plädiert er für eine Einbahnstraße. Die Stadtsprecherin verweist auf die Zuständigkeit des Landkreises, da es sich bei der Fischbecker Straße um eine Bundesstraße handele. „Allgemein gilt aber, dass das verkehrliche Konzept dem Quartierskonzept folgt“, so Herrmann. „Das heißt in diesem Falle, dass nicht nur der Autoverkehr von der Ampelanlage geregelt wird, sondern auch der Fußgängerverkehr.“ Die Bewohner und Besucher des angrenzenden Altenheims sowie des Kindergartens hätten so die Möglichkeit, die Bundesstraße sicher zu überqueren.

Friedrich Heine aus Rohrsen beklagt, dass das Rattenfänger-Figurenspiel am Hochzeitshaus bei Dunkelheit nicht beleuchtet werde. „Ich habe während des Weihnachtsmarkts viele enttäuschte Kinder gesehen, die das Spiel nicht erkennen konnten“, erzählt er. Auch hier erhebt Stadtsprecherin Herrmann Einspruch: „Es gibt bereits ein paar Strahler, die an der Sparkasse angebracht sind und so den Turm am Hochzeitshaus und auch das Rattenfängerspiel beleuchten“, sagt sie. „Zusätzliche Strahler müssten allerdings so angebracht werden, dass die Mitarbeiter im Standesamt nicht geblendet werden.“ Zumal: „Meistens sehen sich die Zuschauer das Spiel auch während des Tages an, da stellt sich die Frage nach einer zusätzlichen Beleuchtung nicht“, so Herrmann. Die Stadtverwaltung wolle den Gedanken aber aufnehmen und in zukünftige Planungen einbeziehen.

Darüber hinaus hält Leser Heine die „riesigen Summen und gewaltigen Folgekosten“, die mit der Einrichtung einer Gedenkstätte am Bückeberg einhergehen würden, für nicht hinnehmbar. Die Steuerzahler blieben auf den Kosten sitzen. „Dieses Geld sollte lieber in den Geschichtsunterricht gesteckt werden, anstatt Menschengruppen über den Bückeberg zu scheuchen“, findet er. Nach kurzer Zeit würde das Projekt „eh einschlafen und dann die Falschen anlocken“. Auch Siegfried Franke aus Hameln ist gegen die geplante Gedenkstätte am Bückeberg und hält es für eine „Sauerei“, dass sein Genosse und Landrat Tjark Bartels das Projekt unterstützt. „Ich finde das nicht gut“, sagt Franke.

Manfred Maihöfer aus Haverbeck hingegen begrüßt die Gedenkstätte. „Ich verstehe die ganze Aufregung der Kritiker nicht“, sagt er. Das Kostenargument der Gegner halte er für „vorgeschoben“. Er glaubt, die Initiatoren der Unterschriftenaktion gegen das Projekt etwa fühlten sich als Anwohner lediglich „in ihrer Ruhe gestört“. Maihöfer glaubt, dass die Gedenkstätte sogar zur Steigerung der Attraktivität Emmerthals beitragen könnte. „Das wäre doch förderlich für den Tourismus“, sagt er. „Jetzt fahren doch alle arglos am Bückeberg in Richtung Hameln vorbei.“

AERZEN-EMMERTHAL I 20

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