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Rattenfänger soll im Museum Glanzlichter setzen

veröffentlicht am 05.03.2010 um 17:13 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Museum

Hameln (HW). Das neue Museum im Stiftsherren- und Leisthaus an der Osterstraße nimmt Konturen an. Noch wird gebaut, saniert und renoviert, werden die beiden Häuser auf zwei Etagen mit Übergängen verbunden, damit die Besucher nach der für Januar 2011 geplanten Wiedereröffnung problemlos und barrierefrei von einem ins andere Gebäude gelangen können. Die reinen Rohbauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen, jetzt werden die Feinheiten geplant.
 Und dazu soll nach den Vorstellungen von Museumsleiterin Dr. Gesa Snell künftig auch ein begehbares Rattenfängertheater in einem eigens hergerichteten Raum gehören. Für Planungskosten sind dafür aus dem Konjunkturpaket 15 000 Euro bereitgestellt worden. Die Ideen soll der Künstler Otto Jolias Steiner aus dem schweizerischen Sarnen entwerfen. 300 000 Euro stünden dann für die Realisierung zur Verfügung, wenn das Konzept überzeugt und der Verwaltungsausschuss am Ende seine Zustimmung gibt.
 Davon jedoch geht Gesa Snell aus. „Wir haben zusammen mit Mitgliedern des Schul- und Kulturausschusses sowie des Museumsvereins ein Steiner-Projekt in Neuenbürg besucht. Die Resonanz war sehr positiv. Wir sind aus Kostengründen an einem Tag hin und zurück gefahren und hatten am Ende noch gute Laune. Das sagt schon vieles aus“, berichtet Snell von dem Tagesausflug in den Schwarzwald.
 Im dortigen Regionalmuseum, das im Schloss Neuenbürg untergebracht ist, hat Steiner eine lebendige Inszenierungen des Märchens „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff geschaffen, die das Publikum auf innovative und völlig neuartige Weise nicht nur zum Staunen bringt, sondern auch emotionale Einblicke in den Kulturraum des Nordschwarzwaldes gewährt. Über mehrere Stationen wird die Geschichte von Kohlenmunk-Peter und dem Holländer-Michel spannend und effektreich nacherzählt. Der zweite Teil des Erlebnismuseums ist der Geschichte von Stadt und Schloss Neuenbürg gewidmet. „Der Besucher geht durch die Kulisse, es bewegt sich etwas, es sprechen Stimmen, die Geschichte erzählen. Es ist künstlerisch-ironisch und nett gemacht“, schwärmt Dr. Gesa Snell.
 Ähnliches soll im Hamelner Museum mit der Figur des Rattenfängers entstehen. Steiner und sein Team beschäftigen sich sowohl mit Neueinrichtungen von Museen als auch dem Bau von touristischen Anlagen und Erlebniswelten. Mitte März will der Schweizer Künstler in Hameln sein Konzept präsentieren. Ein genauer Termin steht noch nicht fest, weil zwei Planer bei einem Unfall verletzt worden sind. Nach der Vorstellung soll dann das Konzept im politischen Raum diskutiert werden soll. „Es wird die Attraktivität des Museums weiter steigern“, ist Erster Stadtrat und Baudezernent Eckhard Koss schon jetzt überzeugt.
 „Wir kennen die genaue Konstruktion noch nicht, sie kommt erst auf den Tisch“, sagt Snell. Die Museumsleiterin ist selbst gespannt auf die angekündigte Präsentation. Sie hat sich im Vorfeld lediglich einmal mit Steiner getroffen und eine Ideenskizze zur Orientierung geliefert. „Ich weiß, dass er sehr akribisch arbeitet und etwas konzipiert, was interessiert. Steiner hat bestimmte Vorstellungen über Mechanik und Überraschungsmomente und sich für das Hameln-Projekt entschieden, weil es ihm selbst Spaß macht. Ich bin gespannt, was er daraus gemacht hat“, gesteht die Hamelner Museumschefin, die das Projektes als „klar touristisch ausgerichtetes Ziel bei schlechtem Wetter“ bezeichnet. Eine knappe Viertelstunde sollen die künftigen Museumsbesucher mit dem begehbaren Rattenfängertheater unterhalten werden. Nach den Vorstellungen von Gesa Snell sollen die Stimmen auch in mehreren Sprachen verfügbar und auf Knopfdruck abrufbar sein.
 Doch bislang ist die Entscheidung nicht gefallen, ist noch viel Bewegung auf der Baustelle Museum. Aber es geht voran. Laut Koss stehen derzeit die Innenausstattungen auf dem Plan: Wände, Fußböden und Elektroinstallationen.

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